Gerhardt-von-Reutern-Haus Willingshausen: Millioneninvestition mit klandestiner Planung

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Lokale Agenda: Vitos-Gelände, Runder Tisch Wohnen und BuGa

Planskizze zum Bebauungsplan-Entwurf 10/1 Cappeler Straße/Friedrich-Ebert-Straße mit Markierung der Fläche für Wohnbebauung.

Planskizze zum Bebauungsplan-Entwurf 10/1 Cappeler Straße/Friedrich-Ebert-Straße mit Markierung der Fläche für Wohnbebauung.

140711 (yb) Im voll besetzten Sitzungsraum Hohe Kante tagte die Lokale Agendgruppe Stadtentwicklung und war gleich mit drei Schwerpunktthemen befasst. Ausführlich wurden Hintergründe und aktuelle Planungen zum Vitos-Gelände erörtert. Das baumbestandene Waldstück an Cappeler Straße / Friedrich-Ebertstraße soll von Vitos veräußert werden, um es einer Wohnbebauung zuzuführen. Dazu ist derzeit ein Bebauungsplan seitens der Stadt Marburg im Verfahren.

Zunächst gab Gerhard Haberle Hintergrundinformationen zum derzeit gültigen Bebauungsplan, der bereits Jahrzehnte alt ist, zwischenzeitlich zwei Änderungen erfahren hat. Dazu wurde das ‚Parkpflegewerk‘ für den wertvollen Baumbestand und dessen Weiterentwicklung thematisiert. Ein Konzept aus dem Jahr 2012 liegt in der Schublade vor, hat jedoch noch keine Gültigkeit in Gestalt einer Satzung. Insgesamt artikuliert sich nach Ansicht vieler Agendamitglieder eine unübersichtliche Gesamtsituation.

dbau0418_0006 Baumbewuch Vitos-GelaendeNiemand habe vor in Marburg Wohnungsbauprojekte zu verhindern. Allerdings stelle sich die Frage, ob dafür besonders oder alleine das derzeit in Beplanung befindliche Gelände in Frage komme. So existieren oberhalb des Klinikareals von Vitos andere Freiflächen, die ebenfalls für eine Wohnbebauung ins Auge gefasst werden könnten.

Kritisch gesehen wurde der derzeitige Bebauungsplanentwurf, weil darin vor allem der Bau von ‚Stadtvillen‘ vorgesehen ist. Würde dies Wirklichkeit, wäre die Chance und Notwendigkeit der Schaffung von bezahlbaren Wohnungen vertan. Wenn das derzeit beplante Vitos-Gelände für Wohnungsbau genutzt werden soll, müsste die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen in Gestalt von Sozialem Wohnungsbau angestrebt werden. So lautet eine Position aus dem Kreis der Lokalen Agenda. Die Diskussion konnte nicht abegeschlossen werden. Man sucht weiter Dialog, insbesondere mit der Stadt Marburg, bei der nun einmal die Planungshoheit liegt.

Zum ‚Runden Tisch Preiswerter Wohnraum‚ gab Werner Girgert einen Überblick zu den Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren. Nachdem die Stadt Marburg auf einschlägige Informationsveranstaltungen der Lokalen Agenda mit der Einberufung des Runden Tisches reagiert hat, haben einige Treffen und weitere Aktiviäten stattgefunden. Als ein Ergebnis von Bemühungen kann die Bereitsstellung von 24 Millionen Euro durch das Land Hessen im vergangenen Sommer für Sozialen Wohnungsbau in Marburg betrachtet werden. Damit will die Gemeinnützige Wohnbau Hessen rund 300 Sozialwohnungen in Marburg neu bauen. Weitere Ergebnisse zu den Aktivitäten stehen aus. So soll am 1. Oktober die bei ‚Inwis‘ beauftragte Studie zur Wohnungsversorgung in Marburg vorgestellt werden.

Kurz berichtet wurde über die von Bertelsmann moderierete ‚Bürgerbeteiligung‘ an der Idee einer Bundesgartenschau 2029 (BuGa) in Marburg. Daran haben sich neben vielen Stadtverordneten und städtischen Bediensteten nur etwa 50 Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Hingewiesen auf den gravierenden Umstand, dass relevante Flächen für eine BuGa in Marburg sich weitestgehend nicht im Besitz und der Verfügungshoheit der Stadt Marburg befinden. Ob Alter und Neuer Botanischer Garten, das Gelände mit der Philosophischen Fakultät oder die Flächen der Stadtautobahn B3 werden als Gestaltungsräume betrachtet, ohne dass die Stadt selbst dort Zugriff hat.