„KIdiversity“ im Rathaus: Kunst trifft auf künstliche Intelligenz

24.02.2024 (pm/red) Als „KIdiversity“ präsentiert die Blaue Linse Marburg im Rahmen des 6. Photo.Spectrum Marburg neuste Werke. Elf FotografInnen wollen in Sphären der künstlichen Intelligenz (KI) eintauchen.

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Preis für familienfreundliche Unternehmen verliehen

Zum ersten Mal wurde von der Stadt Marburg ein Preis für besonders familienfreundliche Unternehmen vergeben. Stephan Löhr, Firma Finet, Initiatorin Christina Amend-Wegmann, Holger Kison, Roland Martin, Sabine Siebel, CSL Behring, Oberbürgermeister Egon Vaupel und Stephanie Fuchs, CSL Behring. Foto Nadja Schwarzwäller

Zum ersten Mal wurde von der Stadt Marburg ein Preis für besonders familienfreundliche Unternehmen vergeben. Stephan Löhr, Firma Finet, Initiatorin Christina Amend-Wegmann, Holger Kison, Roland Martin, Sabine Siebel, CSL Behring, Oberbürgermeister Egon Vaupel und Stephanie Fuchs, CSL Behring. Foto Nadja Schwarzwäller

140718 (pm/red) In diesem Jahr hat die Universitätsstadt Marburg zum ersten Mal den ‚Marburger Preis für familienfreundliche Unternehmen‘ ausgeschrieben. 14 Bewerbungen von den unterschiedlichen Unternehmen gingen ein und die Jury entschied sich angesichts der Vielfalt der Gruppe, zwei Preise zu vergeben. Einer ging an die Firma ‚Finet‘, einem Maklerpool für Versicherungsmakler und Finanzbereiter und einer an das Pharma-Unternehmen ‚CSL Behring‘. Die Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde in Marburg seit Jahren engagiert geführt, und die Auslobung eines solchen Preises sei nur eine Frage der Zeit gewesen, erklärte Brigitte Bohnke vom Marburger Bündnis für Familie.

Bevor das Ergebnis des Wettbewerbs um den neu ausgelobten Preis bekanntgegeben wurde, hielt Professor Evelyn Korn vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Philipps-Universität einen Vortrag zum Thema. Die Expertin für Mikroökonomie sieht Effizienz und Familienfreundlichkeit keineswegs im Widerspruch zueinander. „Familienfreundlichkeit kann eine wichtige und sehr kreative Ressource sein“, betonte Professor Korn. Wenn man einen Haushalt und ein Unternehmen betrachte, gebe es Überschneidungen in den Interessen und Haushalte könnten als „Trainingslager“ für Unternehmen betrachtet werden. Wer schon einmal seinen dreijährigen Sohn davon  zu überzeugen versucht habe, dass er an einem heißen Sommertag nicht in seinem Spiderman-Kostüm aus Polyester auf eine Radtour gehen könne, der brauche keine „Eselseminare“, wie sie bei Führungskräften derzeit hoch im Kurs stünden, erklärte Korn augenzwinkernd.  „Die Väter auch nach Hause, die Mütter auch an die Arbeit“ lautete die Forderung von Evelyn Korn. Viele Aufgaben seien in beiden Bereichen ähnlich und die Gesellschaft könnte viel davon profitieren, wenn mehr Menschen Erfahrungen in beiden Bereichen machen.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Professor Elisabeth Schulz präsentierte dann alle Bewerber und verkündete den Gewinner des ersten ‚Marburger Preises für familienfreundliche Unternehmen‘. Sie hat mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Kreishandwerkerschaft und des Verbands Deutscher Unternehmerinnen in der Jury gesessen. Die Jurymitglieder bewerteten die Rahmenbedingungen und Maßnahmen, die die Unternehmen im Hinblick auf Familienfreundlichkeit zu bieten haben. Professor Schulz wies darauf hin, dass die unterschiedlichen Größen und Strukturen der Unternehmen auch unterschiedliche Ansprüche und Möglichkeiten zur Folge haben. Um der Vielfalt der Bewerber gerecht zu werden, habe man sich entschieden, in diesem Jahr zwei Preise zu vergeben. Einmal wurde die Firma ‚Finet‘ ausgezeichnet und einmal ‚CSL Behring‘.

‚Finet‘ hat 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Jury zeigte sich beeindruckt von der Menge an Maßnahmen, die dennoch im Unternehmen verwirklicht werden. Dazu zählen eine Vertrauensarbeitszeit als Grundlage von Gleitzeitmodellen, die Möglichkeit, im Home Office und auch als Führungskraft in Teilzeit zu arbeiten, Eltern-Kind-Arbeitszimmer, eine betriebliche Kinderbetreuung und die individuelle Absprache von Arbeitszeiten.
‚CSL Behring‘ ist ein Pharma-Unternehmen mit über 2.000 Mitarbeitern, das zu einem weltweiten Konzern gehört und dessen Bemühungen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf laut Elisabeth Schulz ebenfalls „sehr beeindruckend“ seien. Die Palette reicht von einer Gleitzeit ohne Kernzeit von 6 bis 22 Uhr über 200 Teilzeitmodelle bei hoher Zeitsouveränität bis hin zu bezahltem Sonderurlaub für eine kurzzeitige Pflege. Es existiert ein betriebsinterner Arbeitskreis ‚Beruf und Familie‘ und Familienfreundlichkeit ist als Ziel im Leitbild des Unternehmens.

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