Strohballen statt Beton – Mönche bauen nachhaltiges Gästehaus

Kassel 06.04.2021 Gastbeitrag von Ursula Wöll Der Klimawandel ist allgegenwärtig und wirksame Maßnahmen werden diskutiert. Neben einer Energieerzeugung mit Windkraft und Sonnenenergie und einer Verkehrswende hat das Bauen einen gewichtigen Anteil an einer umweltfreundlichen oder …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Energie

Bildung

Hessen

Kassel

Willingshausen

Home » Hessische Geschichten, Kassel, Museumslandschaft Kassel MHK

Ein Gruß zum 300. Geburtstag: Neu entdecktes Jugendbildnis von Landgraf Friedrich II im Schloss Wilhelmshöhe

Robert Gardelle: Portrait von Erbprinz Friedrich II im Alter von 14 Jahren. Repro mhk

Kassel 23.12.2020 (pm/red) Der Zufall wollte es, dass das Porträt »Erbprinz Friedrich II« des Malers Robert Gardelle just im Jahr des 300. Geburtstages des Landgrafen identifiziert werden konnte. Es zeigt den 14 Jahre alten Erbprinzen in einem lederfarbenen Koller mit Brustpanzer und einem Umhang mit Hermelinbesatz vor einer Gebirgslandschaft mit See, die vielleicht eine Anspielung auf die Entstehung des Gemäldes in Genf am gleichnamigen See darstellt.
1732 trat Erbprinz Friedrich II. von Hessen-Kassel mit 12 Jahren sein Studium in Genf an. Der Beginn des Studiums markiert einen wichtigen Schritt im Leben eines jungen Menschen. Fern der vertrauten Umgebung unternimmt man erste Schritte zu mehr Eigenständigkeit. Das war in früheren Jahrhunderten nicht wesentlich anders. Um diesen neuen Lebensabschnitt festzuhalten, entstanden nicht selten Porträts, die den Daheimgebliebenen eine visuelle Erinnerung bieten sollten.

Insgesamt sollte Friedrich fünf Jahre in der Schweiz verbringen, unterbrochen von kurzen Aufenthalten in Kassel, wie 1735 anlässlich seiner Konfirmation. Begleitet wurde Friedrich von seinem Erzieher August Moritz Abel Plato von Donop, der in regelmäßigen Briefen an Wilhelm VIII. über die Entwicklung des Sohnes berichtete. Nach zwei Jahren entstand in Genf das neu entdeckte Porträt Friedrichs, geschaffen von dem Genfer Maler Robert Gardelle. Das Porträt wurde 1955 von der Rentkammer von Schloss Philippsthal, einem Ort der landgräflichen Nebenlinie, als »Bildnis eines unbekannten Fürsten« erworben. Es ist rückseitig beschriftet »peint par R. Gardelle en 1734«.

Der Künstler Gardelle war in Kassel kein Unbekannter, hatte er doch bereits Anfang des 18. Jahrhunderts auf Veranlassung des Barons von Mardefeld einige Zeit am Kasseler Hof Landgraf Carls verbracht, bevor er 1712 nach Paris reiste, wo er ein Jahr im Atelier des Nicolas de Largillièrre verbrachte. Ab 1713 war Gardelle wieder in seinem Heimatland tätig.