Freilichtmuseum Zeiteninsel soll am zum Internationalen Museumstag 2022 eröffnen

Marburg 20.05.2019 (pm/red)  Die “Zeiteninsel – Freilichtmuseum im Marburger Land“ nimmt weiter Gestalt an. Nun stellten die Genossenschaft der Zeiteninsel, die Gemeinde Weimar, die Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf den Zeitplan für den weiteren …

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Deutschland-Stipendium als Nepp und Mogelpackung bei Schaffung fragwürdiger Abhängigkeiten

Marburg 26.4.2011 (pm/red) Das sogenannte Deutschland-Stipendium sei nicht viel mehr als ein Imageprogramm für die aktuelle Bildungspolitik und solle den Wegspartrend von Bund und Land überdecken, wenn zudem gerade mal 10 von 20.000 Studierenden als Geförderte zusammen kommen, lautetet die Bewertung des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) zur jüngsten Meldung, wonach die Philipps-Univerisität Marburg die Volksbank Mittelhessen als Ko-Finanzierer für 10 Empfänger solcher 300-Euro-Stipendiumsankündigungen gewonnenen hat. Die Studierendenschaft der Philipps-Universität Marburg lehnt daher die Beteiligung der Universität Marburg am Programm ab.

Fehlende Beteiligung des Senates an der Entscheidung sei ein weiterer Schritt zur Entdemokratisierung der Hochschulen. Die Risiken dieses Schrittes würden zu einer Abhängigkeit der Universität von Stiftungen oder Wirtschaftsunternehmen führen. Der Trend, ganze Fachbereiche und Fächergruppen nach den Vorstellungen von Drittmittelgebern umzugestalten, werde sich in der Folge weiter fortsetzen, befürchtet der AStA.

Kritische Stimmen von Vertretern der Studierenden

„Das Stipendienprogramm dient der finanziellen Förderung einer kleinen Gruppe von Studierenden bei nicht vorhandener Grundsicherung für die breite Masse“ kritisiert die AStA-Vorsitzende Linda Spieckermann. „Betrachtet man die vom Bund vorgegebenen Vergabekriterien und -modalitäten wird klar: die Stipendien belohnen solche Studierenden, die ohnehin aus stärkeren sozialen Verhältnissen kommen.“ Vor dem Hintergrund der unzureichenden Bafög-Erhöhung sei dieses Werbeprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung besonders ärgerlich.

http://www.faz.net/s/Rub1A09F6EF89FE4FD19B3755342A3F509A/Doc~E6FE1CC10563745D49254A92C78D98BD5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

In der FAZ online findet sich das Deutschlandstipendium als Fehlstart beschrieben.

„Das läuft dann nach dem Motto: Wer hat, dem wird gegeben. Wir befürchten sogar, dass ein Nachteil für die Gesamtheit der Studierenden und die Universität entsteht. Da werden Gelder in ein Stipendienprogramm für ganz Wenige umgeschichtet, wo eigentlich eine breite und bedarfsdeckende Studienfinanzierung ge-

Bisher nur wenig Überzeugendes in Medien zu lesen sichert werden könnte“, lautet die Einschätzung von Finanzreferent Jamal Lutz.

„Ich möchte mal wissen, wer von 300 Euro im Monat leben soll? Das können doch nur solche Studierenden sein, die schon von ihren Eltern oder anderen Stellen Geld bekommen. Wer nebenbei arbeiten muss, wird wohl kaum die Zeit haben, außergewöhnliche Leistungen im Studium zu erbringen. Es profitieren wieder diejenigen, die das Geld gar nicht brauchen!“, gibt Petra Thesing zu bedenken. „Nach den Erfahrungen der Uni Marburg mit den Kürzungen des Hochschulpaktes ist mir besonders unverständlich, weshalb die Universität so unreflektiert auf ein reines Imageprogramm aufspringt und sich zur Werbeträgerin eines Deckmäntelchens macht, welches die Bildungs-Wegsparpolitik von Bund und Land verstecken soll.“

Kritik: Administraive Entscheidung ohne Gremieneinbindung

„Die Entscheidung ist ohne Beteiligung wichtiger universitärer Gremien, also auch ohne den Senat gefallen. Wir befürchten, dass die Uni in einen Standortwettbewerb um Studierende und Gelder eintritt, der der Entwicklung der Uni nur schaden kann. Dieses Programm macht uns abhängig von Wirtschaft, Stiftungen oder anderen potentiellen Mittelgeber_innen“ ,sorgt sich Universitäts-Senator Patrick Voyé.
Auch die geförderten Studierenden seien keinesfalls in einer guten Lage, sondern abhängig. Zwar hätten sie die Möglichkeit, den Kontakt zur fördernden Stelle abzulehnen, doch könnte diese dann in der Folge die Mittelgabe einstellen. „Bei Wechsel der Uni verlieren die Geförderten ihr Stipendium ohnehin“, sagt Voyé.

Bislang sei nicht klar, wie hoch die für die Verwaltung anfallenden Kosten ausfallen werden und ob diese durch die Zuschüsse zur Mittelakquise gedeckt werden könnten. Offen bleibe weiterhin, wie Bewerbungs- und Auswahlverfahren gestaltet werden oder welche Daten der Stipendiatinnen an die Volksbank Mittelhessen und das BMBF weitergegeben werden, geben die gewählten Studierenden-Vertreter abschließend zu bedenken. —> Weiterer Bericht zur Pressemitteilung der Universitätsleitung zu den ersten 10 Stipendien samt Sponsor.