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Kassel 25.02.2021 Gastbeitrag von E. D. Schulze | J. Rock | F. Kroiher | V. Egenolf | N. Wellbrock | R. Irslinger | A. Bolte | H. Spellmann Ein Team von Wissenschaftlern aus dem Max-Planck-Institut …

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Andres Rodas Vélez erhält DAAD-Preis: Friedensprozess im Heimatland Kolumbien

Kassel 11.12.2020 (pm) Andres Rodas Vélez aus Medellín in Kolumbien erhält den mit 1.000 Euro dotierten Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Vélez hat im September 2020 erfolgreich sein Masterstudium der Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg abgeschlossen und gehörte zu den besten und engagiertesten Studierenden seines Studiengangs. Mit der Auszeichnung werden insbesondere seine politisch hochrelevante Abschlussarbeit zum Friedensprozess in Kolumbien und sein ehrenamtliches Engagement bei Amnesty International, Greenpeace und TEDx honoriert. Am Dienstag, 8. Dezember 2020, erhielt er seine Urkunde in einer virtuellen Feierstunde.

„Ich finde es bemerkenswert, dass sich ein Student nicht nur wissenschaftlich mit wichtigen und schwierigen gesellschaftlichen Prozessen befasst, sondern darüber hinaus auch außerhalb der wissenschaftlichen Tätigkeit gesellschaftliches Engagement zeigt“, sagt Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Marburg.

In seiner Abschlussarbeit „Liderazgo Social: The Concept of Social Leadership in Colombia as a Crucial Pillar for Local Peacebuilding“ befasst sich Vélez mit der politischen Entwicklung in seinem Heimatland Kolumbien. Seit den 1960er Jahren führt die sozialrevolutionäre Guerillabewegung FARC-EP einen bewaffneten Kampf gegen den kolumbianischen Staat. 2016 vereinbarten die kolumbianische Regierung und die FARC-EP einen Waffenstillstand. Das Ziel: Die Demobilisierung und Waffenabgabe der FARC-EP sowie die schrittweise Integration der etwa 7.000 Aktivisten in die kolumbianische Zivilgesellschaft.

Doch der Aufbau eines stabilen und dauerhaften Friedens ist nach wie vor fragil. In den bedrückenden Statistiken der politischen Gewalt nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens wird deutlich: Die Anzahl der Morde an ex-combatientes (demobilisierte Mitglieder der FARC-EP) und líderes sociales (sozialen Anführerinnen und Anführern) stieg seit 2016 kontinuierlich an. Wer sind diese Menschen und welche Rolle haben sie für den Friedensbildungs-Prozess auf lokaler Ebene? Diesen sehr aktuellen und brisanten Fragen ist Andrés Rodas Vélez in seiner Arbeit nachgegangen, die auf einer eigenen Feldforschung in Antioquia beruht.

„Diese Arbeit war ausgesprochen ambitioniert und hochaktuell und zeugte – insbesondere auch in der mündlichen Disputation – sowohl von einem hohen akademischen Innovationspotential als auch von seinem außergewöhnlich starken gesellschaftlichen Engagement“, sagt Prof. Dr. Anika Oettler vom Institut für Soziologie, die Vélez gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Kurtenbach, Honorarprofessorin am Zentrum für Konfliktforschung, für den DAAD-Preis nominierte. Doch mit der Nominierung wollten die Professorinnen nicht nur die Masterarbeit würdigen. „Wir haben Andrés Rodas Vélez in den vergangenen Jahren als einen ausgesprochen engagierten Studenten erlebt, der akademische Neugier mit einem ausgeprägten gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Engagement verbindet. Aus unserer Sicht gehört er zu den besten und engagiertesten Studenten, die wir in unserer akademischen Laufbahn kennengelernt haben“, sagt Kurtenbach.

Der DAAD-Preis wird einmal jährlich an ausländische Studierende verliehen, die ihr Studium in Deutschland absolvieren und sich durch besondere akademische Leistungen und ein bemerkenswertes gesellschaftliches oder interkulturelles Engagement hervorgetan haben. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von der jeweiligen Hochschule ausgewählt. Das Preisgeld stiftet das Auswärtige Amt.