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Vortrag zur Marburger Universität im Nationalsozialismus

Marburg 19.1.2017 (pm/red) Am Montag, den 23. Januar, wird Dr. Harald Maier-Metz zum Thema „Entlassungsgrund Pazifismus: Die Marburger Universität und der Nationalsozialismus“ referieren. Der Marburger Altorientalist Albrecht Götze wurde Ende 1933 wegen „pazifistischer Einstellung“ entlassen. Wichtiger Grund dafür war sein öffentliches Eintreten für den Heidelberger Statistiker Emil J. Gumbel, der als prominenter Pazifist durch seine Dokumentationen zu militaristischen Geheimbünden, politischen Morden und Klassenjustiz zur Hassfigur der Nationalsozialisten und der politischen Rechten in der Weimarer Republik geworden war.

Der Vortrag gibt Einblick in das akademische Milieu der Universität Marburg vor 1933, beleuchtet Vorgeschichte, Vorgang und Folgen der Entlassung, schildert den Weg ins US-amerikanische Exil und die Auseinandersetzung nach 1945 um eine mögliche Rückkehr Götzes nach Marburg. Die Fragen nach Ursachen und Verantwortlichkeit für die Selbstpreisgabe der Universitäten 1933 sowie die Verfolgung republikanischer, sozialistischer und pazifistischer Gesinnung sind darin eingeschlossen.

Der Vortrag beginnt um 18.30 im Raum +1/0010 im Hörsaalgebäude in der Biegenstraße 14.