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Haltung zeigen: Internationale Wochen gegen Rassismus vom 13. bis 29. März

09.03-2022 (pm/red)  Ob Fachvortrag zu Erziehung oder „Living Library“: Bei den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ geht es darum, ins Gespräch zu kommen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Auch in diesem Jahr macht die Stadt Marburg bei der Aktion der Vereinten Nationen mit – und hat gemeinsam mit rund 20 Kooperationspartner*innen ein vielfältiges Programm vom 13. bis 27. März auf die Beine gestellt. Das Motto in diesem Jahr: „Haltung zeigen“.

 Marburg positioniere sich gemeinsam gegen Rassismus und gegen jegliche Form der Diskriminierung. Deshalb sei klar, dass die Stadt sich trotz – oder gerade wegen – des Krieges in der Ukraine an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteilige. Marburg habe eine klare Haltung gegen die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrem Glauben, ihrer Kultur, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Identität.

„Rassisten sind nicht als Rassisten geboren, sie sind Rassisten geworden. Bei der Entwicklung zu Rassisten hat die ganze Gesellschaft beigetragen. Wir sind deshalb alle in der Pflicht, wachsam zu bleiben“, sagt Xiaotian Tang, Integrationsbeauftragte der Stadt Marburg: „Wir sagen laut NEIN zu Rassismus. Egal, ob als Witz oder Meinung, die etwa bei einer Familienfeier auftaucht.“ Sie möchte alle dazu ermutigen, „Stopp“ zu sagen und so zu helfen.

Dass eine klare Haltung und Engagement gegen Rassismus notwendig sind, zeigen Zahlen des Bundeskriminalamtes zu sogenannter „Hasskriminalität“. Das sind Straftaten, bei denen Täter*innen durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Im Jahr 2020 wurden über 10.000 solcher Fälle gezählt – eine Zunahme zum Vorjahr um knapp 20 Prozent.  An die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurden im Jahr 2020 über 2000 Anfragen im Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung gestellt. 

Internationale Wochen gegen Rassismus in Marburg

„Die Gesellschaft muss vielfältig sein, damit wir uns gegenseitig bereichern“, so Johannes Maaser, Koordinator des Projekts „Einsicht – Marburg gegen Gewalt“ im Fachdienst Gefahrenabwehr und Mitinitiator der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Marburg. „Wir brauchen den aktiven Austausch miteinander, sonst bleiben wir uns fremd. Der oberste Wert unserer Demokratie ist die Würde aller Menschen: Für einhundert Prozent Menschenwürde treten wir gemeinsam ein“, ergänzt er weiter. Organisiert wird das Programm zudem von der Antidiskriminierungsstelle,  den Koordinationskräften des Landesprogramms „Wegweisende Integrationsansätze realisieren“ (WIR) sowie dem Ausländerbeirat der Universitätsstadt Marburg. Die Internationalen Wochen werden durch die Stadt finanzielle unterstützt – im Rahmen des Projekts „Dialog und Vielfalt“ der Bürger*innenbeteiligung. In Marburg tragen rund 20 Kooperationspartner*innen zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus bei.

Die offizielle Auftaktveranstaltung findet in Marburg bereits einen Tag vor dem Start der bundesweiten Aktionswochen statt: Am Sonntag, 13. März, können Interessierte ab 10.30 Uhr an einem Postkolonialen Stadtrundgang teilnehmen, mit der Fragestellung: „Inwieweit ist der Kolonialismus – auch in Marburg – bis heute im Alltag präsent?“. Organisiert wird die Aktion vom Weltladen Marburg. Treffpunkt und erste Station des Rundgangs ist die Gedenkinstallation „Verblendung“ beim Jägerdenkmal im Ludwig-Schüler-Park Marburg. Hier soll es auch die Möglichkeit eines kurzen Austauschs mit dem Oberbürgermeister geben.

Am Dienstag, 15. März, startet die Veranstaltungsreihe „Diversitätssensibel Erziehen“, organisiert vom Ausländerbeirat und dem Interkulturellen Begegnungszentrum Kerner. In ihrem Online-Vortrag mit dem Titel „Umgang mit Unterschieden: Kindern Vielfalt wertschätzend vermitteln“ zeigt Diversity-Trainerin Dr. Nkechi Madubuko Wege, wie kindliche Erziehung vorurteilssensibel gestaltet und mit Empowerment Diskriminierungserfahrungen entgegengewirkt werden kann. Der Online-Vortrag wird am 24. April um 18 Uhr noch einmal wiederholt. Die Zugangsdaten sind unter https://www.xn--auslnderbeirat-marburg-34b.de/ zu finden.

Über den gesamten Zeitraum der Aktionswochen stellt die Seebrücke Marburg eine Online-Materialsammlung zum Thema „Kritisches Weißsein“ zur Verfügung. Podcasts, Videos und Bücher laden zum Reflektieren der eigenen Rolle in der Gesellschaft ein. Begleitend dazu finden drei Online-Abende zum Austausch statt, am 17. März, 24. März und 7. April jeweils von 19 bis 20.30 Uhr. Für den zweiten und dritten Termin wird um vorherige Anmeldung per Mail gebeten, an marburg@seebruecke.org. Alle Informationen zur Anmeldung, die Beschreibungen der einzelnen Austauschabende, sowie den Link zur Materialsammlung finden sich unter https://seebruecke.org/mach-mit/deutschland/hessen/marburg.

