Die Crux mit Willingshausen: Anmaßung und Zumutungen im Malerdorf

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Marburger Aktionsplan für Klimaneutralität im Jahr 2030

Kassel 13.06.2020 (pm/red)  Klimaneutral bis 2030 – dieses hehre Ziel hat die Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 für Marburg beschlossen. Nun liegt der Plan dazu auf dem Tisch – fast 130 Seiten dick, mit mehr als 100 Maßnahmen und Gesamtkosten von rund 130 Millionen Euro, wird von der Stadtverwaltung mitgeteilt.  Am vergangenen Montag hat der Magistrat den Marburger Klima-Aktionsplan 2030 angenommen, Mitte Juni beraten Bau- und Umweltausschuss, Ende des Monats liegt er im Stadtparlament zur Abstimmung. Dann kann der Klimaschutz-Marathon losgehen.

Das Ganze sei eine Gemeinschaftsaufgabe für die ganze Stadt. Aus über 500 Vorschlägen, Anregungen, Hinweisen ist ein umfangreiches Paket geworden mit einer Vielzahl konkreter Maßnahmen, wird berichtet. Monatelang haben mehrere Arbeitsgruppen aus der Verwaltung zusammen ExpertInnen der GeWoBau und Stadtwerke Marburg an dem Plan gearbeitet. Dabei wurden die Vorschläge geprüft, gebündelt und zu Maßnahme-Paketen zusammengefasst.

Mit dem vorliegenden Klima-Aktionsplan werde die Klimaschutzpolitik der Stadt mit Nachdruck fortgesetzt, ausgebaut und intensiviert – und zwar konsequent, systematisch, überprüfbar, fair und sozial gerecht. Gemeinsam, nur miteinander könne diese Herausforderung gemeistert werden, findet sich als Anfügung.

Wie das gehen soll, listet der Plan auf – unterteilt in vier große Handlungsfelder, ausgestattet mit jeweiligen Ober- und Unterzielen sowie konkreten Maßnahmen zur Umsetzung. Die Handlungsfelder sind überschrieben mit
–       klimaneutrale, lokale Energieerzeugung, klimaneutral und sozialverträglich Bauen und Modernisieren
–       klimaneutrale Mobilität
–       Unterstützung für die Stadtgesellschaft
–       klimaneutrale Flächennutzung.

Dabei fängt Marburg nicht bei Null an. Die klimaschädlichen Emissionen sind in Marburg seit 2010 von 800.000 Tonnen auf 740.000 Tonnen im Jahr 2017 gesenkt worden. Die größten Potenziale, um klimaschädliche Emissionen einzusparen, liegen nach wie vor in der energetischen Sanierung von Gebäuden, im Ausbau von erneuerbaren Energien, in der Energieeffizienz und im Energiesparen sowie im klimafreundlichen Verkehr.

Für die Stadt sind bei der Vorstellung des Handlungskonzepts Bauamtsleiter Walter Ruth, Fachdienstleiter Klimaschutz Jochen Friedrich, die Klimaschutzbeauftragten Wiebke Smeulders und Jennifer Engel sowie der städtische Sanierungsmanager Achim Siehl dabei. Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, und Jürgen Rausch, Geschäftsführer der GeWoBau Marburg, stellen den Plan ebenfalls mit vor.

Ein Schwerpunkt im Klima-Aktionsplan 2030 ist weiterhin die energetische Sanierung – inklusive der Liegenschaften der Stadtverwaltung und der GeWoBau. Rund 350 Gebäude gehören der Stadt, ca. 400 hat die GeWoBau mit rund 150.000 Quadratmetern Wohnfläche. Das sind zusammen rund drei Prozent aller 25.000 Gebäude, die es in Marburg gibt.  Das Thema energetische Sanierung zeige, was die Stadt Marburg mit den städtischen Gesellschaften tun will und tun kann.

Mindestens ebenso wichtig aber sei, dass sie mit dem Klima-Aktionsplan 2030 den Rahmen für das große Ziel der Klimaneutralität bis 2030 schafft. Um es zu erreichen, müssen viele weitere Akteure mitziehen – jede/r Einzelne vor Ort ebenso wie Bund und Land, auf deren Entscheidungen und Unterstützung für die Kommunen es genauso ankommt.

Auch die Stadtwerke Marburg soll eine zentrale Rolle beim Ausbau von Fernwärme und Solarenergie sowie im Verkehrssektor – unter anderem mit der Elektrifizierung des Stadtbusverkehrs einnehmen. Dazu soll mit mehr ÖPNV sowie dem Ausbau des Fahrrad- und Fußverkehrs der motorisierte Individualverkehr reduziert werden. Als erste konkrete Maßnahmen sind  weitere Fahrradstraßen und Schutzstreifen sowie eine Radschnellverbindung östlich der Lahn geplant. Ein weiterer Fokus sind klimaneutrale und klimafreundliche Antriebe im Verkehrsbereich.

Den Klima-Aktionsplan 2030 umzusetzen, werde große finanzielle Anstrengungen erfordern, wird angemerkt. Die Gesamtkosten von 2021 bis 2030 liegen nach dem derzeitigen Stand bei insgesamt rund 130 Millionen Euro für die städtischen Maßnahmen. Dazu kämen Investitionen der Stadtwerke und der GeWoBau, berichtet die Stadtverwaltung.

Der Klima-Aktionsplan 2030 ist auf der Website der Stadt Marburg abrufbar.

Er  soll am 16. Juni in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr mit dem Bau- und Planungsausschuss beraten werden. Am 26. Juni soll dann die Stadtverordnetenversammlung über das Gesamtpaket entscheiden.