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Marburger Leuchtfeuer: Würdigung für vielfältiges soziales Engagement und Einsatz

06.07.2021 (pm) Halina Pollum erhält das Marburger Leuchtfeuer 2021. Mit der Auszeichnung würdigen die Humanistische Union (HU) und die Stadt Marburg ihr vielfältiges soziales Engagement in gleich mehreren Bereichen. HU und Stadt haben darüber hinaus beschlossen, das „Marburger Leuchtfeuer für besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie“ an herausragende Helferinnen zu überreichen.

„Seit über einem Jahr sind die Menschen mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und führt dies weiter aus: „Und seit über einem Jahr gibt es Menschen, die sich diesen Herausforderungen in ganz besonderem Maße stellen und ihre Mitmenschen dabei unterstützen, diese Krise so gut es geht zu bewältigen.“ Neben Vertretern der Jury zeichnet er einige dieser engagierten Menschen aus.

„Besondere Zeiten erfordern besondere Entscheidungen“, erklärt der Marburger HU-Regionalvorsitzende Franz-Josef Hanke. Darum hat die Jury beschlossen, neben dem „Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte“ in diesem Jahr ausnahmsweise auch vier Marburger Gruppen mit einem „Marburger Leuchtfeuer für besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie“ auszuzeichnen.

Das Marburger Leuchtfeuer 2021 geht an Halina Pollum, die sich in herausragender Weise kommunalpolitisch, aber auch für ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sowie geflüchtete Frauen und Kinder engagiert hat. Die Laudatio auf die Wahl-Marburgerin hält Karin Ackermann-Feulner. Die Geschäftsführerin des Bewohnernetzwerks für Soziale Fragen (BSF) am Richtsberg hat das Wirken der gebürtigen Polin seit ihrer Ankunft in Marburg vor 35 Jahren begleitet. Die Preisbegründung trägt der Jury-Sprecher, Ehrenbürger und Oberbürgermeister i.R. Egon Vaupel vor.

Mit dieser besonderen Auszeichnung „Marburger Leuchtfeuer für besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie“ gewürdigt werden die Nachbarschaftshilfe Marburg, die Marburger Tafel e.V., Das Medinetz Marburg e.V. und das Personal in Pflegeheimen und Kliniken.

„Sie alle stehen stellvertretend für die vielen Menschen in Marburg, die sich während des Lockdowns für ihre Mitmenschen eingesetzt haben“, erläutert Jury-Sprecher Egon Vaupel und ergänzt: „Mit der Würdigung möchten wir dazu aufrufen, ihrem Beispiel zu folgen und auch weiterhin Solidarität miteinander und füreinander zu üben.“

Nur wenige Tage nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatten sich bereits mehr als 400 Menschen in verschiedenen Online-Gruppen zusammengefunden, um ihre Mitmenschen in der Nachbarschaft zu unterstützen. Sie übernahmen Einkäufe, andere Erledigungen und Botengänge oder führten den Hund einer sogenannten „Risikoperson“ aus. Damit gebe die Nachbarschaftshilfe Marburg laut Preisbegründung der Jury „ein Beispiel für ein konstruktives Miteinander unterschiedlicher Generationen gerade in herausfordernden Zeiten“.

Der Lockdown hat auch die Marburger Tafel vor erhebliche logistische und organisatorische Probleme gestellt. Gleichzeitig ist die Not und damit der Bedarf an Unterstützung durch die Lebensmittel der Tafel angestiegen. Weil ihr angestammtes Domizil nicht dafür geeignet war, hat die Marburger Tafel e.V. auf dem Gelände der Kreisverwaltung extra ein Zelt aufbauen lassen, um Bedürftige Corona-konform mit Lebensmitteln zu versorgen.

Auch unter den erschwerten Bedingungen während des Lockdowns haben Freiwillige vom Medinetz Marburg e.V. Menschen zu medizinischen Behandlungen begleitet und gegenüber dem Personal in Praxen und Kliniken die Kostenübernahmeerklärungen vorgetragen.

Gleichzeitig haben sie Geflüchteten und anderen sozial benachteiligten Menschen komplexe medizinische Befunde und Behandlungen erklärt sowie sie zur Inanspruchnahme ihres Rechts auf Zugang zu ärztlichen Leistungen bestärkt. Das „Medinetz“ beweise da Mitmenschlichkeit und Mitgefühl, wo das offizielle Gesundheitssystem versagt.

Für sein herausragendes Engagement während der Corona-Krise zeichnet die Jury außerdem das Pflegepersonal mit dem Marburger Leuchtfeuer für besonderen Einsatz in der Corona-Pandemie aus. Stellvertretend für alle Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern würdigt die Jury damit das Personal der Corona-Intensivstation im Universitätsklinikum Marburg des UKGM und die Pflegenden im Heim Balz. Die enorme physische und psychische Belastung haben die meisten Pflegenden bis heute aus- und durchgehalten, obwohl sie daneben – genauso wie alle anderen – monatelang die Lasten der Pandemie ertragen mussten.

Die Auszeichnungen werden am 15. Juli während einer Feierstunde verliehen.