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In der Tourismuswirtschaft gewinnt Nachhaltigkeit  an Bedeutung

Kassel 14.01.2020 (pm/red) Nach zehn Rekordjahren in Folge laufen die Geschäfte der Tourismuswirtschaft nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau – so die Ergebnisse der aktuellen DIHK-Saisonumfrage Tourismus Herbst/Winter 2019/20. Zwar seien die Geschäftserwartungen in allen Branchen des Tourismus im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, die Mehrheit der Unternehmen gehe aber von mindestens gleichbleibenden Geschäften aus. „Die Wirtschaftsleistung des Tourismus steigt weiter an, die Entwicklung verliert allerdings an Dynamik“, kommentiert der Vorsitzende des Ausschusses für den ländlichen Raum und Tourismus der IHK Kassel-Marburg Fabian von Berlepsch (Schloss Berlepsch) die aktuelle Saisonumfrage Tourismus des DIHK.

„Die Diskussion um den Klimawandel und Nachhaltigkeit im Tourismus sowie der Fachkräftemangel sind aktuelle Themen, die wir in unserem IHK-Ausschuss auch auf der Themenagenda haben. Das Thema Nachhaltigkeit müsse die Tourismusbranche als Chance begreifen. Die nordhessischen Betriebe seien da schon teilweise gut unterwegs. Bereits 26,3 % der nordhessischen Betriebe würden ihren Investitionsschwerpunkt auf den Umweltschutz legen“, so von Berlepsch.

Zuwachs der Investitionsabsichten der Unternehmen verliert an Dynamik
Insgesamt beabsichtigen die Unternehmen der Tourismuswirtschaft in der kommenden Saison mehr zu investieren; der Zuwachs falle jedoch ebenfalls schwächer aus als zuvor. Weniger Mittel einsetzen wollen Caterer und sonstige Verpflegungsdienstleister. Die deutliche Eintrübung der Geschäftserwartungen in der Gesamtwirtschaft, die sich im Sommer bereits im Messe- und Kongresstourismus bemerkbar machte, scheint nun auch in dieser Branche angekommen zu sein. Auch Reisebüros wollen weniger investieren. Der Grund: Viele von ihnen waren eng an Thomas Cook gebunden und bekämen zu spüren, dass das Vertrauen der Kunden in Pauschalreisen Kratzer bekommen habe.

Die Betriebe in der Tourismusbranche wollen zwar Personal einstellen, allerdings weniger als im Vorjahr. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer möchten an der Beschäftigungssituation nichts ändern. Diese Tendenz ist bei Gasthöfen besonders ausgeprägt. In der Reisewirtschaft hingegen planen vor allem touristische Verkehrsunternehmen vorsichtiger.
Gleichzeitig stelle der Fachkräftemangel auch in der kommenden Saison für die Tourismuswirtschaft mit Abstand das größte wirtschaftliche Risiko dar: Zwei Drittel der Unternehmen und sogar 80 Prozent der Gasthöfe sehen ihre Tätigkeit davon negativ beeinflusst. „In der Konjunkturumfrage der IHK Kassel-Marburg vom Herbst 2019 haben sogar 94,4 % der Betriebe den Fachkräftemangel als größtes wirtschaftliches Risiko genannt“, so Fabian von Berlepsch.

Das Gastgewerbe leidet nach der DIHK-Umfrage insgesamt besonders stark unter den Engpässen an qualifiziertem Personal und den damit einhergehenden Mehrbelastungen, steigenden Arbeitskosten und der Notwendigkeit, das Angebot einzuschränken. “Der Tourismus gilt als Leitökonomie des 21. Jahrhunderts und wir Touristiker der GrimmHeimat NordHessen wollen unseren Beitrag zur Entwicklung unserer Region weiter steigern. Hierzu ist unbedingt nötig, dass unsere Branche bessere Wirtschaftlichkeit und weniger bürokratische Belastung findet. Nur so können wir auch für den Nachwuchs attraktivere Konditionen bieten. Dafür wollen wir konkrete Wege gehen!” findet Fabian v. Berlepsch.