Der fremde Ferdinand – Literarische Spurensuche von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz entdeckt Ferdinand Grimm

Kassel 12.01.2021 In Kassel kennt jeder die Brüder Grimm Jacob und Wilhelm, beide hochbegabt und erfolgreich, die übrigen vier Geschwister Carl, Ferdinand, Ludwig Emil und Charlotte sind dagegen den wenigsten bekannt. „Die andere Bibliothek“ hat …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Filmfest OpenEyes, Kultur

107 Filme beim 26. OpenEyes Filmfest Marburg – Internationales Kurzfilmfestival 24. bis 28. Juli 2019

Das OpenEyes Kurzfilmfestival ist eine feste Größe  auf den Afföllerwiesen und bietet 2019 Filme aus 22 Ländern. Foto Sternbald-Archiv Hartwig Bambey

Marburg 22.07. 2019 (pm/red) Wo im letzten Jahr anlässlich des Jubiläums ein Blick zurück in die 25-jährige Vergangenheit geworfen wurde und der Fokus auf analogen Filmtechniken und Retro-Ästhetiken lag, haben die MacherInnen für die erste Ausgabe des Marburger OpenEyes Filmfestes des neuen Vierteljahrhunderts einen Moment innegehalten. Sie benennen vorab einge Fakten: 107 Filme aus 22 Ländern, gezeigt in 5 Open-Air und 8 thematischen Filmblöcken, konkurrieren in dieser Festivalausgabe um die Gunst des Publikums. Aus über 1.000 Einsendungen kuratiertes Wettbewerbsprogramm, zahlreiche Premieren, vielfältiges Rahmenprogramm: Das internationale Open-Air Festival zeigt neueste Kurzfilme im Publikumswettbewerb und widmet sich in diesem Jahr den Schwerpunkten Reflexion und Standbild.

Unter dem diesjährigen Festivalschwerpunkt REFLEXION | STANDBILD geht es entsprechend um gedankliche Abläufe, um praktische und theoretische Spiegelungen, Prozesse des Vorankommens und auch jene der Stagnation – für ein Filmfest, das im 26. Jahr zum Teil noch vor ähnlichen Herausforderungen steht wie zu Anfang, verortet in Marburg, einer Stadt, die durch ihre pittoresken Ecken und ihr Flair manchmal selbst wie ein Standbild wirken kann, scheinbar passend.
Doch auch für Bewegung – zumindest die filmische – ist beides elementar.

Der Kinofilm besteht bis heute aus einer festgelegten Frequenz von Standbildern – jenen berühmten frames per second, die erst die Kinematografie, wortwörtlich also den Film als Beschreibung von Bewegung, bewirken. Das Wort Reflexion bündelt ein ganzes Set von Bedeutungen: Es kann Spiegelung, die Widerspiegelung sowie die Bespiegelung bedeuten und nimmt hierüber den Pfad zur vertieften gedanklichen Auseinandersetzung auf. Ohne die Reflexion des Lichts auf der Leinwand bleibt Bewegung ungesehen. Insbesondere Filmfestivals reflektieren immer ein Bild des Still- bzw. Ist-Zustandes der Gegenwart und unsere aus über tausend Einreichungen kuratierte Zusammenstellung zum Festivalthema verdichtet sich in diesem Sinne zu einem Standbild der Reflexion der Dinge.

Die bisherigen bekannten und beliebten Themenblöcke zu den Wettbewerbskategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm werden entsprechend in diesem Jahr durch zwei Sonderblöcke erweitert.

Einzelne Filme zu den Festival-Schwerpunkten sowie Filme aller anderen Wettbewerbskategorien werden auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen Garten des g-Werk-Geländes gezeigt, der aufgrund des häufig ausverkauften Programms durch kreative Sitzmöglichkeiten erweitert wurde. Vor allem im durchmischten abendlichen Open-Air Programm wird auch viel Kurzweiliges und Unterhaltsames geboten.

Die Tatsache, dass beim Kuratieren der Filmauswahl eines Festivals nicht immer Einigkeit herrscht, reflektieren wir zum ersten Mal auch in einem Open-Air-Filmblock. Am Sonntagabend zeigen wir die Filme im Wettbewerb, die in der Vorauswahl für das Festival große Kritik, gleichzeitig aber auch große Unterstützung erhielten. Über die besten Filme soll hier natürlich, wie an allen anderen Tagen auch, das Publikum entscheiden.

Im gesamten Wettbewerb des Festivals treten in diesem Jahr so viele Deutschland-, Europa- und Weltpremieren gegeneinander an, wie noch in keinem Jahr zuvor.

Einige Filme der diesjährigen Wettbewerbsauswahl feierten bereits auf renommierten Filmfestivals wie Cannes oder Locarno erste Erfolge – gezeigt werden sie zum ersten Mal in Deutschland. Europäische Filme finden sich genauso im Wettbewerb, wie Filme aus Südamerika, Russland, Asien und Afrika – zum Teil ohne bisherige Festival-Aufführung überhaupt. Selbstverständlich ist auch ein großer Anteil beliebter oder brandneuer deutscher Kurzfilme in der Wettbewerbs-Auswahl, darunter sind auch hessische Filmschmieden vertreten.
Es werden auch wieder viele Filmschaffende aus der ganzen Welt anreisen und persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu vertreten, vorzustellen und den Austausch mit dem Publikum zu suchen, teilen die Veranstalter mit.

OpenEyes Filmest Rahmenprogramm abseits des Filmwettbewerbs
Dass ein Film eine Aneinanderreihung von Standbildern darstellt, soll in einer Stopmotion-Werkstatt verdeutlicht und erprobt werden. In Zusammenarbeit mit der Marburger Sommerakademie wird sich am Morgen nach der rauschenden Eröffnung in dem Zeichenkurs „Stillleben zeichnen – Impressionen einer Filmnacht“ noch einmal ganz anders diesen Begriffen genähert.

Insbesondere für lokale Kurzfilme gibt es auch in diesem Jahr wieder das Garagenkino. Das beliebte Mini-Festival im Festival zeigt mit seinem OpenScreen sogar spontan Eingereichtes. Dort findet am Samstagabend, passend zum diesjährigen Motto, ein ‚Storyboardpitch‘ statt, bei dem keine Filme, sondern nur Filmideen, skizzierte Standbilder eines Filmprojektes, dem Publikum präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Pulsierende Lichtreflexionen, die Körper wie eingefrorene Statuen dastehen lassen, entstehen durch Stroboskope. Die Party Still.Framing am Samstagabend bietet Festival-Blitzgewitter in einer ganz anderen Form und fünf weibliche DJs sorgen für den passenden technoiden Sound.

Wem das zu hektisch klingt, der ist wahrscheinlich bei der Opening-Party am Mittwoch besser aufgehoben oder kommt zum Standbildbingo am Freitag in die Bar, der ultimativen Verquickung von Senior:innen-Entertainment, Filmstills und Musik.

Reflektierend, innehaltend aber trotzdem perspektivisch: Für die 26. Ausgabe hat sich vieles geändert und manches so gut wie nicht. Vor allem nicht die Garantie für wundervolle Sommernächte und außergewöhnliche Filmkunst in interessantem Ambiente, wird versprochen.