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Marburg 2808.2019 (pm/red) Wo verdienen die Menschen am meisten? Wie unterscheidet sich regional die Lebenserwartung von Neugeborenen? Wo ist der Weg zum Arbeitsplatz für Beschäftigte besonders weit? Und wie gut sind kleine und mittelgroße Zentren …

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Hauptsache nicht untätig – Deutschkurs bietet Erstorientierung und Wertevermittlung für Geflüchtete

Marburg 20.06.2019 (pm/red)  Damit Geflüchtete, die aus verschiedenen Gründen noch keinen Zugang zu den üblichen Integrationskursen bekommen, nicht untätig warten müssen, hat Arbeit und Bildung e.V.  zum vierten Mal den kombinierten Kurs aus Deutschunterricht und Erstorientierung und Wertevermittlung angeboten. Vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert, richtet sich der fünf-monatige Kurs an geflüchtete Menschen im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit noch unklarer oder schlechter Bleibeperspektive. Die 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Aserbaidschan, Syrien, Palästina, Iran, Somalia, Eritrea und Pakistan haben ihre Zertifikate für den erfolgreichen Abschluss erhalten.

Mohanad aus Syrien ist 21 Jahre alt. Er möchte eine Ausbildung als Krankenpfleger machen. Er lebt erst seit 6 Monaten in Deutschland und weiß, dass seine einzige Chance, im Land zu bleiben, eine dreijährige Ausbildung ist. Bekommt er eine Ausbildungsduldung kann er mit der sogenannten 3+2-Regelung anschließend sogar noch zwei Jahre lang in dem Beruf arbeiten. Am liebsten möchte er danach Medizin studieren, um Arzt zu werden. Er sagt mit flüssigem Englisch: „Der Kurs ist für mich wie eine kleine Familie und wir haben eine Struktur in unserem Alltag“. Der engagierte Syrer erzählt, dass er in Griechenland für Hilfsorganisationen übersetzt hat. Er möchte einfach Menschen helfen, sagt er.

Die 29-jährige Lala aus Aserbaidschan hat im Heimatland Geologie und Kartografie studiert. Das Wichtigste für sie ist zunächst, gut Deutsch sprechen zu können. Sie würde gern eine Ausbildung als Flugbegleiterin machen.

Mit Hilfe von diversen Exkursionen haben Mohanad und Lala mit den anderen Kursteilnehmenden die deutsche Sprache in alltäglichen Situationen wie Einkaufen, zum Arzt gehen, Bücher von der Stadtbücherei ausleihen, geübt und angewandt. Sie waren zum Beispiel auf dem Wochenmarkt sowie bei der Agentur für Arbeit in Marburg und auch das Senckenberg Museum in Frankfurt haben sie besucht. „Sie können sich dadurch im Alltag besser zurechtfinden. Und es werden Ihnen wichtige Anlaufstellen gezeigt, die sie für das Leben hier in Deutschland brauchen“, sagt Kursleiterin Adriana Beleva.

Einige Teilnehmende berichten, dass sie nachts nicht gut schlafen können aus Angst vor Abschiebung. Trotzdem stehen sie jeden Morgen auf, um nach Marburg zu fahren und drei Stunden am Tag Deutsch zu lernen. „Sie wissen die Chance, die sie durch den Kurs bekommen, sehr zu schätzen“ sagt die Kursleiterin.