Willingshausen deja vue ? Wursthimmel und Scheunentor serviert von Janosch Feiertag

17.10.2021 (red) Endlich wieder eine Kunstausstellung in Willingshausen, könnte in den Kopf kommen, wer sich in diesem Oktober die Präsentation von Janosch Feiertag in der Kunsthalle anschaut. Besucher/in erwartet eine Ausstellung, die Position bezieht mit …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Hessen, Wohnen

Hessischer Architektentag 2019: Architekten sehen unentdeckte Potenziale für neuen Wohnraum

Kassel 14.11.2019 (pm/red) Architekten und Stadtplaner zeigten beim diesjährigen Treffen ihres Berufsstands am 12. November in Neu-Isenburg Chancen auf, wie und wo guter Wohnraum entstehen kann. „Wie kann das derzeitige Wohnraumpotenzial der verfügbaren Flächen in vollem Umfang ausgenutzt werden? Wie sehen flexible neue Formen des städtischen Wohnens aus? Wie gelingt durch Transformation und Innovation nachhaltiger Wohnungsbau?“ mit diesen und anderen Fragestellungen eröffnete Brigitte Holz, als Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen Gastgeberin der Tagung mit rund 700 Teilnehmern, den Hessischen Architektentag 2019.

In ihrer Eröffnungsrede erklärte Holz: „Bei der Weiterentwicklung von Städten und Gemeinden müssen wir genau hinschauen, welche ungenutzten Potenziale noch vorhanden sind. Die Lösung kann nicht nur darin bestehen, neue Flächen auszuweisen. Wir sollten Städte und Kommunen entsprechend ihrer jeweiligen Identität weiterbauen, sie durch Umnutzungen, Aufstockungen und Arrondierungen mit hoher Qualität nachverdichten.“ Eine Stadt sei nur attraktiv, solange sie Wohnungen für alle biete. Entscheidend seien dabei auch ansprechend gestaltete Freianlagen, begrünte Fassaden und Dachflächen. Dichtere Bebauungen erfordern ein ansprechendes Wohnumfeld. „Eine gute Freianlagenplanung trägt zu Klimaschutz und Klimaanpassung bei. Konstruktives Weiterbauen am Bestand statt leichtfertiger Abriss sollte das Credo sein“, so Holz weiter.

Die Spitzenvertreterin der hessischen Architekten und Stadtplaner beschrieb die Problematik steigender Bodenpreise in der Rhein-Main-Region: „Immer mehr Menschen zieht es aufgrund lukrativer Arbeitsplätze in die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Doch Attraktivität hat ihren Preis. Neuer, insbesondere bezahlbarer Wohnraum wird in allen Oberzentren der Region dringend benötigt. Die verfügbaren Bauflächen sind knapp und die Bodenpreise steigen ins Unermessliche. Ein Investment im Wohnungsbau ist vielfach nur noch im hochpreisigen Segment wirtschaftlich. Hier müssen wir gegensteuern.“

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir griff in seinem Grußwort die Überlegungen zum Großen Frankfurter Bogen auf: „Wir wollen, dass alle Menschen in Hessen eine gute Wohnung zu einem angemessenen Preis finden. Wir haben keinen flächendeckenden Wohnungsmangel in Hessen, wohl aber einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Ballungszentren. Der Große Frankfurter Bogen schafft den Raum, den wir brauchen, damit alle, die in Frankfurt-Rhein-Main arbeiten, eine bezahlbare Wohnung und ihre Heimat finden können. Dabei richten wir uns nach den Schienenverbindungen in der Region, sie sind die Lebensadern, in deren Nähe die Menschen im Rhein-Main-Gebiet leben und arbeiten.

Darum bieten wir allen 54 Städten und Gemeinden des Großen Frankfurter Bogens eine besondere finanzielle Unterstützung und Hilfe bei der Baulandgewinnung an. Das ist unsere Antwort auf die vielfältigen und oft konträren Herausforderungen der Region: Zuzug, Verkehr und Flächenverbrauch. Wenn wir alle anpacken, werden wir in dieser Legislaturperiode eine spürbare Entlastung des Wohnungsmarkts erreichen.“

Die Referenten des Hessischen Architektentags stellten aktuelle Studien zu ungenutzten Wohnraumpotenzialen in zentralen Lagen vor und zeigten Handlungsoptionen für eine aktive Bodenpolitik auf. Sie beleuchteten neue Wohnformen und präsentierten Beispiele ressourcenschonenden Bauens durch Umnutzung und nachhaltige Materialwahl.

Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen setzte die Themenreihe der vergangenen Hessischen Architektentage mit der Veranstaltung 2019 fort. Nach der Beleuchtung der Frage nach kostengünstigem Wohnraum für alle im Jahr 2016, der Analyse des Zukunftsbilds Wohnraum in mittel- und kleinstädtischen sowie ländlichen Räumen 2017 und der Beschäftigung mit Smart Home – Wie werden wir in Zukunft wohnen im vergangenen Jahr, schloss sich 2019 der Kreis mit dem Fokus auf ungenutzten Potenzialen für den Wohnungsbau.

Neben AKH-Präsidentin Brigitte Holz und dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir referierten beim Hessischen Architektentag 2019: Prof. Dr.-Ing. Karsten Ulrich Tichelmann von der TU Darmstadt (Potenziale – Ungenutzte Flächen für bezahlbaren Wohnraum), Jan Knikker von MVRDV (Multiplizität – Hybride, multifunktionale Konzepte für den urbanen Raum), Nils Buschmann, Architekt, von ROBERTNEUN (Robust – Urbanes Wohnen), Ricarda Pätzold, Deutsches Institut für Urbanistik (Transformation – Strategien einer aktiven Bodenpolitik), Prof. Dr. Thomas Jocher, Architekt, Universität Stuttgart, TU Darmstadt und Tongji University Shanghai (Perspektive – Wendepunkte im Wohnbauen) sowie Sibylle Bornefeld, Architektin, von Sauerbruch Hutton (Innovation – Wood is the new good).