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Amphibienwanderung: Straßensperren sollen Tiere und Autofahrer schützen

Amphibienwanderung über Straßenasphalt. Foto nn

Marburg 14.02.2019 (pm/red) Wegen der alljährlichen Amphibien-Wanderung werden von Freitag, 15. Februar bis voraussichtlich Sonntag, 21. April 2019, die Straßen zwischen Marburg-Ronhausen und Weimar-Argenstein (ehemalige Kreisstraße 42) sowie zwischen den Weimarer Ortsteilen Roth und Niederwalgern (Kreisstraße 59) in den Nachtstunden gesperrt.

Gesperrt wird die Straße zwischen Ronhausen und Argenstein mittels einer festen Schranke. Zwischen Roth und Niederwalgern möchten die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, die Gemeinde Weimar, die Universitätsstadt Marburg und Naturschützer der NABU-Ortsgruppe Fronhausen mit mobilen Absperrungen die unfallfreie Wanderung von Kröten und Molchen gewährleisten. Die Straßensperrungen dienen nicht nur dem Schutz der Amphibien sondern auch der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Die Straßen werden in der Zeit zwischen 19:00 Uhr abends und 6:00 Uhr morgens gesperrt.

Mit dem Ende des Winters, wenn die Temperaturen im für Amphibien angenehmen Bereich sind und auch noch feuchtes, regnerisches Wetter bei einsetzender Dämmerung herrscht, machen sich Erdkröte und Co. auf den Weg von den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern um sich fortzupflanzen. Auf ihrem gewohnten Wanderweg geraten die Amphibien immer häufiger in große Gefahr, im schlimmsten Fall gar unter die Räder. Eine Erdkröte benötigt zum Beispiel bis zu zwanzig Minuten, um eine 15 Meter breite Straße zu überqueren.

Allein in Hessen werden jährlich rund eine Millionen Amphibien überfahren, die das Vorkommen der Amphibien gefährdet. Darum ist es notwendig die Straßen während der Amphibienwanderung zeitweise zu sperren. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigen aber auch, dass die Straßensperrungen wirkungsvoll sind und die Amphibien effektiv geschützt werden.

Daher bitten alle beteiligten Behörden und auch die Polizei die Verkehrsteilnehmer, diese Sperrungen zu beachten und damit auch die ehrenamtlich Tätigen vor Ort bei ihren täglichen und nächtlichen Einsätzen zu unterstützen. Die bevorstehende Wanderung an der Kreisstraße 59 wird tatkräftig von Ehrenamtlichen vor Ort, den Mitgliedern der NABU-Ortsgruppe Fronhausen und Mitarbeitern der Gemeinde Weimar begleitet. Sie übernehmen den täglichen Auf- und Abbau der Sperreinrichtung.

Schilder werden auf die Sperrungen hinweisen. Sollte eine längere Kälteperiode die Amphibienwanderung unterbrechen, so wird die Straßensperrung für diesen Zeitraum aufgehoben. Gleiches gilt für den Fall, dass die Wanderung vor dem 21. April 2018 abgeschlossen sein sollte.

Hintergrund

Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibien-Arten liegt darin, dass die wechselwarmen Wirbeltiere, sobald sie ausgewachsen sind, zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber bei der Fortpflanzung noch an das Wasser gebunden sind. Die Amphibien legen auf ihrem Wanderweg von den Winterquartieren zu den Laichgewässern zum Teil Entfernungen von mehreren Kilometern zurück, wie beispielsweise die Erdkröte, die bis zu zweieinhalb „wandert“. Nicht selten werden weitere Strecken sogar in mehrtägigen Etappen absolviert. Nachdem sich die Tiere fortgepflanzt haben, begeben sie sich wieder zurück in das meist weit entfernte Sommerquartier. In der Regel sind die Tiere sehr ortstreu und leben dort bis zum Herbst in einem kleinen Revier.