Corveyer Bücherschatz:  Universitätsbibliothek Marburg digitalisiert mittelalterliche Handschriftenbestände der Klosterbibliothek Corvey

Marburg 15.08.2019 (pm/red) Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisation von 1803 wurde sie endgültig aufgelöst und der übrige Bestand größtenteils zerstreut. Heute ist der Aufbewahrungsort von ungefähr 160 …

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Der Burgwald, das Wasser und der Stadt-Land-Konflikt

Marburg 11.07.2019 (pm/red) Am Montag, 15. Juli, referieren Dr. Anne Archinal (Burgwald) und Dr. Hans-Otto Wack (Vogelsberg) im Rahmen der Ringvorlesung „Konflikte in Gegenwart und Zukunft“.  Seit 1879 importiert Frankfurt in steigendem Maße Grundwasser aus dem Umland und tritt damit in Konkurrenz zum dortigen Naturraum. Seit 2017 speisen sogar die über 100 Kilometer entfernten Wasserwerke Wohratal und Stadtallendorf aus dem Burgwaldbereich in das gewaltig gewachsene Fernwassernetz ein. Und der Durst des expandierenden Ballungsraums nimmt weiter zu.

Damit droht im Zuge des Klimawandels vielen betroffenen Gewinnungsgebieten ein verhängnisvoller Raubbau. Was nicht sein müsste, da der Ballungsraum Rhein-Main eigentlich über genügend eigenes Wasser verfügt. Doch das dortige, oft verschmutzte Grundwasser aufzubereiten ist teuer. Und so hat sich im Laufe der Jahre ein profitabler, aber auch risikoreicher Handel mit Fernwasser etabliert, der bei genauem Hinsehen gesetzeswidrig ist.

Schon seit den 70ern des letzten Jahrhunderts leisten viele Fernwassergewinnungsgebiete heftigen Widerstand gegen das Ausbeuten ihrer Wasserressourcen. Mit Erfolg: in den letzten Jahren zeichnen sich echte Lösungen für diese vordergründig als klassischer Stadt-Land-Konflikt angesehenen Auseinandersetzungen ab. Allerdings nur auf dem Papier. Es fehlen die Taten.

Damit steht das Burgwaldwasser, das nach Rhein-Main fließt, exemplarisch für den heute alles beherrschenden Grundsatzkonflikt zwischen existentieller Daseinsvorsorge und kurzsichtigem betriebswirtschaftlichem Gewinnstreben, sowie klaren Handlungsnotwendigkeiten und mangelnder Umsetzung. Anhand der nur scheinbar trivialen Frankfurter Wasserversorgung erschließt sich aber auch, wie verblüffend einfach solche Konflikte gelöst werden könnten. Wenn denn eine Lösung überhaupt gewollt wird.

Der Vortrag am Montag, 15. Juli findet ab 18.30 Uhr in Raum +1/0010 des Uni-Hörsaalgebäudes in der Biegenstraße 14 statt.