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Bildungslandschaft im Landkreis: Bildungsbericht soll Entscheidungsgrundlage bieten

Bildung ist mehr als Schule: Gemeinsam mit Tanja Pfeifer, links, Leiterin des Fachbereichs Haus der Bildung, und Bildungsmanagerin Silke Kaiser stellte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow auf dem Gelände der Freizeit-, Bildungs- und Tagungsstätte (früher „Kreisjugendheim“) in Weimar-Wolfshausen den ersten Bildungsbericht für den Landkreis Marburg-Biedenkopf vor. Foto Freya Altmüller

30.07.2021 (pm) Landrätin Kirsten Fründt und der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow haben den ersten Bildungsbericht für den Landkreis Marburg-Biedenkopf unterzeichnet. Auf 135 Seiten habe der Landkreis mit seinem „Fachbereich Haus der Bildung“ die Bildungslandschaft auf kommunaler Ebene für den gesamten Landkreis in den Blick genommen und damit erstmals eine belastbare Datengrundlage geschaffen, so das Kurzinfo. Marian Zachow stellte den Bericht in seiner Funktion als Schuldezernent des Kreises vor.

Das Thema Bildung werde häufig nur auf Landesebene thematisiert, anders verfahre der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds hat der Landkreis die Bildungslandschaft auf kommunaler Ebene in den Blick genommen.

Übersicht Bildungsangebote in der Region
„Entstanden ist dabei eine nahezu vollständige Übersicht der Bildungsangebote in der Region. Von der frühkindlichen Erziehung und den weiterführenden Schulen, über die Möglichkeiten der Berufsausbildung und eines Studiums bis hin zu beruflichen Weiterbildungen und außerschulischer Bildungsarbeit für Jung und Alt“, freut sich Landrätin Kirsten Fründt. „Damit haben wir erstmals eine belastbare Datengrundlage geschaffen, auf deren Grundlage wir die Bildungslandschaft weiterentwickeln können“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Mehrzahl für betriebliche Ausbildung
Aus den Daten geht beispielsweise klar hervor, dass sich die meisten jungen Erwachsenen im Landkreis für eine betriebliche Ausbildung entscheiden. Ihr Anteil stieg in den vergangenen Jahren an. Demgegenüber sank die Anzahl derer, welche im Landkreis die allgemeine Hochschulreife, das Abitur, erwerben und auch die Anzahl der Studierenden an den Hochschuleinrichtungen in der Region hat sich etwas verringert.

Erfahrungen von Bildungsakteuren
Bei der Weiterentwicklung von Bildungsangeboten helfen sollen die Handlungsempfehlungen aus gleich sieben Arbeitsgemeinschaften, die die Entstehung des Berichts aus unterschiedlichen Blickwinkeln begleitet haben. „Neben statistisch erhobenen Daten finden sich also auch die Erfahrungen von Bildungsakteuren und Bürgerinnen und Bürgern wieder. Neben dem „was ist der Stand“ beantwortet der Bericht also auch die Frage „wie kann es weitergehen“, sind sich Fachbereichsleiterin Tanja Pfeifer und Bildungsmanagerin Silke Kaiser vom Fachbereich Haus der Bildung einig.

Entscheidungen zur Schullaufbahn
Die Arbeitsgruppe zum Thema Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen regt beispielsweise an, Eltern besser über die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Lehrkräfte zu informieren. Sie stünden den Eltern schließlich auch beratend zur Seite, wenn es darum geht Entscheidungen für die Schullaufbahn ihrer Kinder zu treffen. Wie genau gelte es zu kommunizieren.

Schulsozialarbeit bereits an Grundschulen
Die Arbeitsgemeinschaft zum Thema Bildungsgerechtigkeit empfiehlt unter anderem die Schulsozialarbeit bereits an Grundschulen auszubauen, die Förderung interkultureller Kompetenzen und einen Ausbau des Beratungsangebotes „Null bis Sechs“, also für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr, für Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Ganzheitliches Bildungsverständnis
„Das Feedback aus den Arbeitsgruppen wird uns dabei helfen die Vielschichtigkeit der Angebote noch besser miteinander zu verzahnen und genauer auf die Zielgruppen abzustimmen. Gerade weil wir Bildung ganzheitlich und nicht getrennt nach Altersgruppen oder Anbietern begreifen. Das werden wir Schritt für Schritt angehen. Wir sind jedenfalls auf einem guten Weg und ich bin mir sicher, dass uns der Bericht hierbei eine gute Orientierung bieten wird“, sagt Zachow.