Nutzungsverzicht im Wald schadet Wald und Klima:  Nabu Hessen fordert eine großzügige Ausweisung von Wald-Wildnisgebieten

Kassel 08.01.2020 Gastbeitrag von Roland Irslinger | In der Wohlfühl-Ökoszene um Autor Peter Wohlleben herrscht die Meinung, man solle wegen des Klimaschutzes den Wald besser in Ruhe lassen statt ihn zu nutzen. In einer Studie …

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Beeinflussen Bitcoins das Klima?

Kassel 14.01.2020 (pm/red) Bei der Kryptowährung Bitcoin handelt es sich um ein Zahlungsmittel, das auch gerne als Spekulationsobjekt wahrgenommen wird. Ganz egal, aus welchem Blickwinkel die Kryptowährung begutachtet wird – sie ist ein wahrer Stromfresser. Der Schadstoffausstoß, der hier verursacht wird, sollte nicht unterschätzt werden.

Noch gibt es nur Schätzungen

Bitcoins entstehen im Rahmen des Mining-Prozesses. Dabei geht es in erster Linie darum, dass Rechenoperationen – so schnell wie möglich – gelöst werden. Da diese mit der Zeit immer schwieriger geworden sind, benötigt man heute schon recht starke Rechner, um dann Belohnungen in Form von Bitcoins zu bekommen. Doch die Rechenpower ist nicht nur teuer, sondern benötigt auch noch extrem viel Strom. Ist der Bitcoin also eine Belastung für das Klima?

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es nur Schätzungen. Keiner kann genau sagen, wie hoch der Stromverbrauch tatsächlich ist, der von den aktiven Minern verursacht wird. Denn es ist nicht klar, welche PC-Hardware zum Einsatz kommt. Des Weiteren ist der Markt derart volatil, sodass es immer wieder zu Preisänderungen kommt. So wissen die Bitcoin Trader sehr wohl, dass der Bitcoin zu Beginn der Woche bei 8.000 US Dollar liegen und bereits am Mittwoch an der 9.000 US Dollar-Grenze kratzen oder auf 7.500 US Dollar abgestürzt sein kann. Man braucht also sehr wohl starke Nerven, wenn man in den Kryptomarkt investiert.

Im Sommer hat sich ein Team aus Wissenschaftlern, das an der Technischen Universität München arbeitet, mit dem Stromverbrauch befasst. Dabei wurde anhand der IP-Adressen bestimmt, von welchen Quellen der Strom bezogen wird. Des Weiteren haben die Wissenschaftler einen Zugriff auf die Herstellerdaten der Bitcoin-Hardware und auch deren Kunden, die in Mining-Pools waren, bekommen. Mit der Suchmaschine Shodan hat man zudem auch nach entsprechenden Bitcoin-Geräten gesucht, die im Zuge des Mining-Prozesses zur Anwendung gekommen sind.

Bitcoin ist wohl gleichauf mit Dänemark

Das Ergebnis? Die Forscher haben errechnet, dass pro Jahr um die 46 Terrawattstunden Strom verbraucht werden. Das bedeutet einen durchschnittlichen Jahresausstoß von 22 Megatonnen an Kohlenstoffdioxid. Der Mining-Prozess verursacht somit genauso viel Kohlenstoffdioxid wie Bolivien. Zu beachten ist, dass sich die Forscher zu einem Zeitpunkt mit dem Bitcoin befassten, als dieser bei 5.000 US Dollar lag. Verglichen mit dem Jahresanfang 2020, als sich der Bitcoin bei 8.000 US Dollar bewegte, ein recht niedriger Wert.

Der von Alex de Vries verwaltete Bitcoin Consumption Index schätzt den durchschnittlichen Verbrauch weitaus höher. So geht man davon aus, dass der jährliche Stromverbrauch bei 73 Terrawattstunden liegt. Das würde einen Ausstoß von 33 Megatonnen an Kohlenstoffdioxid bedeuten – somit würde man auf derselben Ebene wie Dänemark liegen.

Gibt es Alternativen?

Von Coinshare, einer Firma, die Investments in digitale Währungen anbietet, werden nach eigenen Aussagen rund 70 Prozent der gebrauchten Energie mit erneuerbaren Energien abgedeckt. Damit sind einerseits die Miner gemeint, die dann den Strom aus einem in der Nähe befindlichen Windpark beziehen, andererseits werden auch „gestrandete erneuerbare Energien“ herangezogen. Das sind etwa Anlagen, die weitaus mehr Strom erzeugen, als überhaupt benötigt wird.

Es gibt auch alternative Kryptowährungen, die vollkommen andere Lösungen aufzeigen, da diese nicht auf den sogenannten Proof of Work-Mechanismus setzen, der etwa auch von Bitcoin verwendet wird. Das beste Beispiel mag hier Facebooks Kryptowährung Libra sein, die noch im Jahr 2020 auf den Markt kommen soll. Die Inhalte der Blockchain werden hier von einer zentralen Stelle verwaltet. Somit gibt es weniger Miner – und es ist auch weniger Hardware erforderlich, damit Transaktionen durchgeführt werden können. Jedoch ist umstritten, wie sicher dieser neue Mechanismus tatsächlich ist. Denn am Ende muss man sich auf eine zentrale Instanz verlassen, die sodann die Rolle des Kontrollinstruments übernommen hat.