Prof. Ursula Birsl: Zunehmender Antifeminismus ist Teil rechter Ideologie

Marburg 14.02.2019 (pm/red)  Antifeminismus werde vor allem von Hochgebildeten und Adligen vorangetrieben – das sagte die Marburger Politikprofessorin Ursula Birsl in ihrem Vortrag über „Antifeminismus (nicht nur) in der radikalen Rechten“ im Stadtverordnetensitzungssaal. Zu dem …

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Das alltägliche Ausblenden von Rassismus – Neues Buch fragt nach den Lehren aus dem Umgang mit dem NSU

Marburg 20.12.2018 (pm/red) Warum wird Rassismus oft nicht wahrgenommen, und welche Lehren lassen sich aus dem NSU ziehen? Das sind die Grundfragen, denen das aktuell erschienene Buch „Leerstelle Rassismus. Analysen und Handlungsmöglichkeiten nach dem NSU“ nachgeht.
Der Sammelband, der von Tina Dürr und Reiner Becker vom Demokratiezentrum Hessen herausgegeben wurde, nimmt den NSU-Komplex zum Ausgangspunkt für die Fragen, wo und wie auch heute Rassismus übersehen und dethematisiert wird.

Denn der Umgang mit den rassistischen Gewalttaten des NSU ist ein Lehrstück dafür, wie Rassismus von Menschen ausgeblendet werden kann, die davon nicht betroffen sind, so die Autorinnen und Autoren der 176 Seiten umfassenden Publikation. Für die Auseinandersetzung mit dem Thema
Rassismus stellen sich dabei zentrale Fragen wie:

Welche gesellschaftspolitischen Mechanismen tragen dazu bei, dass Rassismus und seine Wirkung auf die Betroffenen von der Mehrheitsgesellschaft oftmals nicht gesehen werden? Warum dominieren, wie im Fall des NSU, die Sichtweisen auf rassistische Täter und ihre Motive, nicht aber die Sichtweisen der Menschen, die von Rassismus betroffen sind?
Wie kann die Perspektive (potenziell) Betroffener sichtbarer gemacht werden, um in der öffentlichen Wahrnehmung die „Leerstelle Rassismus“ zu füllen?

Die Autoren und Autorinnen aus Wissenschaft und Praxis ergründen dabei die Frage, welche gesellschaftlichen Mechanismen auch aktuell dazu beitragen, dass Rassismus oftmals nicht wahrgenommen wird, gleichwohl aber Wirkung für die Betroffenen entfaltet. Handlungsfelder wie
etwa Schule, Medien, Sicherheitsbehörden oder Formen des öffentlichen Erinnerns werden auf „Leerstellen“ im Hinblick auf Rassismus beleuchtet.

Der Sammelband knüpft an eine gleichnamige Tagung an, die das Demokratiezentrum im Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus im Jahr 2016 in Kassel veranstaltete.
Das Buch ist im Wochenschau Verlag erschienen und kostet 22,90 Euro.

Tina Dürr, Reiner Becker (Hg.), Leerstelle Rassismus? Analysen und Handlungsmöglichkeiten nach
dem NSU
Frankfurt/M. 2019, Wochenschau Verlag,
ISBN: 978-3-7344-0609-6 (Print) / 978-3-7344-0610-2 (PDF)