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Weiterbau der A49 – Bundesverwaltungsgericht verhandelt die Klage des BUND Hessen

Kassel 20.06.2020 (pm/red) Nächste Woche, am 23.06.2020, beginnt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Verhandlung zur Klage des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) gegen die Baugenehmigung für den Abschnitt 40 der Autobahn A49 in Mittelhessen. „Wir wollen diesen Planungsdionosaurier stoppen. Nötig ist eine echte Verkehrswende um den Klimaschutz voranzubringen. Der Bau einer neuen, zusätzlichen Autobahn zementiert die aktuelle Autopolitik und verhindert damit die Verkehrswende“, sagt Jörg Nitsch, Vorsitzender des klageführenden BUND Hessen. Politisch pikant: Für den Bau der Autobahn streitet der zuständige grüne hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der selbst eine grundlegende Verkehrswende fordert und dessen grüne ParteifreundInnen entlang der Trasse sich gegen den Bau der Autobahn aussprechen.

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten – unter diesem Motto ist der BUND bereits seit 1995 im Widerstand gegen den Bau der aus Sicht des Verbandes unnötigen A49 aktiv.

Konkret geht es in der Klage des BUND um eine Frage des Wasserrechts. Die vorgesehen Autobahntrasse verläuft mitten durch ein bedeutendes Trinkwassergewinnungsgebiet. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) betreibt dort eine Brunnengalerie mit der er rund 500.000 Menschen versorgt. Die Autobahn gefährdet den am stärksten genutzten Trinkwasserkörper in ganz Hessen, denn ca. 75 % der dort stattfindenden Grundwasserneubildung werden genutzt. Das Versorgungsgebiet reicht bis in das Rhein-Main-Gebiet. Ein Autobahnbau quer durch dieses Wasserschutzgebiet: Das passt für den BUND nicht zusammen.

Retten will der BUND auch die teils über 250 Jahre alten Waldbestände im Dannenröder Forst und im Herrenwald bei Stadtallendorf. Solche alten Wälder sind die Heimat vieler Tausend Tier- und Pflanzenarten und bilden eine wertvolle Lebensgemeinschaft. Der Schaden, den eine Autobahn in diesen Gebieten anrichten würde, geht weit über die unmittelbare Rodungsfläche hinaus. Vor allem neue nach Süden und Westen exponierte Waldränder erleiden durch die vermehrte Sonneneinstrahlung und den Einfluss des Windes Trockenschäden. Diese von Fachleuten als „Waldrandschäden“ bezeichneten Effekte werden durch den Klimawandel verstärkt und sicherlich eine Tiefe von 100 Metern und mehr erreichen. Zudem trägt die Naturzerstörung durch die Autobahn zum weltweite Artensterben bei. 250 Jahre alte Lebensgemeinschaften lassen sich nicht durch Aufforstungen mit kleinen Bäumen ersetzen.

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