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Personalabwanderung am UKGM verhindern – Bündnis90/Die Grünen Marburg besorgt über Arbeitsbedingungen

29.10.2021 (pm/red) Fraktion und Parteivorstand von Bündnis90/Die Grünen Marburg zeigen sich besorgt über die unbefriedigende Situation am Marburger Universitätsklinikum, besonders mit Blick auf Personalabwanderung wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Das Universitätsklinikum sei das einzige Krankenhaus, das die medizinische Grundversorgung der Menschen der Stadt Marburg sowie des Landkreises Marburg-Biedenkopf vorhält, wird in einer Pressemitteilung angeführt.  Die Privatisierung, die mittlerweile fast unisono als großer Fehler bezeichnet werde, habe dem Klinikum bisher nur negative Schlagzeilen und weder für die Patienten noch für die Qualität von Forschung und Lehre Vorteile gebracht.

Die sich stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen führten auch jüngst wieder zur Abwanderung von medizinischem Personal und Pflegekräften. Seit 2012 hat die Stadtverordnetenversammlung immer wieder an die Landesregierung appelliert, die Leistungen des Klinikums als Vollversorger sowohl durch Investitionen in die Infrastruktur sicherzustellen, als auch für ausreichendes und qualifiziertes Personal durch gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Durch den Eigentümerwechsel von der Rhön-Klinik AG zu Asklepios habe sich die Situation in den letzten Monaten noch einmal dramatisch verschärft, wird von Bündnis90/Die Grünen Marburg eingeschätzt. Das eingesetzte Kapital soll offensichtlich Rendite erwirtschaften. Mittlerweile kündigen Arbeitnehmer/innen ganzer Abteilungen ihre Arbeitsverhältnisse und man lasse „sie ohne Nachfrage nach dem warum, einfach weggehen“. Ärztinnen und Ärzte stünden ebenfalls unter einem gewaltigen Druck, sich vorrangig um wirtschaftlich lukrative PatientInnen zu kümmern.

Diese Entwicklung müsse gestoppt und die unhaltbaren Zustände müssen dringend behoben werden. Zum einen erwarten Bündnis90/Die Grünen Marburg, dass die neue Bundesregierung das renditeorientierte Krankenversicherungssystem mit seinen Fallpauschalen schnellstmöglich reformiert. Zum anderen müsse auch das Land Hessen im Rahmen seiner Möglichkeiten umgehend handeln, damit eine gute gesundheitliche Versorgung der Marburger Region sicher gestellt wird und die Medizinische Fakultät der Universität Marburg, ihr guter wissenschaftlicher Ruf in Forschung und Lehre, nicht in Misskredit gerät.

Perspektive für die Rückabwicklung der Privatisierung

„Wir appellieren an die Landesregierung, bald Vorschläge für die Lösung der aufgezeigten Probleme vorzulegen und die Rückabwicklung der Privatisierung ernsthaft zu prüfen“, so die aktuelle Postionierung in Marburg.  Aus Sicht der Marburger Grünen wäre die Überführung in die öffentliche Hand bzw. eine öffentliche Rechtsform die stabilste und zukunftsfähigste Lösung für das Marburger Universitätsklinikum.

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