Corveyer Bücherschatz:  Universitätsbibliothek Marburg digitalisiert mittelalterliche Handschriftenbestände der Klosterbibliothek Corvey

Marburg 15.08.2019 (pm/red) Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisation von 1803 wurde sie endgültig aufgelöst und der übrige Bestand größtenteils zerstreut. Heute ist der Aufbewahrungsort von ungefähr 160 …

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Was wird in Marburg? – SPD-Oberbürgermeisterkandidat zieht Kandidatur zurück

Logo SPD MarburgMarburg 20. 01.2015 (yb) Der Montag brachte es nachmittags an den Tag: Matthias Acker, im Herbst – nach vorzeitigem Amtsverzicht von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) am 31. Oktober –  präsentierter Kandidat der Marburger Sozialdemokraten für die OB-Wahl am 14. Juni 2015, erklärte seinen „Rückzug als Oberbürgermeisterkandidat der SPD Marburg.“ Bedingt durch den hohen Stressfaktor im Wahlkampf sei es bei ihm zu massiven Herz-Kreislauf-Problemen gekommen. Darüber informierte die Stadtverbandsvorsitzende der SPD Marburg, Monika Biebusch, in einer Pressemitteilung um 16.16 Uhr. Eine Aufrechterhaltung der Kandidatur sei unmöglich geworden, verlautbarte die SPD-Vorsitzende im Auftrag von Acker. Zur „Vermeidung gesundheitlicher Folgeschäden“ sei dieser Schritt unvermeidlich gewesen. Die Redaktion des Marburger. Online-Magazins (bis Monatsende in Winterpause), wurde davon ebenso überrascht wie die Stadtöffentlichkeit. Als erste berichtete offenbar die HNA, noch vor der Marburger OrtsPresse, die im Lauf des Abends nachzog.

So brachte es Kandidat Matthias Acker noch nicht einmal auf drei Monate als OB-Kandidat der SPD und wurde – im Nachhinein erscheinen die Verhältnisse gerne klarer – zudem nicht beim Neujahrsempfang der Universitätsstadt Marburg am vergangenen Samstag gesichtet. Ordentlich vertreten bei der stimmungsvollen Veranstaltung war dagegen die CDU mit Wieland Stötzel (erfolgloser OB-Kandidat bei Egon Vaupels Wiederwahl), der derzeitige CDU-Vorsitzende Matthias Range und der gerade einmal vor einer Woche mit 100-Prozent-Votum gekürte CDU-Oberbürgermeisterkandidat Dirk Bamberger.
Noch in dieser Woche werde kurzfristig eine Vorstandssitzung einberufen, teilte die SPD-Vorsitzende Biebusch mit. Man wolle weitere Schritte zu beraten und dann die entsprechenden Entscheidungen auf den Weg zu bringen. Sie bedauere, dass sich Matthias Acker zu diesem Schritt entschieden habe. „Jetzt gilt es dafür Sorge zu tragen, dass wir daran gehen, einen oder eine starke Kandidatin zu finden,“ teilte Biebusch abschließend mit.

