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Ganztagsschule fördert Sozialverhalten und Familienklima

Frankfurt, Marburg 12.11.2010 (wm/red) Die Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen  2005 bis 2010 sind jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Die Studie „zeigt, dass Ganztagsschulen sich positiv auf das Sozialverhalten und das Familienklima auswirken. Auch die Schulnoten verbessern sich bei entsprechender pädagogischer Qualität“, fasst Professor Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung zusammen. Negative Auswirkungen seien nicht gefunden worden, während sich die positiven Effekte vor allem bei regelmäßiger und dauerhafter Teilnahme und hoher Angebotsqualität eingestellt hätten. „Die Untersuchung liefert Belege für die Wirksamkeit der ganztägigen Bildung und Betreuung, aber sie gibt auch Hinweise darauf, was in der Schulentwicklungsarbeit und in der Bildungspolitik verbessert werden kann“, sagt Klieme als Sprecher des Konsortiums.

Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen 2005 bis 2010

Die Studie zeigt, dass Ganztagsschulen die Vielfalt ihres Bildungsangebots ausgebaut haben. Eltern sind vor allem mit der Ausstattung und der Organisation der Angebote zufrieden. „Ganztagsangebote erfahren inzwischen eine breite Akzeptanz. Die Teilnahme an Fach- und Förderangeboten ist allerdings deutlich niedriger als im Freizeitbereich. Die Lernangebote und Fördermaßnahmen sollten weiter ausgebaut werden“, meint Professor Heinz Günter Holtappels vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Uni Dortmund, der die Schulentwicklung untersucht.

Studie setzt Massstäbe für Bildungsforschung

„Die Studie stellt eine neue Qualität in der Bildungsforschung dar. Hier stehen nicht Leistungsvergleiche und Rankings, sondern individuelle Entwicklungsverläufe und institutionelle Veränderungen über vier Jahre im Vordergrund“, stellt Professor Ludwig Stecher, Konsortiumsmitglied von der Uni Gießen, heraus. In drei Erhebungswellen, die 2005, 2007 und 2009 stattfanden, wurden insgesamt mehr als 300 Ganztagsschulen in 14 Bundesländern untersucht. Die Forscherinnen und Forscher befragten Schulleitungen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Personal, dazu Eltern und Kooperationspartner der Schulen, um die Wirkungen auf die Kinder und Jugendlichen selbst sowie das familiäre und das regionale Umfeld nachzuzeichnen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird unterstützt

Ein weiteres wesentliches Ergebnis: Ganztagsschulen erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Das Familienklima profitiert davon, wenn Kinder regelmäßig die Ganztagsschule besuchen, weil sich Eltern dadurch unterstützt und entlastet fühlen“, unterstreicht Professor Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts. „Das gilt in besonderem Maße für Eltern in sozial benachteiligten Familien, in Familien mit Migrationshintergrund und für Eltern ohne akademischen Abschluss“, so Rauschenbach weiter.

Sozialverhalten wird gestärkt und Problemverhalten tritt zurück

Die positiven Wirkungen von Ganztagsschule auf das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler belegt die Studie als durchgängig und nachhaltig. Problematisches Verhalten wird gemindert. Die Schülerinnen und Schüler stören seltener den Unterricht und zeigen weniger Gewaltbereitschaft. Werden ihnen in den Angeboten Mitentscheidungs- und Handlungsspielräume eingeräumt, so übernehmen sie eher soziale Verantwortung. Dauerhafte Teilnahme bzw. die verpflichtende Form des Ganztags reduziert zudem in der Sekundarstufe das Risiko der Klassenwiederholung.

Eine positive Wirkung auf Schulnoten zeigt sich allerdings nur dann, wenn die pädagogische Qualität der Angebote hoch ist, ein unterstützendes Lernklima herrscht und die Aktivitäten die Schülerinnen und Schüler motivieren und herausfordern. Das Konsortium wertet dies als Hinweis darauf, dass es beim weiteren Ausbau der Ganztagsschulen auf die pädagogische Qualität ankommt, wenn man Bildungsprozesse in der Breite verbessern will.