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Worauf es bei dem Vitos-Gelände für Wohnungsbau ankommt

Der Bebauungsplan-entwurf soll und will offenbar Fakten schaffen. Nicht nur das Baufeld wird beschrieben, auch die Art und Anzahl der Häuser, ihre Platzierung  und vieles mehr werden bereits vorgegeben. Steckt dabei bereits ein Investor im Hintergrund? (Grundriß aus B-Plan-Entwurf im Susschnitt)

Der Bebauungsplan-Entwurf soll und will offenbar Fakten schaffen. Nicht nur das Baufeld wird beschrieben, auch die Art und Anzahl der Häuser, ihre Platzierung und vieles mehr werden bereits vorgegeben. Steckt dabei bereits ein Investor im Hintergrund? (Grundriß aus Entwurf B-Plan- im Ausschnitt)

140423 (yb) Es ist beim derzeitigen Stand der Planungen und des Verfahrens festzuhalten, dass die Stadt Marburg einen zumindest sehr eigenwilligen Weg eingeschlagen hat. Zweifellos handelt es sich bei dem Gelände um ein Filetstück, das in vergleichbarer Lage in Marburg sich nicht noch einmal finden lässt. Doch anstelle gebotener Sorgfalt und Umsicht mit einem – wie längst beschlossen und festgelegt – Ideenwettbewerb zur Meinungsbildung, soll im ‚beschleunigten Verfahren‘ das Vorhaben B-Plan durchgezogen werden. Resultat sind zahlreiche Einwendungen mit gravierenden Hinweisen und Widersprüchen.

Das führt zu dem Phänomen, dass in einem Handlungsfeld mit unbestreitbarer Bedeutung und wichtigen positiven Folgen für die Stadtentwicklung in Gestalt neuen Wohnraums eine verfahrene Situation vor der Tür steht. Es zeichnen sich Widerstände ab und es werden im Verfahren Akteure zur Ablehnung geradezu provoziert. Dem Anliegen kann dies schnell Schaden zufügen. Nicht zuletzt könnte die Rechtssicherheit in Frage gestellt werden, wenn dieser B-Plan vom Entwurf zum gültigen Beschluss gelangen soll.

Doch davor ist Handeln und Verhalten der Stadtverordneten gefragt. So wäre es  sehr ungewöhnlich, wenn sich das Marburger Parlament von der Bauverwaltung in solcher Weise vorführen ließe und seine eigene Beschlussfassung als Schall und Rauch und als nichtig betrachten ließe. Außerdem steht im parlamentarischen Verfahren die Diskussion der verschiedenen inhaltlichen Bedenken vor der Tür.

Baumbestand in dem zur Wohnbebauung vorgesehenen Teil des Vitos-Geländes. Foto Hartwig Bambey

Baumbestand in dem zur Wohnbebauung vorgesehenen Teil des Vitos-Geländes. Foto Hartwig Bambey

Würde das angelegte Verfahren für den Bebauungsplan ‚Cappeler Straße/Friedrich-Ebert-Straße‘ ohne Veränderungen und Berücksichtigung der kritischen Einwendungen durchgezogen, droht Schaden. Dann müssten zudem einige Fragen nach den Motiven der Betreiber dieses B-Plans gestellt werden.

  • Gibt es etwa bereits einen Investor in der Hinterhand, der schnellstmöglich einen Zugriff auf dieses Filetstück für Wohnungsbau in Marburg erlangen möchte?
  • Gibt es diesbezüglich gar Verabredungen und Vorfestlegungen?
  • Könnte der geforderte Ideenwettbewerb andere Möglichkeiten der Bebauung in die Wahrnehmung rücken, die einem renditeorientierten Investor nicht in den Kram passen?

Diese Fragen veranschaulichen konfliktreiche Hintergründe. Doch sie müssen in Kenntnis des jetzigen Stands der Dinge gestellt werden, sie drängen sich geradezu auf. Es hängt jetzt vieles von einem sachorientiertem Gebaren der Bauverwaltung ab. Entscheidend wird sein, was die politisch Verantwortlichen im Rathaus wissen und wollen.

Für einen angemessenen Umgang mit diesem Marburger Filetstück an der Schnittstelle zwischen Richtsberg, Cappel und Innenstadtbereich wäre einiges zu ändern. Vorschläge dafür liegen bereits schwarz auf weiß auf dem Tisch. In der Bauverwaltung.

—> Artikel: Bäume fällen um Wohnraum zu schaffen – Von einem aktuellen Konflikt in Marburg