96 Folgemeldungen und keine Ende? Vom Leben und Leiden in der Corona-Krise

Kassel 28.06.2020 (yb) Zumindest offiziell soll die leidige Coroana-Krise offensichtlich kein Ende nehmen. Selbst die inzwischen für die allermeisten Landkreise und Städte vorliegenden niedrigen offiziellen Fallzahlen der nachgewiesenen Infektionen sind landauf und landab nicht hinreichend …

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Sonderausstellung in der Neuen Galerie: Moderne für Jedermann – Kunst und Ware im Jugendstil

Deutsche Kunst und Dekoration. Illustrierte Monatshefte für Jedermann. Farblithographie. Foto Ute Brunzel Museumslandschaft Hessen Kassel

Kassel 28.05.2020 (pm/red) Ab Samstag, den 23. Mai 2020 ist die Sonderausstellung »Moderne für Jedermann – Kunst und Ware im Jugendstil« in der Neuen Galerie für BesucherInnen geöffnet. Die Schau geht zum einen der Frage nach, warum dieser Stil bis heute so sinnbildlich ist, dass viele ihn auf Anhieb als »Jugendstil« benennen können, obwohl die Blütezeit der Bewegungen nur kurz war. Zum anderen wird dargestellt, dass die Popularität des Stils und die daraus resultierende Massenproduktion auch zu einem Ausverkauf der Idee und somit zu ihrem frühen Niedergang geführt haben.
Der Jugendstil war eine frühe Reformbewegung der Moderne. Er hatte den Anspruch, die gesamte menschliche Lebensumwelt künstlerisch zu gestalten, idealerweise von der Architektur bis zum Haushaltsgegenstand, um so eine Ästhetisierung des Alltags herbeizuführen.

Der Jugendstil kann als frühe funktionale Gestaltungsform verstanden werden: Gestaltungsaufgaben werden individuell gelöst, je nach der Funktion der Gegenstände, wobei die Künstler sich eines bestimmten, von der Natur inspirierten Formenrepertoires bedienten. Blumen- und Blütenmotive, Schwäne und geschwungene Körperformen sind wiederkehrende Motive. Daneben entwickelte sich eine Gestaltungssprache mit abstrakten Formen, die von sogenannten »Kraftlinien« (Henry van de Velde) bestimmt sind. Vor allem im österreichischen Sezessionsstil gibt es zudem strenge geometrische Ausformungen.

Ursprünglich als Gegenbewegung junger Künstler*innen und Kunsthandwerker*innen zum als rückwärtsgewandt empfundenen Historismus und zur seelenlosen Industrialisierung gedacht, war der Jugendstil durch den Widerspruch zwischen den künstlerischen, zum Teil sogar elitären Ansätzen und der populären Adaption für Konsumgüter geprägt. Er war eine von zahlreichen internationalen Reformbewegungen in Europa und Nordamerika, die zwar unterschiedliche Ausprägungen aufweisen, aber in engen Wechselwirkungen miteinander stehen. Der Jugendstil weist den Weg zur modernen Formgestaltung und ist dabei voller Spannungen und Gegensätze, die ihn bis heute so interessant und anregend machen.