Am Freitag, 18. März, bietet das Jugendbildungswerk der Universitätsstadt Marburg von 9 bis 15 Uhr den Online-Workshop „#1coolermove – Gegen Diskriminierung für eine solidarische Zivilgesellschaft“ an. Dabei werden Teilnehmende von Expert*innen des Paritätischen Bildungswerks Bundesverband in das Online-Tool „#1coolermove“ eingeführt, das genutzt werden kann, um mit Jugendlichen über Ausgrenzung, Mobbing, Diskriminierung oder Zivilcourage ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Lösungswege zu finden. Der Workshop richtet sich an pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Multiplikator*innen. Eine Anmeldung ist bis zum 14. März per E-Mail an jugendbildungswerk@marburg-stadt.de möglich.

Ein „Tag der offenen Tür gegen Rassismus“ mit Informationsständen und Mitmach-Stationen findet ebenfalls am Freitag, 18. März, in der Ernst-Giller-Str. 5 beim Verein Arbeit und Bildung statt. Besucher*innen haben von 10 bis 16 Uhr die Möglichkeit, an unterschiedlichen Stationen kritische Beiträge zum Thema Rassismus und Angebote zur Stärkung von Diversität zu entdecken. Zusätzlich gibt es Live-Musik und arabisches Essen.

In der Marburger Fußgängerzone gibt es Improvisations-Theater: am Freitag, 18. März, von 16 bis 18 Uhr an der Treppe der Wasserscheide und am Samstag, 19. März, von 11 bis 13:30 Uhr am Marktplatz. Die Initiative „200 nach Marburg“ setzt sich gemeinsam mit dem Fast Forward Theater in Straßenszenen mit dem Thema Flucht und Fremdsein auseinander. Es werden Fragen des Ankommens und Willkommenseins gestellt und Impulse gegeben. So kann die eigene Position reflektiert und der Versuch unternommen werden, sich in die Lage von Geflüchteten zu versetzen.

Mitmachen und Neues lernen

Zum Mitmachen fordert die Marburger Moschee bei der „Living Library – Vorurteile abbauen, Verbindungen schaffen“ auf: Die „Lebenden Bücher“ gehören Personengruppen an, die mit Vorurteilen, Stereotypisierung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind. Die Entleiher*innen bekommen so die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, mit denen sie sonst nicht oder nur selten in einen Dialog treten. Die Aktion findet am Sonntag, 20. März, in den Räumen der Islamischen Gemeinde Marburg statt. Gleichzeitig werden Führungen durch die Moschee und die Möglichkeit zum Kennenlernen mit Tee und Gebäck angeboten.

„Der Umgang mit Hass und Hetze im Netz“ lautet der Titel eines Online-Workshops des Vereins Arbeit und Bildung. Am Dienstag, 22. März, zwischen 16.30 und 18 Uhr, gibt Referentin Ida Leichthammer den Teilnehmenden praxisorientiert anhand von unterschiedlichen Fällen Handlungsoptionen an die Hand. Eine Anmeldung ist bis zum 20. März an leichthammer@arbeit-und-bildung.de möglich. Ein weiterer Online-Workshop für Inhaber*innen und Personalverantwortliche trägt den Titel „Keine Angst vor’m AGG – mit positiven Maßnahmen attraktiver Arbeitgeber sein“. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 23. März, von 10 bis 12 Uhr statt und gibt einen Überblick über die Bedeutung des AGG für die Arbeitswelt. Thematische Inputs, Beispiele positiver Maßnahmen, Austausch und Transfer sind Bestandteile des Workshops. Eine Anmeldung ist bis 21. März per E-Mail an iq-hessen@arbeit-und-bildung.de möglich.

Weiter geht es am Donnerstag, 24. März, um 18.30 Uhr mit einem Erzählcafé zur Wahrnehmung von Rassismen im Alltag und Selbstreflexion. Die vom Fachdienst Migration und Flüchtlingshilfe sowie der WIR-Koordination veranstaltete offene Gesprächsrunde findet im Saal der Evangelischen Gemeinschaft Marburg Süd und online statt. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, sich über ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse im Alltag auszutauschen sowie mit Möglichkeiten für Veränderungen auseinanderzusetzen.

Das KiJuPa Marburg führt gemeinsam mit der Frauenvereinigung Soroptimist International Club Marburg erneut die Stolperstein-Aktion „Sichtbar machen“ durch. Treffpunkt ist am Sonntag, 27. März, um 15 Uhr an der Synagoge in der Liebigstraße. Auf diesem Gedenksparziergang werden die Stolpersteine gereinigt und es wird den Schicksalen der dort abtransportierten jüdischen Mitbürger*innen gedacht.

Die offizielle Abschlussveranstaltung der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Marburg „TACHELES #2 – Digitale Vernetzungskonferenz zu Rassismus und Ausgrenzung in Marburg“ findet schließlich am Dienstag, 29. März, von 18 bis 21 Uhr statt. In der Online-Veranstaltung sollen Fragen wie „Wo stehen wir auf dem Weg zu einer rassismus- und diskriminierungsfreien Stadtgesellschaft? Wer ist wo aktiv? Was wurde seit der letzten TACHELES-Konferenz in Marburg getan und wie soll es weitergehen?“ diskutiert. Die Konferenz wird im Rahmen des städtischen Programms „Für Dialog und Vielfalt – Gegen Rassismus, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit“ vom Fachdienst Bürger*innenbeteiligung umgesetzt.

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