Gerhardt-von-Reutern-Haus Willingshausen: Millioneninvestition mit klandestiner Planung

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Flammender Appell und Hilferuf zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

Kassel 19.06.2020 (pm/red) Zahlreiche unterzeichnende Unternehmen, haben sich entschlossen gemeinsam im Rahmen einer bundesweiten Aktion auch in Kassel ein Zeichen zu setzen.
 Sie werden am kommenden Montag ab 22 Uhr am Schlosshotel Wilhelmshöhe eine rote Lichtskulptur erstrahlen lassen, die über der gesamten Stadt Kassel zu sehen sein wird.  Die Geschäftsführer der teilnehmenden Firmen stehen für Informationen und Gespräche zur Verfügung – natürlich mit dem gebotenen Abstand!
Montag, 22.06.2020 – 22 Uhr • Schlosshotel Wilhelmshöhe Schlosspark 8 in Kassel.

Darüber hinaus sollen im gesamten Stadtgebiet und der Region eine Vielzahl von Gebäuden, z.B. die NEUE DENKEREI, der MESSINGHOF, ARM/WEINKIRCHE, SÜDFLÜGEL, UK14 und viele andere, rot erstrahlen.  „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht“, lautet die zentrale Aussage der betroffenen Firmen und Akteure dieser Aktion.
Seit dem 10.03.2020 sei einem kompletten Wirtschaftszweig faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen.
 Jegliche Art von Großveranstaltungen sind aufgrund der COVID-19 Krise untersagt.

Business Events, Tagungen, Kongresse, aber auch Konzerte, Festivals oder Theateraufführungen, dürfen nur unter umfangreichen, behördlichen Auflagen mit starker Begrenzung der Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Selbst Messen und kleine Events, die momentan wieder erlaubt sind, unterliegen zurzeit notwendigen und strengen Hygiene-Vorschriften.

Dies führt dazu, dass Veranstaltungen insgesamt zurzeit nicht mehr durchgeführt werden, da die Mehrkosten eine wirtschaftliche Durchführbarkeit nahezu unmöglich machen. Ergo sind keine Einnahmen für die Branche in Aussicht, während die fixen Kosten wie Mieten, Versicherungen etc. weiterlaufen. Ein Sterben dieser Branche mit ihren 1 Million Beschäftigten hätte erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft, da die Branche Menschen zusammenbringt und Rahmen bietet für neue Geschäfte und kreative Ideenentwicklung.

Auch Kunst, Kultur und Freizeitgestaltung sind abhängig von einer funktionierenden Veranstaltungswirtschaft und können somit ebenfalls nicht mehr tätig sein.
 Alle Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft sowie Veranstaltungs-Locations (Special-Event- Locations, Veranstaltungszentren, Kongresshäuser, Tagungshotels und sonstige Spielstätten wie z.B. Theater, Philharmonien, Konzerthallen, Schauspielhäuser) in ganz Deutschland strahlen in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020 bundesweit ihre Gebäude oder stellvertretend ein Bauwerk in ihrer Region oder Stadt mit roter Beleuchtung an, um auf die dramatische Situation in der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen.

Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste

Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen! Ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der Veranstaltungs-Wirtschaft zur Rettung unserer Branche, die echte Hilfe anstelle von Kredit-Programmen benötigt! „Wir fordern einen Branchendialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden!“ hießt es in der gemeinsamen Pressemitteilung.

Hintergründe zur dramatischen Lage der Veranstaltungswirtschaft
Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Faktisch alle Unternehmen aus den Bereichen Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagentur, Catering, Bühnenbau, Eventlocation, Messegesellschaft Kongresscenter, Tagungshotel, Konzertveranstalter, Künstler und Einzelunternehmer haben durch die erfolgten Veranstaltungsverbote seit dem 10.03.2020 innerhalb  weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren.

Sie gerieten als erste in die Krise (first in) und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen (last out). Seit Mitte März macht die Veranstaltungswirtschaft im Grunde keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch nichts „auf Lager“ produziert werden; die meisten Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft sind Dienstleister.

Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt rund 1 Million direkte Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Umsatz von rund 130,0 Mrd. Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, so beschäftigen mehr als dreihunderttausend Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen und erzielen einen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro!  (Quelle:  Studie „Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungsbranche“ vom 15.06.2020 des  R.I.F.E.L. e.V. im Auftrag des IGVW e.V.)

Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis 31.10.2020 und einen danach noch folgenden Vorlauf zur Planung von Veranstaltungen gibt es einen Umsatzausfall von 80 – 100 %  über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten. Daraus resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf die besonders hart getroffene Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu machen und zu verdeutlichen, dass die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen nicht ausreichen.

Da diese Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können, sondern zur Deckung von Betriebskosten aufgewendet werden müssen, führt dies nach dem Verbrauch der Kredite zu einer erneuten Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen und Einrichtungen.

Die wirtschaftliche Verwirklichung von Veranstaltungen ist zurzeit und bis auf Weiteres unter den geltenden Restriktionen und notwendigen Hygieneregelungen nicht mehr möglich. Es bestehen somit besondere, ökonomische Herausforderungen, um die sog. „First in – Last out“ Unternehmen sowie die in der Veranstaltungswirtschaft tätigen Einzelunternehmer, mithin die gesamte Branche, zu retten.

Die für diese Aktion gemeinsam verwendete Farbe Rot soll folgendes ausdrücken:
• Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen
• Alarmstufe Rot – ein Milliardenmarkt und hunderttausende Arbeitsplätze sind in Gefahr!
• Wir sind eine Gemeinschaft und haben das gemeinsame Ziel eines Branchendialogs mit der Politik
• Wir richten einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit
• Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf / unsere Profession. 
„Wir brennen für das, was wir tun“!