Beteiligungstage für das „Landgrafenschloss der Zukunft“

14.04.2024 (pm/red) Im Zuge des Projekts „Landgrafenschloss der Zukunft“ laden die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg alle Interessierten zu Beteiligungstagen am 19. und 20. April 2024 ein, sich mit Ideen und Wissen an der …

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‚Das Museum ist auf der Straße‘ – eine Performance zur 13. Nacht der Kunst

Susanne Dilger140703 (red) Die Marburger Künstlerin Susanne Dilger hat im Rahmen der diesjährigen Nacht der Kunst eine Performance für Künstlerinnen geboten. Dazu gabe es Handzettel mit Informationen, ein Museumsmodell und jede Menge Gespräche zum Thema Frauen in der Kunst und dem nachrangigen Stellenwert weiblicher Künstler. Vor dem Kunstverein stand der mit Straßenkreide geschriebene Satz auf dem Pflaster geschrieben:  ‚Das Museum ist auf der Straße‘, frei zitiert nach Wolf Vostells Happening ‚Das Theater ist auf der Straße‘ von 1958.

MuseumsmodellEin Museum, gefertigt aus einem Pappkarton, beherbergt einige Kunstwerke ‚en miniature‘. Ein einsamer ‚Besucher‘ scheint in ihm zu wandeln und sich umzuschauen…

  • Ich wünsche mir mehr als 20 Frauen auf der sogenannten ‚Top 100 KünstlerInnen Ranking List‘!
  • Nicht ich, sondern meine Werke sollen ins Museum!
  • Ich wünsche meinen Arbeiten eine Öffentlichkeit!
  • Ich wünsche mir gerechte Arbeitsbedingungen und -möglichkeiten für Künstlerinnen mit Kindern und die Aufhebung einer Altersbegrenzung bei Ausstellungsausschreibungen und Stipendien!

Es lagen zwei Handzettel aus. “Do women have to be naked to get into the Met. Museum?“ fragten 1989 zum ersten Mal die ‚Guerrilla Girls‘, eine amerikanische feministische Frauenorganisation. Weniger als 5 Prozent der ausstellenden Künstler in der Modernen Sammlung des MOMA in New York seien weiblich, aber 85 Prozent der dargestellten Nackten seien Frauen! Ingres ‚Grande Odalisque‘ von 1814 ist in bekannter Manier dargestellt, trägt allerdings eine Gorillamaske! 2010 wurde dieses Plakat noch einmal im Rahmen der großen Ausstellung ‚Elles‘ im Centre Pompidou in Paris gezeigt.

Auf dem zweiten Handzettel gab es den Text, der diese Beschreibung einleitet. Daneben stand Susanne Dilger, begegnete den Menschen, die das Museum oder die Worte auf der Straße wahrnahmen. Manche haben sie angesprochen, manche hat sie angesprochen. So gab es fünf Stunden intensive Auseinandersetzung über Kunst von Frauen, deren Arbeitsbedingungen,  über ‚die Quote‘, Geschlechterrollen, Kunst im öffentlichen Raum, über das sogenannte ‚Vereinbarkeitsproblem‘ und über das Alter als Auswahlkriterium.

“Women had to work like slaves in the art world, but a lot of men got to the top through their charm“, beschrieb die Künstlerin Louise Bourgeois als Mutter dreier Kinder einmal ihre Arbeitsumstände zu Beginn ihres Schaffens. Als Frage gibt die Künstlerin Dilger mit auf den Weg: Was denken Sie?

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