Speicherung von Kohlenstoff im Ökosystem und Substitution fossiler Brennstoffe Klimaschutz mit Wald

Kassel 25.02.2021 Gastbeitrag von E. D. Schulze | J. Rock | F. Kroiher | V. Egenolf | N. Wellbrock | R. Irslinger | A. Bolte | H. Spellmann Ein Team von Wissenschaftlern aus dem Max-Planck-Institut …

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Gegen das Vergessen ankämpfen – Erinnerungskultur an den Kaufmännischen Schulen Marburg

Ricardo Laubinger und sein Ensemble (untere Reihe) gemeinsam mit Schülern des Geschichtskurses sowie Abteilungsleiter Johannes Wick (links) und Geschichtslehrer Lars Wirth (rechts). Foto nn, KSM

Kassel 28.11.2019 (pm/red) Vierzehn Jahre alt ist Bertha Weiss, eine deutsche Sintiza, als sie zusammen mit ihren Angehörigen am 16. Mai 1949 von den Nationalsozialisten von Hamburg aus nach Polen in Konzentrationslager verschleppt wird. Sie erlebt fünf schreckliche, leidensvolle Jahre, bevor die Alliierten sie befreien. Als Einzige von mehr als 60 Angehörigen der Familie Weiss überlebt Bertha den Holocaust. Auch nach dem Ende der NS-Herrschaft erlebte sie weiter Ausgrenzung und Diskriminierung. Von ihrem Schicksal, das stellvertretend für das vieler Sinti-Familien steht, erzählte Ricardo Laubinger, Sohn von Bertha Weiss und Vorsitzender der Sinti-Union Hessen in der Aula der Kaufmännischen Schulen Marburg.

Rund 200 Oberstufenschüler folgen seinen Ausführungen still. Als danach noch Schüler des Geschichtskurses Ausschnitte aus seinem Buch „Und eisig weht der kalte Wind“ vorlesen, in dem er diese schrecklichen Erfahrungen seiner Mutter literarisch verarbeitet hat, wird aus der Stille Betroffenheit und tiefes Erschrecken über die dort genannten Gräuel.

Laubinger gelingt es, die Schüler für den besonderen Lebens- und Leidensweg der Sinti zu sensibilisieren, deren Ausgrenzung auch mit Ende des Dritten Reiches nicht zu Ende ging. Durch die von ihm, Macho Rose, Taylor Pauken-Reinhardt und Titi Bamberger mit Violine, Gitarren und Gesang dazu vorgetragenen Lieder macht er die Sinti-Kultur für die Schüler lebendig und greifbar.

„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon“, zitiert er den Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, der zeitlebens gegen das Vergessen kämpfte. Gegen das Vergessen will auch Laubinger ankämpfen, dabei seine Zuhörer aber nicht anklagen, sondern nachdenklich machen.

Mit einer gut gelungenen Mischung aus Musik, Erzählungen und Lesungen entsteht eine besondere Stimmung, die das Gehörte und Gesehene nachhaltig in den Köpfen und Herzen der Schüler verankert und hilft, gegen das Vergessen anzukämpfen.