Einladung zum Marburger Friedensforum: Abrüsten statt Aufrüsten – Sicherheit neu denken

Marburg 10.08.2019 (pm/red) Krieg, Armut, Verzweiflung, Flucht – die Politik braucht Nachhilfe. Kampf um Ressourcen, Militäreinsätze und Rüstungsgeschäfte stehen dem Frieden im Weg. Noch mehr Geld für die Rüstung und Militäreinsätze? Nein – aktive Friedenspolitik …

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Kalte Schulter, lautstarker Protest und keine Chance für die jämmerliche NPD in Marburg

Marburg 4.8.2012 (yb) Ein beeindruckend oder erschreckend zahlreiches Polizeiaufgebot mit Zig Fahrzeugen und einer dreistelligen Zahl Uniformierter wurde auf dem Messeplatz Afföller in Marburg am heutigen Samstag aufgeboten und hatte die Aktionsfläche für die NDP mit Sperrgittern abgeriegelt. Damit waren zwei Flächen klar zugewiesen. Eine gitterumfasste polizeikordonbewachte Fläche von 100 mal 100 Metern für – wie sich herausstellen sollte –  gerade mal sieben NPD-Leute mit beschriftetem LKW. Direkt angrenzend war eine Parkplatzzone für nach Hunderten zählenden Gegendemonstranten ausgewiesen. Darin artikulierte sich gleichermaßen heftiger Polizeiaufwand – der Steuerzahler hat dafür aufzukommen. Die NPD nennt ihr Auftreten ‚Deutschlandtour‘ und schafft es zumindest in den Orten dieser Tour jeweils sehr viele demokratisch gesinnte Menschen gegen sich auf die Beine zu bringen. Zuhörer gab es für die einsamen NPDler in Marburg keine. Solche hätten auch keine Chance gehabt etwas verstehbar zu hören. Denn dagegen schallte ein lautstarkes und unmißverständliches „Haut ab!“ von schrillen Trillerpfeifen, durchdringendem Vuvuzelagetröte und Buhrufen aus vielen Kehlen mit einer die Schmerzgrenze übersteigenden Dezibelstärke unterlegt. 117 Sekunden Hörprobe davon per Mausklick auf die Pfeiltaste hier ↓

 

Beeindruckend wurde dann die Zahl der Gegendemonstranten, die sich ab 10.30 Uhr auf dem Gelände mehr und mehr zusammenfanden. Aus 50 wurden 100, 200, immer mehr kamen dazu. Gegen 11 Uhr bei Eintreffen des NPD-LKW auf dem Messegelände werden es rund 500 Demonstrierende gewesen sein, die durch Sperrgitter und eine Polizistenreihe abgetrennt in fünfzig Meter breiter Front mit vielen Fahnen den Funktionären der NPD sich entschieden entgegenstellten. Dazwischen war viel Raum, auf dem ein trauriger Haufen von nicht einmal einem Dutzend NPD-Leute sich vor ihrem mit grellen Aussagen beschriftetem Lastkraftwagen um so etwas wie eine Aufstellung bemühten. Nachdem man eine Batterie Lautsprecher in Stellung gebracht hatte, legt einer der rechtsextremen sogenannten Nationaldemokraten mit einer Ansprache los. Er hatte keine Chance.

Der leere Platz vor dem NPD-Gefährt rechts steht bildhaft für die Isoliertheit ihrer Aktion in Marburg.

Die Demonstrierenden beantworteten die Ausführungen des  Redners mit Sprechchören und einem laut tönendem Konzert von Störgeräuschen. Es waren zu viele Demonstranten, zu viele Kehlen, zu viele Trillerpfeifen und Vuvuzelas. Damit war der NPD-Auftritt zum grandiosen Scheitern verurteilt. Anhänger oder Zuhörer gab es keine weit und breit keinen Einzigen. Stattdessen machte eine vielhundertköpfige Menge von demokratisch gesinnten Demonstranten unmißverständlich klar, dass kein Platz und keine Anhängerschaft für rechte Agitation in Marburg ist.

Für viele Demonstrierende geriet der Samstagmorgen verbunden durch ein gemeinsames Anliegen zum einem Treffen und Austausch.

Das massive Polizeiaufgebot wirkte überdimensioniert und martialisch. Zumindest trugen die Uniformierten ihre Helme nur am Arm.

 

So erlebte Marburg (gerade nicht) eine formierte Gegendemonstration mit einem ausgeprägtem Maß an Polizeiaufgebot und Polizeiregie. Der Aufwand zum Stattfinden einer Veranstaltung von erkärten Antidemokraten vom Rechten Rand kann nicht erfreuen. Alle Fotografien Hartwig Bambey © 2012

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Gegenveranstaltung, darunter sehr viele Jüngere, bekannte Marburger Gesichter, Mandatsträger von SPD, GRÜNEN, DIE LINKE, PIRATEN, Betriebsräte und zahlreiche Gewerkschafter, Bundenstagsabgeordeter Sören Bartol und Oberbürgermeister Egon Vaupel konnten zufrieden im Bewußtsein eines miteinander erfolgreich verkörperten demokratischen Anliegens in das Wochenende gehen. Viele der Polizisten mussten weiter fahren nach Kassel. Dort hatte die NPD eine ebensolche Geisterveranstaltung, wie zuvor bereits in Südhessen, für den Nachmittag mit denselben Protagonisten angemeldet.

—> In Vorbereitung ist ein Bericht – Planung für Dienstag, 7.August – zu polizeilichen Maßnahmen im Rahmen der Gegendemonstration, insbesondere zum Filmen von Demonstrierenden durch die Polizei. Dazu liegt inzwischen eine Beschwerde der Humanistischen Union (HU) vor. Einem Mitglied der HU, zugleich Rechtsanwalt, wurde der Datenträger seiner Videokamera weggenommen, weil er gefilmt hat, wie Polizisten ohne Veranlassung rechtswidrig Demonstrierende filmten. Siehe Foto links per Mausklick in Großdarstellung.

—> Zum Bericht ‚Fragwürdige Praktiken der Polizei…