Finale furioso mit Freibier Symposium und Techno-Rave unterm Wursthimmel

09.11.2021 (yb) Solch eine Finissage hatte es noch nicht. Wobei Janosch Feiertag als Stipendiat des Jahres 2021 vorher schon ebbes abgezogen hatte. Es gab die Einladung wieder im Stil eines Kirmesplakats, in der Farbgebung schwarz …

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Online-Jahresausstellung Blaue Linse präsentiert unter dem Titel „Weg – weg“ Marburg Fotografien

Foto von Reinhard Keller im Rahmen der diesjährigen Online-Ausstellung der Blauen Linse zum Thema „Weg – weg“.

02.11.2021 (pm) Auf die Schnelle betrachtet, scheint die Bezeichnung Weg eindeutig zu  sein. Täglich gehen, laufen oder fahren wir Wege. Wege verbinden zwei  voneinander entfernte Orte, die von Menschen oder Tieren, zu Fuß oder  mit Hilfsmittel zurückgelegt werden. Dabei entfernen wir uns von einem  Ort und sind plötzlich weg. Und schon beginnt das Spiel mit der  Wortbedeutung und wird zur fotografischen Herausforderung, der sich die  FotografInnen der Blauen Linse in gewohnt unterschiedlicher Weise  stellen.

So sind in der aktuellen Ausstellung Wege im geografischen Sinn  ebenso zu sehen wie Wege in zeiträumlicher Bedeutung, wenn ein  verlassener Gebäudekomplex auf dem Weg zu einer Nutzungsänderung gezeigt  wird oder Fotografien auf längst Vergangenes verweisen. Wie ein Pendel  schwingen die fotografischen Beiträge zwischen den Wortbedeutungen hin  und her. Den zurückgelegten Wegen widmen sich Peter Beltz, Heike Heuser, Reinhard  Keller, Friedemann Korflür, Chris Schmetz und Edgar Zieser.

Peter Beltz widmet sich den Wegen durch Marburg, kontrastiert dabei  vertraute Wegansichten der alten Stadt mit modernen, rein funktionalen
Verbindungswegen.

Heike Heuser zeigt in ihrer abstrakten Serie „Naturwege“ durch menschliches Eingreifen verursachte Spuren und Wege in  der Natur zwischen Erde und Himmel vom Frühjahr bis Winter. Reinhard  Kellers Fotoreihen erzählen von „Überwegen“, an denen Menschen Straßen  überqueren, flüchtige Momente nur.

Chris Schmetz beobachtet in seiner  Serie „Auf DEM Weg“, wie unterschiedlich Menschen einem vermeintlichen gleichen Ziel entgegenstreben. Dass auch tierische Zeitgenossen Wege zurücklegen, erzählt Edgar Zieser in einer kurzen, hoch dramatischen Geschichte von der Lust der Schnecken und des Menschen Leid.

Dass Wege nicht immer eindeutig sind, zeigt Friedemann Korflür in einem gemeinsamen Projekt mit Anne Strecke, die im südlichen Afrika erleben,
dass Wege auch mal „weg“ sein können – sind sie wirklich „weg“ oder nur  un-weg-sam?
Wie Vergangenes Erinnerungen wachruft, wird in der Serie von Armin Bender betont. Zwanzig Jahre sind vergangen, doch 9/11 wirkt bis heute;
er lebte davor in New York und erinnert sich.

In Erhart Dettmerings Beitrag sind Spuren des Vergänglichen an der Außenseite des Marburger
Elisabethaltars zu sehen, wie er schreibt:  „Was weg ist, ist weg, regt aber, wenn bei einem Gemälde detailreiche, farbige Reste erhalten sind,
die Phantasie an: Was hat die Königstochter Elisabeth im Jahr 1211 wohl alles auf ihrem Weg von Ungarn auf die Wartburg erlebt?“

Dagegen erinnert Gudrun Niessner-Wild in ihrer Serie „Ei (n) weg“ mit einem Augenzwinkern an das Vergehen des Materiellen.
Wenn Susanne Saker die Beelitz-Heilstätten, die halbverfallenen Sanatorien mit ihrem morbiden Charme präsentiert, zeigt sie damit, wie man sich um einen „Weg weg“ vom Gruselimage dieses Ortes und seiner Geschichte hin zum Erlebnispark für die ganze Familie bemüht.

Die Ausstellung „Weg – weg“ ist —>ab 1.11.2021 unter www.blaue-linse.de online zu besuchen.