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Marburg kämpft mit den Schneemassen

Marburg 21.12.2010 (yb) Dieser Winteranfang ist keiner. Der Winteranfang liegt nämlich Wochen zurück. Und doch ist heute Winteranfang. So viel Schnee, Kälte und Beeinträchtigungen hat es im Dezember seit Jahrzehnten nicht gegeben. Die Menschen stöhnen und schippen, stapfen und straucheln.
Von 2.00 Uhr morgens bis 4.00 Uhr morgens, besser gesagt in der Nacht, ist eine kurze Betriebspause beim Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM), berichtet Jürgen Wiegand, der Leiter der städtischen Gesellschaft, deren Hauptaufgabe es im Moment ist, Straßen und Gehwege passierbar zu halten. Doch das ist angesichts der vom Himmel gefallenen Schneemassen nur sehr bedingt möglich. Und so ächzt die ganze Stadt unter Schnee zum Winteranfang.

Der Busverkehr wird nach Kräften aufrechterhalten. Verspätungen sind unvermeidlich, die Busse sind überfüllt mit Menschen, die froh sind wenigstens noch einen Steplatz bekommen zu haben. Denn Wege zu Fuß sind anstrengend und gefährlich. Stapfen statt schreiten in schmalen Gehspuren ist sehr anstrengend, selbst für junge Menschen. So schauen die Fußgänger nach unten. Zugleich droht inzwischen Gefahr von oben. Schneebretter bilden sich auf vielen Dächern, es taut und sie stürzen nach unten, auf den Gehweg.

Doch das ist noch eine vergleichsweise harmlose Gefahr. Andernorts, an Gebäuden der Universität, wie dem Museum in der Biegenstraße oder bei den Psychologischen Institut in der Gutenbergstraße, haben  sich mächtige Eiszapfen gebildet und drohen zu Boden zu stürzen. Hier droht Lebensgefahr. Die Feuerwehr ist gefragt und ist mit Leiterfahrzeug ausgerückt.

Die freiwilligen Feuerwehrleute aus Cappel mussten die Drehleiter weit ausfahren, um an den Dachrinnen mächtige Eiszapfen zu „ernten“, und damit verhindern, dass die schweren Eisgebilde zu Boden stürzen und Menschen verletzen konnten. (Fotografien von Hartwig Bambey)

Krisensitzung im Rathaus und Verkündung außerordentlicher Maßnahmen

Jürgen Wiegand als Leiter von DBM Marburg sitzt mit in der Runde der Amtsleiter zusammen mit Oberbürgermeister Vaupel und Dezernentin Weinbach, die einen Notfallplan entwickelt hat und jetzt der Presse dazu Mitteilung macht. „Außerordentliche Umstände erfordern auch außerordentliche Maßnahmen“ sagt OB Egon Vaupel  zur Einleitung. Es sei einfach zu viel Schnee in zu kurzer Zeit gefallen, um in angemessener Zeit überall räumen zu können. Und dann stelle sich das nächste Problem. Wohin mit dem Schnee?

So seien inzwischen zur Verstärkung der 10 Räumfahrzeuge von DBM, von denen 8 Fahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz sind, das Technische Hilfswerk (THW), die freiwilligen Feuerwehren und Baufirma beauftragt worden die Schneemassen abzutransportieren.

Am Nachmittag wurde damit an stark frequentierten Stellen in der Innenstadt begonnen. Auf LKWs verladen, wurde der Schnee aus der Stadt gefahren und auf den Messeplatz abgekippt. Insbsondere an Bushaltestellen wurde damit begonnen einigermaßen Platz zu schaffen, um die Zuwegung zu den Bussen für die Fahrgäste wieder herzustellen.