Strohballen statt Beton – Mönche bauen nachhaltiges Gästehaus

Kassel 06.04.2021 Gastbeitrag von Ursula Wöll Der Klimawandel ist allgegenwärtig und wirksame Maßnahmen werden diskutiert. Neben einer Energieerzeugung mit Windkraft und Sonnenenergie und einer Verkehrswende hat das Bauen einen gewichtigen Anteil an einer umweltfreundlichen oder …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Forschung

Lecker und pflanzlich – Eis mit Lupinenproteinen

Forscher haben ein milchfreies Eis mit wertvollen Lupinenproteinen entwickelt. (Foto Fraunhover IVV)

Marburg 8.5.20111 (pm/red) Ein Sommer ohne Eis ist für viele kaum vorstellbar und in diesem Jahr hat die Saison früh begonnen. Doch wer Milch oder Laktose nicht verträgt, muss oft verzichten. Fraunhofer-Forscher bieten jetzt eine Alternative. Lupinesse, so der Produktname, als rein pflanzliche Köstlichkeit ist frei von Laktose und Cholesterin und enthält wertvolles Lupineneiweiß. Das Eis kommt am 9. Mai 2011 bei einer großen Handelskette in die Regale. So kann für Manche(n) mehr ein Sommermärchen beginnen. Man sitzt abends auf der Terrasse oder dem Balkon, lauer Wind vertreibt die Hitze des Tages. Vor sich eine Schale mit verschiedenen Eissorten und frischen Früchten. Pünktlich zu Beginn der warmen Jahreszeit gibt es diesen Genuss jetzt für alle, die keine Milch vertragen. Vanilla-Cherry, Strawberry-Mousse, Walnut Dream und Choco-Flakes – das sind die vier Lupinesse-Geschmacksrichtungen, die zunächst regional angeboten werden.

Fraunhofer-Forscher entwickelten milchfreies Eis mit Lupinenproteinen

Das neue Speiseeis ist nach Rezepturen von Fraunhofer-Forschern hergestellt. Es ist rein pflanzlich, enthält hochwertige Proteine aus den Samen der heimischen Blauen Süßlupine und ist völlig frei von Laktose, Gluten, Cholesterin sowie tierischen Eiweißen und Fetten. Immer wieder gab es Versuche, aus den Samen von Lupinen Lebensmittel herzustellen.

»Wir hatten die Lupine Ende der 90er Jahre schon abgeschrieben«, erinnert sich Klaus Müller vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising. Doch dann kam der Vorschlag von Gerhard Kloth, einem Lupinen-Experten, die Blaue Süßlupine zu nutzen. »Die ersten Produkte waren viel versprechend, doch geschmacklich und von ihrer Cremigkeit und Qualität bei weitem nicht mit dem Eis zu vergleichen, das nunmehr auf den Markt kommt«, erinnert sich Müller.

Bevor das neue milch- und laktosefreie Eis einmal den Lieferweg in alle Eisverkaufswagen geschafft haben wird, wird noch geraume Zeit vergehen. Vorerst wird das neu entwickelte Eis nur von einer großen Handelskette vertrieben. (Foto Sir James, cc, Quelle Wikipedia)

Die richtige Lupinensorte und das Herstellungsverfahren

Das Geheimnis des besonderen Geschmacks liegt in der Auswahl der Lupinensorte kombiniert mit einem besonderen Herstellungsverfahren. Die Blaue Süßlupine ist besonders proteinreich und hat einen ausgewogenen Geschmack. Sie lässt sich in Deutschland hervorragend anbauen und führt durch ihre stickstoffbindenden Wurzeln zu einer natürlichen Verbesserung der Böden. Die Forscher nutzen als Basis für das Eis das hochwertige Protein der Samen. »Der hohe Eiweißanteil ist wichtig für die Cremigkeit«, erläutert Müller. Zusätzlich macht die cholesterinsenkende Wirkung des Lupinenproteins das neue Eis ernährungsphysiologisch wertvoll.

Eine Ausgründung des IVV, die Prolupin GmbH, kümmert sich um Herstellung und Vermarktung des Eises. Das Unternehmen mit Sitz in Neubrandenburg kooperiert dort in dem vom BMBF geförderten Wachstumskern PlantsProFood – Lebensmittel aus Blauen Süßlupinen mit insgesamt 14 Partnern. Dort wird die Lupine – die Sojabohne des Nordens bezeichnet wird – angebaut und seit Januar 2011 wird das Lupineneiweiß produziert.

Dieser Sommer mit Eis – jedoch ohne Laktose, Gluten, Cholesterin sowie tierischen Eiweiße und Fette – kann beginnen.