Speicherung von Kohlenstoff im Ökosystem und Substitution fossiler Brennstoffe Klimaschutz mit Wald

Kassel 25.02.2021 Gastbeitrag von E. D. Schulze | J. Rock | F. Kroiher | V. Egenolf | N. Wellbrock | R. Irslinger | A. Bolte | H. Spellmann Ein Team von Wissenschaftlern aus dem Max-Planck-Institut …

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Kunst und KünstlerInnenförderung in Willingshausen

Kassel 31.01.2021 (yb) Künstlerkolonie Willingshausen, Malerdorf, Malerstübchen, Gerhardt-von-Reutern-Haus, Kunsthalle, Künstlerstipendium, Malersymposium, Malkurse, Kunstausstellungen, Vereinigung Malerstübchen Willingshausen e.V. Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei und der Umgang damit müssen sehr angesagt sein in diesem Dorf in Nordhessen, gelegen abseits der großen Straßen zwischen Kassel und Marburg im heutigen Schwalm-Eder-Kreis. Dafür spricht vieles, wie die hier vorangestellte Aufzählung mit Stichworten zur Geschichte, Einrichtungen und Angeboten eindrucksvoll verheißt. Willingshausen hat sehr viel zu bieten, außerordentlich viel, und das seit langer Zeit. Mit dem Ortsnamen sind die Aufenthalte, Werke und Namen einer großen Anzahl von Malern verbunden. Gerhardt von Reutern, Ludwig Emil Grimm, Ludwig Knaus, Carl Bantzer, Wilhelm Thielmann seien hier stellvertretend genannt. Im Landesmuseum Wiesbaden wurde im vergangenen Jahr eine umfassende Ausstellung von Ludwig Knaus präsentiert. Unter dem Titel „Homecoming“ wurden dabei zahlreiche Werke, viele als Leihgaben aus Museen in USA, erstmals vereint präsentiert. Den in seiner Zeit international berühmten „Genremaler“ Ludwig Knaus (1829 – 1910) führten Studienaufenhalte in mehreren Jahrzehnten wiederkehrend nach Willingshausen, zahlreiche großartige Gemälde geben Zeugnis davon.

Ist Willingshausen mithin ein Mekka für Kunstfreunde, eine Perle für Kunsthistoriker, Begegnungs- und Präsentationsstätte für imponierende Werke der Malerei, kunstaffin und dazu aufgeschlossen für zeitgenössisches Kunstschaffen? Das inzwischen 50 Mal vergebene Künstlerstipendium Willingshausen, federführend die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, wäre ein starkes Indiz dafür.

Stipendium für lebendige, kritische und moderne Kunst

Seit seiner Gründung im Jahr 1996, bietet das „Willingshäuser Künstlerstipendium“ jährlich zwei jungen Künstlern die Gelegenheit, für drei Monate im denkmalgeschützen „Hirtenhaus“ der Willingshäuser Malerkolonie zu leben, ungestört zu arbeiten und im aktuellen gesellschaftlichen Kontext lebendige, kritische und moderne Kunst zu schaffen“, findet sich als Beschreibung dieses beachtlich ausgestatteten Instruments zur Kunst- und KünstlerInnenförderung in Willingshausen. Zum dreimonatigen Arbeitsaufenthalt, begleitet und unterstützt von einem Kurator, gehört eine vierwöchige Ausstellung in der Kunsthalle. Gefördert wird zudem die Herausgabe eines gedruckten Katalogs „mit dessen Hilfe sie sich und ihre Arbeiten bei Sammlern, Galerien und weiteren Förderungen angemessen präsentieren können.“  Antworten auf die Fragen oben könnten sicherlich die StipendiatInnen geben, der Versuch einer Rückschau zu den Ausstellungen – und die entstandenen Kataloge.

Kunst ist mehr als Schwälmer Heimatmalerei

Beachtliche 15 Jahre lang hat der Kunstpädagoge und Hochschullehrer Bernhardt Balkenhol aus Kassel Aufgaben zur Auswahl einer Vorschlagsliste von jungen KünstlerInnen übernommen und geleistet. Die anschließende Begleitung und Beratung von zwei StipendiatInnen jährlich bis hin zur Gestaltung und Ausrichtung der jeweiligen Ausstellung waren ein vielseitiges Aufgabenfeld für ihn. Neben Malerei und Zeichnung haben es bildhauerische Skulpturen, Fotografie, Videokunst und computergeneriertes Kunstschaffen nach Willingshausen geschafft.

Eine Teil-Bilanzierung hat es in einer Gruppenausstellung „20 Jahre Künstlerstipendium Willingshausen“ gegeben.  Zur Beantwortung und Bewertung des Stipendiums gibt es mithin einen langjährig befassten Sachverständigen, der hier nebenamtlich tätig gewesen ist. Zum Jahresende 2020 endet(e) das Mandat für Bernhard Balkenhol. Wegen der Schließung der Kunsthalle im Herbst 2020 wg. Corona steht die Ausstellung der Stipendiatin Martha Frieda Friedel nach Öffnung vorraussichtlich im März 2021 bevor.

Wer in Willingshausen die Ausstellung mit MalerInnen aus mehreren europäischen Ländern in 2019 im Rahmen des „Willingshäuser Künstlersymposium“, gefolgt vom zweiten in 2020, ins Leben gerufen vom Maler Ben Kamili, betrachten konnte, könnte resümieren, dass es um aktuelles Kunstschaffen, Offenheit und Auseinandersetzung mit künstlerischen Sichtweisen, hier der Malerei, gut bestellt sein wird. Steht in Willingshausen gar ein Wiederaufleben mit Anknüpfung an  Zeiten der historischen Malerkolonie bevor, unterbrochen derzeit lediglich durch die allerorten verordneten Schließungen wegen der Corona-Krise?

Eine derartige Einschätzung oder Vermutung würde womöglich  dadurch gestützt, dass vor einigen Monaten das Gemeindeparlament die Verwirklichung einer Maßnahme mit der Titulierung „Regionales Weltkulturhaus“ beschlossen hat. Das zur Kunsthalle benachbarte „Gerhard-von-Reutern-Haus“, worin u.a. das „Malerstübchen Willingshausen“ eingehaust ist, soll saniert und ausgebaut werden: Investitionsvolumen 1,5 Millionen Euro.

Von außen und oberflächlich betrachtet ist eine solche Einschätzung  möglich, wird von dem Einen oder der Anderen vor Ort oder außerhalb vermutlich auch gesehen. Doch im Januar 2021 ist es geschehen. Schluß mit Aufgeschlossenheit für Kunst, Kunstfreiheit und offener Auseinandersetzung. Rufschädigend und herabsetzend brachte sich ein „Insider“ in Stellung.

 —>Artikel Was ist los in Willingshausen