Einsamkeit im Alter: Eine Bratwurst beim Stadtfest mitzuessen, wäre schon schön gewesen

Marburg 15.07.2019 (pm/red) „Wir haben Dich nicht gefragt, ob Du zum Stadtfest mitkommen willst, es ist doch zu beschwerlich für Dich“. Es stimmt, denkt die angesprochene, ältere und behinderte Person. Es wäre zu beschwerlich, aber …

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Medizinische Versorgung auf dem Rückzug: Die Frauenklinik des Diakoniekrankenhaus Marburg-Wehrda wird geschlossen

Marburg 08.05.2019 (red) Es ist die Medlung des Tages und der Woche: Die Frauenklinik des Diakoniekrankenhaus Marburg-Wehrda wird geschlossen – aus wirtschaftlichen Gründen. Wer kann dies schon gut finden – außer dem UKGM als zukünftigen Alleinanbieter in Marburg und der Region. Wen würde es wundern, dass diese schlechte Nachricht sofort „besorgte“ Politikerstimmen auf den Plan ruft:
Landrätin Kirsten Fründt und Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies würden die Entscheidung der Diakonie bedauern, „die gynäkologische und geburtshilfliche Station am Diakonie-Krankenhaus in Wehrda zu schließen.“ Gleichzeitig „begrüßen sie es, dass das Diakonie-Krankenhaus gemeinsam mit dem UKGM die Übergangsphase bis zur Schließung zum Ende des Jahres 2019 gemeinsam gestalten“ wollen, heißt es gleich im nächsten Satz. Gerade so als ob dies überhaupt anders sein könnte. Doch bekanntlich leben wir längst in einem Zeitalter, in dem die Gesundheit zur Ware und damit zum Gegenstand von Profitinteressen geworden ist.

Den Rest der euphemistischen gemeinsamen Presssemitteilung von Oberbürgermeister und Landrätin möchte die Redaktion den LeserInnen ersparen. Wortmüll, Beschönigungen, Politikergeschwätz. Es bleibt die Stellungnahme von der privatisierten Uniklink Marburg (UKGM). Die beginnt mit Heuchelei in Reinform: „Die geplante Schließung der Geburtshilfe am Diakonie-Krankenhaus Wehrda zum 31. Dezember dieses Jahres bedauern wir sehr“, wird verlautbart. Dabei kann sich doch freuen und die Hände reiben ob des kommenden Zuwachses an Patientinnen und der damit verbundenen Umsätze, derwachsenden Auslastung etc..

Auch dieser Satz ist bemerkbar: „Alle schwangeren Frauen können auch in Zukunft ihre Kinder in Marburg zur Welt bringen.“ Das ist ja richtig gut. Sie müssen also nicht nach Kassel, Gießen oder Frankfurt reisen, auch abtreiben müssen sie nicht, denn die Frauenklinik des Universitätsklinikums stehe „jetzt und selbstverständlich auch in Zukunft allen Frauen und werdenden Eltern medizinisch und pflegerisch rund um die Uhr bei der Geburt ihres Kindes mit Rat und Tat zur Verfügung.“

Na dann können ja alle Frauen, Eltern, werdende Eltern und hoffnungsfrohe Großeltern beruhigt sein. Es geht alles weiter, bestens. Es gibt dann eben nur eine Fachklinik weniger im Oberzentrum Marburg, wo seit Jahrhunderten Ärzte ausgebildet werden. Was soll´s, die Zukunft gehört sowieso der Digitalmedizin mit Fernversorgung.