Ludwig Knaus im Landesmuseum Wiesbaden – Homecoming des Genremalers

Kassel 19.07.2020 (yb) Seit 14. Februar und nunmehr bis zum 15. November 2020 kann eine große Ludwig Knaus Ausstellung im Museum Wiesbaden, und damit in der Geburtsstadt des Malers (1829 – 1910), besucht werden. Dass …

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Ludwig Knaus im Landesmuseum Wiesbaden – Homecoming des Genremalers

Als „Homecoming“ tituliert die Ludwig Knaus Ausstellung im Museum Wiesbaden, die einen weitgehenden Einblick in das Werk des berühmten Genremalers aus Wiesbaden bietet. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Kassel 19.07.2020 (yb) Seit 14. Februar und nunmehr bis zum 15. November 2020 kann eine große Ludwig Knaus Ausstellung im Museum Wiesbaden, und damit in der Geburtsstadt des Malers (1829 – 1910), besucht werden. Dass ein Besuch von „Homecoming“, wie diese Präsentation anspielungsreich tituliert, lohnenwert ist, erhellt aus der beachtlichen Zahl von 180 Werken, die gezeigt werden und die geeignet sind sein reiches Werk zu repräsentieren. Die Ausstellung tritt an, um Knaus als Maler mit ebenso großem Repertoire und Œuvre wie zeitgenössischem Ruhm in Deutschland, Frankreich und in den USA zu zeigen, zugleich wird er als Zeichner vorgestellt – und wer bekannte Gemälde von Ludwig Knaus als frühen Maler der Willingshäuser Künstlerkolonie sehen will, wird nicht enttäuscht werden.

„Die Goldene Hochzeit“, entstanden 1859, wird als Leihgabe des Grohmann Museum at Milwaukee School of Engineering präsentiert. Dieses frühe Hauptwerk, das den internationalen Ruhm des Malers maßgeblich begründete, ist zugleich das Umschlagmotiv des Ausstellungskatalogs. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Peter Forster und Rebecca Krämer haben es als Kuratoren erfolgreich unternommen den Maler und Sohn der Stadt Wiesbaden in der Gänze zu präsentieren. Indem zahlreiche seiner großen bekannten Gemälde bereits früh zu stattlichen Preisen nach Amerika verkauft worden waren, führt für eine Knaus-Austellung kein Weg an der Leihgabe wichtiger Werke insbesondere aus Milwaukee vorbei.

Ludwig Knaus „Hoheit auf Reisen“ entstanden in 1867, Grohmann Collection, Milwaukee. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Die Kuratoren haben es ebensowenig unterlassen Bernd Küster, den wohl profiliertesten Knauskenner, als Co-Autor für den repräsentativen Ausstellungskatalog zu gewinnen. Beides zusammen – Ausstellung und Katalog – bergen für Besucher/innen von heute das Potential den Maler sehr weitgehend kennenzulernen.

In dem Ölbild „Hessischens Leichenbegängnis im Winter“ aus dem Jahr 1871 wird deutlich, dass es Ludiwig Knaus angelegen war Lebenswirklichkeiten abzubilden. Eigenart und Würde der Menschen als Individuum sind ihm dabei stets wichtiges Anliegen gewesen. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

So finden sich in der klar strukturierten Präsentation in dem großen kompakten Raum für Sonderausstellungen in der unteren Etage zahlreiche der großen Knausgemälde, die ihn als Genremaler ausmachen. Neben der „Goldenen Hochzeit“ sind mit „Dorftanz unter der Linde“, „Hessisches Leichenbegängnis im Winter“ von 1871 und „Hoheit auf Reisen“ von 1867 nahezu alle Gemälde vertreten, die Knaus in Verbindung mit seinen frühen Studien in Willingshausen und späteren Reisen dorthin verbinden.

Ludwig Knaus „Volksfest/Dorftanz unter der Linde“, entstanden 1850, Leihgabe des Museum Georg Schäfer Schweinfurt. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Zum Verständnis des Malers Ludwig Knaus gehört unbedingt die Einbeziehung seiner gezeichneten Vorlagen und des umfangreichen Werks als Zeichner. Gemäß des klassischen Diktums, dass vor der Fassung eines Gemäldes Zeichnungen als Vorlagen, Skizzen und Personenstudien zu erstellen waren, ist das hinterlassene Werk von Knaus reich an solchen grafischen Vorlagen. Sie werden mit präsentiert und machen damit seine Arbeitsweise ebenso anschaulich, wie einige der gezeigten Studien in Öl.

Der „Tanz unter dem Lindenbaum“ aus 1881 ist eines von mehreren Ölbildern von Ludwig Knaus mit starkem Bezug nach Willingshausen, das von Knaus im Jahr 1849 zum ersten Mal besucht wurde. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Die Ausstellung wird auf der Webseite des Museums recht weitgehend vorgestellt. Besucher erhalten mit der Eintrittskarte ein Begleitheft, worin in Kurzform seine Leben und Werk vorgestellt wird. Ein Besuch lohnt ebenso wie die Vertiefung in Lektüre des aufwendig ausgestatteten großformatigen Kataloges. Der Katalog wird demnächst in das Marburger. vorgestellt.

Ludwig Knaus | Homecoming, Landesmuseum Wiesbaden  14. Februar bis 15. November 2020
Landesmuseum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2 | 800 Meter zum Hauptbahnhof
Eintritt 10 Euro (incl. Museumsbesuch)
Mo geschlossen, Di 10-20 Uhr, Mi 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr 10-17 Uhr, Sa 10 -18 Uhr.