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Modernisierung Zwölf Wohnungen im Waldtal – Blockheizkraftwerk versorgt Hausgemeinschaften mit Strom und Wärme


Wo anders als im Keller der 50iger-Jahre-Bauten

Wo anders als im Keller der 50iger-Jahre-Bauten ‚Am Dachsbau‘ 5 und 7 wurde das kompakte Blockheizkraftwerk eingebaut, das Bürgermeister Franz Kahle, links, und Oberbürgermeister Egon Vaupel sich gemeinsam von der GeWoBau vorstellen ließen. Foto nn, GeWoBau

Marburg 03.02.2015 (pm/red) Die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Marburg GeWoBau hat mit einem Investitionsvolumen von 1,03 Mio. Euro und nach einer Modernisierungszeit von etwa einem halben Jahr 12 Wohnungen Am Dachsbau 5 und 7 im Marburger Waldtal an die neuen Mieter übergeben. Herzstück der Maßnahme ist ein Blockheizkraftwerk mit der die Hausgemeinschaft mit Wärme und Strom versorgt wird. Oberbürgermeister Egon Vaupel als Aufsichtsratsvorsitzender der GeWoBau und  Bürgermeister Franz Kahle ließen sich im Rahmen eines Ortstermins das Projekt von der GeWoBau vorstellen. In den Wohnungen, die jeweils 45 Quadratmeter groß sind und neben Wohnküche und Bad über je  2 Zimmer verfügen, finden unbegleitete minderjährige und erwachsene Flüchtlinge sowie Studierende qualifizierten Wohnraum.

Bauleiter Dipl. Ing. Michael Röhrich von der GeWoBau und der technische Prokurist Dipl. Ing Oliver Hanneder erläuterten, dass durch die Erneuerung der Fenster, eines Wärmedämmverbundsystems für die Fassade, durch die Erneuerung der Dacheindeckung und der Dämmung von Kellerdecken und Dach die Gebäudehülle rundum auf einen zeitgemäßen Standard gebracht worden sei. In die Wohnküchen wurde eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert und in die Bäder eine Abluftanlage, um anfallendes Kondensat möglichst schnell nach draußen transportieren zu können. Alle Versorgungsleitungen für Heizung und Sanitär wurden erneuert, ebenso die Elektroinstallation. Die Fußböden haben eine Trittschalldämmung erhalten, neue Fliesen in Bad und Küche wurden verlegt sowie neue Innentüren und Wohnungseingangstüren eingebaut. Haustüren, Briefkasten- und Gegensprechanlagen werden auf eine zeitgemäßen Stand gebracht, beziehungsweise erstmalig eingebaut.

Das Mietshaus aus dem Jahr 1954 wurde bis zu seiner Modernisierung mit Kohle- und Gas-Einzelöfen beheizt. Matthias Knoche, GeWoBau-Prokurist führte aus, dass durch die Wärmedämmung der Bedarf für Wärme und Warmwasser um gut 60 Prozent auf voraussichtlich 40.000 kWh pro Jahr reduziert werde, bezogen auf den Verbrauch. „Etwa 80 Prozent des Wärmebedarf wird künftig über das BHKW gedeckt. Dabei wird die Kühlungswärme des Blockheizkraftwerks zur Erzeugung von Warmwasser und Heizwärme genutzt.“

Erzeugung von 40 Prozent des Strombedarfs
Die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme nutze die Energie zu 90 Prozent aus, im Gegensatz zu konventionellen Großkraftwerken, die Abwärme in Kühltürmen in die Umwelt entlassen und den Brennstoff nur zu etwa 40 Prozent verwerten können. Dadurch kann die Hausgemeinschaft nach Kalkulation der GeWoBau etwa 40 Prozent des Strombedarfs von 19.000 kWh aus dem BHKW decken. Ganz ohne das öffentliche Stromnetz komme die Hausgemeinschaft mithin nicht aus. Immer dann, wenn keine oder wenig Heizwärme oder Warmwasser gebraucht werde, werde auch kein oder weniger Strom produziert. Der verbleibende Strombedarf wird bei den Stadtwerken eingekauft. Andererseits kann es kalte Tage geben, an denen mehr Strom produziert wird, als die Hausgemeinschaft braucht. Dieser Strom wird dann in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Die Kosten des Einbaus der Heizungsanlage lagen bei 73.000 Euro. Bürgermeister Kahle teilte mit, dass die Universitätsstadt Marburg das Projekt aus ihrem kommunalen Klimaschutzfonds mit 15.000 Euro bezuschusst hat.