Strohballen statt Beton – Mönche bauen nachhaltiges Gästehaus

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Regen auf Vorrat für die GartenWerkStadt

Manuel Reuter von der GartenWerkStadt vor den Wassertanks, die künftig an anderer Stelle Regenwasser für die Bewässerung der Beete speichern sollen – ein kleiner Beitrag für den Klimaschutz mit Vorbildfunktion. Foto Nadja Schwarzwäller

Kassel 25.02.2021 (pm) Mit den Grundlagen ökologischer Landwirtschaft beschäftigen sich verschiedene Gruppen in der „GartenWerkStadt“ in Marburg bereits seit 2012. Damit die Gartenräume künftig besser mit Regenwasser versorgt werden können, wurde die „GartenWerkStadt“ 2020 als eines von neun „Nachbarschaftsprojekten im Klimaschutz“ von der Universitätsstadt finanziell gefördert. Auch in diesem Jahr konnten sich wieder Menschen mit ihrer Idee für ein Nachbarschaftsprojekt bewerben – und so zum Klimaschutz beitragen.

Manchmal sind es vermeintlich kleine oder unscheinbare Dinge, die einen entscheidenden Beitrag für die Natur leisten können. Im Fall der Marburger „GartenWerkStadt“ sind das Regenrinnen und Wassertanks. In verschiedenen Teilprojekten wird im Gesundheitsgarten auf dem Gelände der Vitos-Kliniken gemeinschaftlich gegärtnert und versucht, möglichst vielen Menschen einen Zugang zur Natur und zum biologischen Anbau von Gemüse zu vermitteln. Damit alles wächst, gedeiht, grünt und blüht ist Wasser natürlich unerlässlich.

Bislang gab es zwei Wassertanks, die jeweils 500 Liter fassen – „keine adäquate Versorgung in Zeiten des Klimawandels“, so Jutta Greb vom Team der „GartenWerkStadt“. Deshalb hat die Stadt Marburg das Projekt mit 1.500 Euro bezuschusst, mit denen vier weitere Tanks und außerdem zusätzliche Regenrinnen und Dachbefestigungen gekauft werden. „Wir leisten so einen Beitrag, um die kostbare Ressource Wasser zu schonen“, erklärt Grebs Kollege Manuel Reuter.

Begonnen hat alles im Jahr 2012 mit der Idee, in Marburg Räume für eine ganz praktische Auseinandersetzung mit den Themen ökologische Landwirtschaft und gesunde Ernährung zu schaffen. Im Gesundheitsgarten entstand im Rahmen eines Gemeinschaftskurses ein ökologischer Gemüsegarten. Im Laufe der Zeit wurden daraus fünf Gruppen mit insgesamt 70 Menschen verschiedenen Alters. Außerdem wurden ein Kräuter- und ein Apothekergarten angelegt und es gibt ein Backhaus auf dem Gelände.

Was mit einem einzelnen Beet startete, ist inzwischen ein richtig großer Garten in direkter Nachbarschaft zu den „interkulturellen Gärten“ geworden. Das Gelände wurde von der Universitätsstadt Marburg gepachtet und den verschiedenen Projekten zur Verfügung gestellt. Viele Marburgerinnen und Marburger kommen auf einem ihrer Spaziergänge vorbei und genießen die Natur – und können dabei auch gleich noch etwas lernen, einfach im Vorbeigehen, wenn sie zum Beispiel einen Blick auf den beschrifteten Kräutergarten werfen.

Klimafreundliche Ernährung steht im Mittelpunkt einer Gruppe mit den Namen „haltBAR“, die Ernteüberschüsse klimafreundlich verarbeitet und auch Rezepte, Information und Workshops anbietet. Unter dem Motto „Kinder gärtnern Zukunft“ haben über die Sommermonate zudem Gruppen von Schulkindern gemeinsam gegärtnert und gekocht. Darüber hinaus hat es auch schon mehrere Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen rund ums Gärtnern gegeben, in denen die Besucher*innen des Gartens neben dem Genuss, Natur zu erleben, noch etwas lernen können.

In diesem Jahr plant die „GartenWerkStadt“ eine Ausstellung zu „Ernährungssouveränität durch regenerativen Anbau weltweit“. Die Verbindung von Theorie und Praxis ist für die Verantwortlichen der „GartenWerkStadt“ in ihrer Arbeit ebenso wichtig wie die Vorbildfunktion, die ihre Projekte haben. Auch beim Thema Wasser ist Nachhaltigkeit etwas, bei dem viele Marburger*innen selbst aktiv werden können.