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Instandsetzung der Kasseler Löwenburg beginnt im Frühjahr 2013

Die Löwenburg bei Kassel präsentiert sich als pittoreskes Gebildet mit romantischer Anmutung. Foto Museumslandschaft Hessen-Kassel

Kassel, Marburg 9.11.2012 (pm/red)  28,1 Millionen Euro stellt das Land im Rahmen der Neuordnung der Museumslandschaft Kassel für die Instandsetzung der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe bereit. Das Museumsschloss wird danach wieder gemäß dem ältesten vollständigen Inventar von 1816 eingerichtet. Die Arbeiten beginnen im Frühjahr 2013, hat Ministerin Eva Kühne-Hörmann bekanntgegeben. Gleichzeitig präsentierte sie die bereits restaurierten Außenanlagen der Löwenburg, für die weitere zwei Millionen Euro aufgewendet wurden. Für die Neuordnung der Museumslandschaft Kassel investiert das Land Hessen insgesamt 200 Millionen Euro.

Die Löwenburg wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel als fiktive ‚Stammburg‘ und Lustschloss im Stil einer pseudomittelalterlichen Burg errichtet. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke dieses Typs in Europa. Die Löwenburg sollte die Tradition und Rechtmäßigkeit der Herrschaft für alle sichtbar dokumentieren. Tatsache ist, dass der Landgraf dort seine langjährige Mätresse mit ihrem Hofstaat untergebracht hat. Wilhelm IX. bestimmte die Burg auch zu seiner Grablege und ließ sich in der Gruft unter der Burgkapelle beisetzen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden der Küchenbau, der Verbinderbau und der angrenzende Bergfried der Löwenburg nahezu komplett zerstört, so dass die künstliche Ruine zu einer echten Ruine wurde. Mit der Zerstörung des weithin sichtbaren Bergfrieds verlor die romantische Parkarchitektur nicht nur das prägende Element ihrer markanten Silhouette, sondern auch die wichtigen Gesellschaftsräume, die für das Verständnis der Löwenburg als barockes Lustschloss unverzichtbar sind. Glücklicherweise hatte man die mobile Ausstattung rechtzeitig ausgelagert, so dass diese zu rund 90 Prozent erhalten blieb.

Bereits unmittelbar nach Kriegsende wurde mit Sicherungs- und Wiederaufbauarbeiten begonnen, und zahlreiche Gebäude konnten in den vergangenen Jahrzehnten bereits wieder hergestellt und für das Publikum eröffnet werden. Doch das Wahrzeichen der Anlage, der Bergfried, fehlt noch immer, obwohl der Wiederaufbau bereits nach Kriegsende beschlossene Sache war. Der Bergfried soll in Kunsttuffstein rekonstruiert werden, der eigens dafür entwickelt wurde.

Begleitet wird das Bauvorhaben von einer Expertengruppe, zu der Denkmalpfleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören. Im Frühjahr tagte dieses Gremium gemeinsam mit dem so genannten Advisory Board, dem früheren Welterbe-Workshop, um die Welterbeverträglichkeit der Planungen zu gewährleisten.

Außenanlagen bereits für zwei Millionen Euro restauriert
Während die Arbeiten an der Löwenburg im April oder Mai 2013 beginnen sollen, ist die Instandsetzung der Außenanlagen bereits weitgehend abgeschlossen. Für zwei Millionen Euro wurden in den vergangenen drei Jahren die Felsentreppe, welche die malerische Wolfsschlucht unterhalb der Löwenburg durchquert, und der ehemalige Steinbruch in der Wolfsschlucht saniert. Die Bepflanzung der Lindengänge im Burggarten wurde ebenso wiederhergestellt wie der Sternbrunnen. Auch der Turnierplatz wurde instandgesetzt.

Die Wiederherstellung der Löwenburg ist in drei Bauabschnitten vorgesehen, so dass das Museum während der gesamten Bauzeit zumindest abschnittsweise für Besucher geöffnet bleibt. Nach heutiger Zeitplanung soll der erste Bauabschnitt 2016 abgeschlossen werden.