Zukunftszentrum „Mikrokosmos Erde“ in Marburg eröffnet

16.09.2022 (pm/red) Das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und die Philipps-Universität eröffneten am Freitag, 16. September 2022, das neu geschaffene „Zukunftszentrum Mikrokosmos Erde“ auf dem Campus Lahnberge in Marburg. Zahlreiche Ehrengäste, darunter die hessische Ministerin für …

Lesen Sie den gesamten Beitrag »
Stadt Marburg

Energie

Hessen

Kassel

Museumslandschaft Hessen Kassel

Home » Hessische Geschichten

Hessens Mittelalter in literarischer Spurensuche –  Lern-App „MApentiure“ jetzt als Buch erschienen

Den Kannibalen konnte er entkommen. Hans Staden und sein Reisebericht aus Brasilien, die „Wahrhaftige Historia“, findet sich im Führer zu Orten mittelalterlicher Literatur. Im nordhessischen Wolfhagen erinnert eine Statue von Karin Bohrmann-Roths an den Abenteurer und Autor. Foto Antonia Krihl

15.02.2022 (pm/red) Wie entkam der hessische Söldner Hans Staden den brasilianischen Kannibalen? Welcher Skandal belastete die Klosterneugründung in Eberbach? Wo entstand das teuerste Buch der Welt? Und welche Streiche spielte Till Eulenspiegel in Marburg? Antworten auf diese Fragen bietet die Lern-App „MApentiure“, die zu Burgen, Kirchen und anderen Orten führt, zu denen sich literarische Geschichten aus dem Mittelalter erzählen lassen. Die Initiatoren aus der Mediävistik der Philipps-Universität haben die Beiträge der App jetzt in einem Buch versammelt.

Dieses Buch nimmt die Leserschaft mit auf eine Abenteuerreise, bei der sie sich auf den Spuren der mittelalterlichen Literatur in Hessen bewegen. Germanisten führen an 43 Orte – von Helmarshausen im Norden bis nach Neckarsteinach im Süden – und geben Einblicke in die Kultur vergangener Zeiten. „Oftmals ist den Orten gar nicht anzusehen, in welcher Beziehung sie zur Literaturgeschichte stehen“, sagt der Marburger Mediävist Professor Dr. Nathanael Busch, der das Gemeinschaftswerk angestoßen hat. „Unser Buch beschreibt, welche Pilgerberichte, Heldenlieder, mystischen Traktate und Zaubersprüche mit den mittelalterlichen Stätten verbunden sind.“

Der Sammelband liefert zu jedem Ort mehrere Beiträge: Ein kurzer Text verbindet jeden der Orte mit einem literarischen Werk aus dem Mittelalter und liefert ein Stichwort zum literaturgeschichtlichen Kontext; außerdem gibt es weiterführende Hinweise, etwa Tipps für Freizeit- und Kulturangebote. Als Lernorte haben die Autorinnen und Autoren zum Beispiel das Marburger Schloss, Kloster Eberbach oder die Burgruine Steckelberg ausgewählt. Wie gelangen irische Randnotizen nach Mittelhessen? Wo liegt der Brunnen, an dem Siegfried ermordet wurde? „Lassen Sie sich überraschen von der Vielfalt der Zeugnisse und Ereignisse, die es zu entdecken gibt“, empfiehlt Busch.

Das Buch überträgt die Inhalte der Lern-App „MApentiure“ in die gedruckte Form. Die Lern-App versteht sich als ein Pilotprojekt mobiler Lehre für philologische und geisteswissenschaftliche Fächer. Für die Inhalte zeichnen Mediävisten und Mediävistinnen hessischer Universitäten verantwortlich. „So profitiert das Projekt nicht nur von stilistischer Textvielfalt, sondern auch von ganz unterschiedlichen Herangehensweisen und Erfahrungen“, verspricht Busch.

N. Busch, A. Hofmann, J. Josten (Hg.) Mapentiure Hessen
Auf den Spuren mittelalterlicher Literatur
Darmstadt (WBG) 2021, ISBN 978-3-534-40564-0
200 Seiten, 20 Euro

Contact Us