Ausstellung im Landesmuseum: Reise zum Vesuv – Anfänge der Archäologie am Golf von Neapel

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Raubkunst nach Kriegsverlust zurück in Kassel – Zur glücklichen Rückkehr von „Myrrha entflieht dem Lager ihres Vaters“

Nicolas Poussin (Nachfolger), Myrrha entflieht dem Lager ihres Vaters, um 1650 , Öl/Leinwand, 97 x 132 cm, MHK, Gemäldegalerie Alte Meister, Foto Mirja van Ijken

02.08.2022 (pm/red) Das Gemälde »Myrrha entflieht dem Lager ihres Vaters« aus der Nachfolge Nicolas Poussins zeigt nicht nur ein ungewöhnliches Thema, es hat auch eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich, wird von der Museumslandschaft Hessen Kassel mitgeteilt. Nachdem das Gemälde zweimal entwendet wurde, erst von den Truppen Napoleons und später noch einmal nach dem Zweiten Weltkrieg, tauchte das Gemälde 1989 zum ersten Mal wieder auf, verschwand erneut, und kommt nun wieder nach Kassel zurück.

Das Thema ist wie bei so vielen Gemälden Alter Meister den Metamorphosen Ovids entnommen und schildert wie Myrrha, die Tochter des Königs Kinyras von Zypern, in unglückliche Liebe zu ihrem Vater verfällt und sich nächtlich Zutritt zu seinem Bett verschafft. Nach der Entdeckung ihrer Tat wird sie von ihrem Vater verfolgt und flieht. Schließlich wird sie in einen Myrtenbaum verwandelt, aus dessen Rinde der gemeinsame Sohn Adonis entspringt.

Die selten dargestellte Geschichte macht das Gemälde schon zu einer Rarität, was vielleicht auch der Grund für den Erwerb durch Landgraf Wilhelm VIII. war. Ausgestellt war es seit der Mitte des 18. Jahrhunderts unter den Hauptwerken seiner Sammlung im großen Galeriesaal. Von dort versteckte es sein Enkel Kurfürst Wilhelm I., zusammen mit 47 anderen Gemälden, vor den anrückenden Truppen Napoleons. Das Versteck wurde jedoch entdeckt und die Gemälde von General Lagrange konfisziert. Sie wurden nach Frankreich transportiert und gelangten schließlich in den Besitz der Kaiserin Josephine.

Nach ihrem überraschenden Tod wurden fast alle Bilder an den russischen Zaren verkauft. Darunter war jedoch nicht das Gemälde mit Myrrha, das deshalb als eines der drei Bilder aus dem Lagrange-Raub bereits 1815 wieder nach Kassel zurückgelangte.

Zweimal entführt, zweimal wiedererlangt

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts störte man sich an dem Thema des Inzests und verdammte es ins Depot, wo es 1945 erneut entwendet wurde. Erst 1989 konnte die Spur wiederaufgenommen werden, als das Gemälde in einer Auktion in New York angeboten wurde.

Trotz intensiver Bemühungen konnte es damals nicht für Kassel zurück erworben werden. In der Folge verschwand es wieder von der Bildfläche und konnte erst 2020 in der Sammlung der La Salle University in Philadelphia ausfindig gemacht werden, die sich bereit erklärte, das Gemälde an Kassel zurückzugeben. Nunmehr hat dieser Klassiker geraubter Kunst in der Gemäldegalerie Alter Meister in Schloss Willhelmshöhe wieder (s)einen Platz gefunden.

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