Redaktionelle Anmerkungen vom Marburger. Online-Magazin

Schild Marburg zentriertOb es bedeutungsvoll ist, dass ausdrücklich auch von einer “starken Kandidatin“ zu lesen ist, konnte trotz vielfacher Versuche am späten Montagabend nicht geklärt werden. Weder die Vorsitzende Biebusch noch der Fraktionsvorsitzende Steffen Rink waren telefonisch erreichbar.
Vermutlich hätte man seitens der SPD präziser eine weitere Vorstandssitzung kommunizieren können, denn bekanntlich finden am Montagabend turnusmäßig Vorstandssitzungen und Fraktionstreffen oder -sitzungen statt, nicht alleine bei den Sozialdemokraten.
Winterpause hin und inzwischen regelmäßige Frostnächte her, auch von der Marburger Linken wird versucht zu trommeln. Das „Wahlbündnis Marburger Linke“ habe bereits im Dezember beschlossen an der OB-Neuwahl  teilzunehmen, findet sich in einer Presse-Mail von 12.55 Uhr (ebenfalls Montag, 19. Januar) zu lesen. Als Kandidat ist der Stadtverordnete und inzwischen zum Landesvorsitzenden der LINKEN gewählte Jan Schalauske vorgeschlagen. Er war bei der Landtagswahl im letzten Jahr ohne Erfolg geblieben. Solcher wird ihm nun bestimmt nicht bei der OB-Wahl beschieden sein, eher schon liefert die LINKE (als Partei und als Wahlbündnis) einen Beitrag für einen zweiten Wahlgang der Oberbürgermeisterwahl (Termin 28. Juni – ist bereits formell festgelegt).
Ganz anders dagegen verhält sich das sogenannte ‚Bürgerliche Lager‘, besser gesagt bestimmte Teile der im Stadtparlament mit CDU, FDP, MBL und BfM zersplittert vertretenen ‚Bürgerlichen‘. Bis auf die ‚Bürger für Marburg‘, mit Andrea Suntheim-Pichler in der Stadtverordnetenversammlung präsent, haben sich die beiden FDP-Stadtverordneten und Hermann Uchtmann von der Marburger Bürgerliste zum CDU-Kandidaten Dirk Bamberger bekannt, resp. zu dessen Unterstützung als Bewerber.
Schild Marburg zentriertBleibt übrig Michael Weber, der das Stadtverordnetenmandat der Piratenpartei wahrnimmt, und sich – ähnlich wie Jan Schalauske DIE LINKE – großer Beliebtheit erfreut. Ohne Bestätigung mittels redaktioneller Rückfrage lässt sich annehmen, dass „der Pirat“ – wie Weber gerne von Stadtverodnetenvorsteher Heinrich Löwer bezeichnet wird – wohl kaum Avancen auf eine Kandidatur haben wird.
Überhaupt nicht zu übersehen im sich munter drehenden Wahl-Kampf-Geschehen sind die GRÜNEN in der Universitätsstadt an der Lahn. Bürgermeister Franz Kahle gibt seit längerem eine gute Figur. Ob es um eine klimafreundliche und nahverkehrsgestützte Seilbahnverbindung hinauf auf die Lahnberge geht, die Bilanzierung engagierter Krippen- und Kindergartenangebote der Stadt oder zuletzt um die neu eröffnete Diskussion um den Bau von zwei Windrädern auf den östlichen Lahnbergen (Lichter Küppel)  – Bürgermeister Kahle zeigt Präsenz, sucht und bietet Dialog mit den BürgerInnen, auch wenn es um anspruchsvolle oder kontroverse Themen geht. 
Wie am Rande des Neujahrsempfanges in Erfahrung zu bringen war, planen die Marburger Grünen wohl im Februar ihre Platzierung bzw. Positionierung im munteren Oberbürgermeister-Kandidaten-Karussell. Ob es überhaupt (Fraktionsvorsitzender Dietmar Göttling in der OrtsPresse) bei den GRÜNEN zu einer Kandidatenaufstellung kommen wird und ob es am Ende gar eine Kandidatin werden könnte, kann derzeit lediglich spekulativ vermutet werden.
Schild Marburg-RotGrünDass sie nun nicht gerade auf den Kopf gefallen sind und Avancen zur Macht und Politikgestaltung haben, hat sich über die GRÜNEN längst herumgesprochen. Dies ist in Marburg ebenso langjährig und evident, wie es in Hessen nach einem Jahr Schwarz-Grüner Landesregierung noch kurz, gewöhnungsbedürftig und unübersehbar geworden ist. Ob freilich die Klimaschutz- und Umweltpartei tatsächlich behufs vordergründiger Profilierung unbedingt mitmischen will und muss, kann derzeit niemand so recht einschätzen.
Das darauf seitens der CDU spekuliert oder gar gesetzt wird, kann auch nicht wirklich überraschen. Ein/e OB-Kandidat/in von Seiten der Marburger Grünen würde einen zweiten Wahltermin geradezu unabdingbar machen.
Sternbald-Stern miniEs bleibt im Moment der ‚Schwarze Peter‘ bei der Marburger SPD und es bleibt spannend. Dies freilich hält STERNBALD´S nach einer halben Nachtschicht nicht davon ab erneut in die Winterpause zu gehen. Es liegt einiges an und will in trockene Tücher gebracht werden. Dies passiert nicht zuletzt zu Gunsten der weiteren – und hoffentlich lebendigen, kritischen und diskursiven – journalistischen Arbeit im Marburger. Online-Magazin, das im Januar vor fünf Jahren gestartet wurde.
Neujahrsempfang Marburg 2015 dbav0117_0023Genug jetzt mit dem vielen Gelb – schließlich gibt es noch andere Farben in der bunten, vielfältigen und lebensfrohen Universitätsstadt Marburg.
Grafiken: Sternbald Factory, Sternbald-Foto Hartwig Bambey (c) 2015