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In Marburg-Biedenkopf: 119 Infizierte, 52 mittlerweile gesund – Corona-Wirtschaftsförderung gestartet

Kassel 31.03.2020 (pm/red) Inzwischen erhöhte sich die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf 119. Sieben Betroffene befinden sich in stationärer Behandlung. 52 Menschen, die sich mit dem Virus infiziert hatten, seien mittlerweile wieder gesund, wird von der Kreisverwaltung gemeldet.
In einem gemeinsamen Schreiben haben sich die verschiedenen Akteure aus dem Wirtschaftssektor jetzt an die Unternehmen, Handwerkbetriebe sowie an Industrie, Handel und Gewerbe gewandt. Darin geben sie Hinweise auf Fördermöglichkeiten. Zudem soll die Gutschein-Aktion auf dem Online-Portal Marburg-Liebe.de auch auf Unternehmen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ausgeweitet werden.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg haben gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften Marburg und Biedenkopf, den Industrie- und Handelskammern Lahn-Dill und Biedenkopf sowie der Agentur für Arbeit ein Merkblatt entwickelt, das in Verbindung mit einem Anschreiben kompakt zusammenfasst, welche Fördermöglichkeiten es in der aktuellen Situation gibt und wer die Ansprechpartner sind.

Wie der für die Wirtschaftsförderung zuständige Dezernent Kreisbeigeordnete Marian Zachow ausführte, sei die Bekämpfung des Coronavirus eine Herausforderung, wie es sie wohl seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben habe, verbunden mit enormen wirtschaftlichen Folgen. „Nahezu jede Einzelne, ob Mitarbeiter oder Geschäftsführer, ob im Kleinunternehmen oder internationalen Konzern, ob Handwerker oder Freiberufler, ist betroffen, einige zum Teil in der Existenz bedroht“, machte Zachow deutlich.

„Die Unternehmerinnen und Unternehmer reagieren dennoch mit Verständnis auf die einschneidenden Maßnahmen und nehmen trotz der angespannten Situation mit großer Verantwortung ihre Aufgabe wahr: Die auch von Unternehmen eingeleiteten Vorsichtsmaßnahmen – etwa zum Hygieneabstand in Ladengeschäften – haben einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Bevölkerung weitgehend verantwortungsvoll mit der Situation umgeht. Dafür herzlichen Dank“, betonen neben Marian Zachow auch Landrätin Kirsten Fründt, Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Wieland Stötzel als Bürgermeister der Universitätsstadt Marburg, Volker Breustedt und Gerhard Wenz für die Marburger Agentur für Arbeit, Peter Lather und Oskar Edelmann für die IHK Kassel-Marburg, Eberhard Flammer und Burghard Loewe für die IHK Lahn-Dill, Rolph Limbacher und Meinhard Moog für die Kreishandwerkerschaft Marburg sowie Fred Schneider und Frank Interthal für die Kreishandwerkerschaft Biedenkopf.

„Alle Wirtschaftsakteure arbeiten auf Hochtouren in ihren jeweiligen Fachaufgaben, aber wir setzen auch auf Gemeinsamkeit. Die Industrie- und Handelskammern, die Kreishandwerkerschaften, die Agentur für Arbeit Marburg, das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf, die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf arbeiten seit jeher eng zusammen. Diese enge Zusammenarbeit wird sich nun in schwieriger Zeit positiv auswirken“, ist sich Marian Zachow sicher.

Ab Montag, 30. März 2020, kann die Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige beim Regierungspräsidium Kassel online beantragt werden . Für Fragen zum Antragsprozess stehen die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern zur Verfügung.

Die Ansprechpartner sind online zu finden:

Handwerkskammer Kassel: https://www.hwk-kassel.de/

IHK Kassel-Marburg: www.ihk-kassel.de

IHK Lahn-Dill: www.ihk-lahndill.de

Aktion auf den Landkreis ausgeweitet

Auf die Unterstützung von Handel, Gewerbe oder Gastronomie zielt auch die Hilfsgutschein-Aktion, die das Stadtmarketing der Universitätsstadt Marburg mit der Online-Plattform www.marburg-liebe.de ins Leben gerufen hat. Nach dem erfolgreichen Start dieser Aktion in der Universitätsstadt Marburg haben sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf und das Stadtmarketing darauf verständigt, diese Aktion auch auf Unternehmen im ganzen Landkreis Marburg-Biedenkopf auszuweiten.

„Viele Geschäfte, Cafés, Kneipen und Restaurants bedroht die Corona-Krise existenziell. Ebenso sind Unternehmen aus dem Dienstleistungs-, Veranstaltungs- und Kulturbereich massiv betroffen. Wenn das öffentliche Leben stillsteht, brechen bei Vielen die Einnahmen praktisch vollständig weg. Und die meisten, gerade kleineren Unternehmen haben kaum finanzielle Reserven. Dieses Problem macht an der Stadtgrenze ja nicht Halt. Deshalb ist es selbstverständlich, dass Stadtmarketing und Landkreis auch an dieser Stelle zusammenrücken und gemeinsam aktiv werden“, unterstrichen Stadtmarketing-Geschäftsführer Jan-Bernd Röllmann und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow

Sobald sich die Lage normalisiert habe und das öffentliche Leben wieder beginne, könne man die Gutscheine einlösen. Und der Bonus: Außerdem werde auf der Portal-Seite jeweils angezeigt, ob die Unternehmen auch einen Lieferdienst anbieten, man Waren bestellen und abholen kann oder ob es einen Online-Shop gibt.

Für Unternehmen ist es einfach, bei der Aktion mitzumachen. Wer an einer Teilnahme interessiert ist, kann sich unter stadtmarketing@marburg.de melden und erhält dann alle Informationen.

Der Bestellprozess für die Kundinnen und Kunden ist ebenfalls unkompliziert. Auf Marburg-Liebe.de wählt man den Anbieter oder die Anbieterin aus, die man mit dem Gutscheinkauf unterstützen möchte. Dann gibt man den Betrag ein und zahlt direkt via PayPal oder Sofortüberweisung – das Geld landet zeitnah bei dem Unternehmen, man selbst erhält den Gutschein als PDF per E-Mail. Dieser lässt sich dann später einlösen.