EnRich: Zukunftskonzept für geschlechtersensible Forschung

01.03.2024| Im Wortlaut.  Es stellt sich zunehmend heraus, dass geschlechterrelevante Aspekte für objektive und zuverlässige Ergebnisse von wissenschaftlicher Forschung von großer Bedeutung sind. Mit dem Projekt „EnRich“ will die Philipps-Universität Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützen, …

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Alten-WG in einem Bauernhof – Fachwerkanwesen als Pflegebauernhof

Gruppenbild zur Projektverkündung: In Gladenbach-Diedenshausen soll auf einem Fachwerkhof der erste Pflegebauernhof in Hessen entstehen. Dort sollen pflegebedürftige Menschen ab 60 Jahren gemeinsam mit Tieren wohnen können, die sie zum Teil auch selbst versorgen. Foto nn/Landkreis

28.10.2022 (pm/red) Wohngemeinschaften (WG´s) sind eine verbreitete temporäre Art des Zusammenwohnens unter Studierenden und finden sich daher bevorzugt in Universitätsstädten. Seit einigen Jahren wird hier und da von Alten-WG´s berichtet, wiederum aus Städten, wo sich Ältere für gemeinsames Wohnen und Leben im Alter zusammentun. Auch in ländlichen Gebieten werden – mitunter als wohlfeile Geldanlage – Pflegeheime für Alte gebaut und betrieben. Dass es demnächst einen „Pflegebauernhof“ geben soll, in dem „pflegebedürftige Menschen ab etwa 60 Jahren gemeinsam mit Tieren wohnen, die sie zum Teil auch selbst versorgen“ sollen, ist eine Nachricht aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, in der mehrere neue Impulse und Anliegen übermittelt werden.

Dass es in zahlreichen Dörfern leer stehende und brachgefallene Bauernhöfe hat, ist bekannt. Für heutige im industriellen Maßstab betriebene Landwirtschaft braucht es nun mal keine Bauernhöfe mehr, allenfalls wird verbreitet noch eine große Halle für Großmaschinen genutzt. „In Gladenbach-Diedenshausen entsteht auf einem Fachwerkhof der erste Pflegebauernhof in Hessen“ wird per Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung mitgeteilt. Mit Fördermitteln soll eine Machbarkeitsstudie prüfen, wie sich ein denkmalgeschützer Fachwerkhof zur Nutzung als Pflegebauernhof umgestalten lasse.

Hinter dem Vorhaben steht „Gründerfamilie Kiefer“, die per Förderprogramm „Lokale Bausteine für ein gutes Leben im Alter“ unterstützt wird. Zukünftig sollen „Menschen in einer selbstorganisierten Service-Wohngemeinschaft leben, die wegen körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigungen, beispielsweise Demenz, nicht mehr selbständig ihren Haushalt und ihren Alltag gestalten können oder wollen.“ Dabei gibt es auch assistierende Beratung von einem Betreiber aus Rheinland-Pfalz, wo ein Pflegebauernhof als Pionierprojekt bereits 2018 umgebaut wurde.

Landrat Jens Womelsdorf begrüßt das Vorhaben, Ziel des Förderprogramm sei es „Investoren und privaten Trägern die Möglichkeit zu bieten, Altenhilfe und Ortskernbelebung zu verbinden.“ Als Kriterien und Anliegen des zugleich baulichen wie sozialen Projektes finden sich verschiedene Merkmale benannt:

  • Menschen leben in einer selbstorganisierten Service-Wohngemeinschaft
  • sie können wegen körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigungen nicht mehr selbständig ihren Haushalt und ihren Alltag gestalten
  • sie erhalten Unterstützung im Alltag sowie pflegerische Hilfen
  • die Bereitschaft und Fähigkeit sich auf das Leben in einer sozialen Gemeinschaft einzulassen ist Voraussetzung

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegebauernhofs werden in eigenen Zimmern leben, auch gemeinsame Nutzungsbereiche werde es geben. Beispielsweise seien eine gemeinsame Küche, ein Aufenthaltsraum, ein Musik- und Lesezimmer sowie ein Raum für die Arbeit der Pflegekräfte geplant. Die Wohngemeinschaften auf dem Hof in Diedenshausen sollen frühestens 2024 bezugsfertig sein, wird abschließend informiert.

Zunächst also erst einmal eine Machbarkeitsstudie. Ob und wie darin auch der Aspekt der Tierhaltung und -pflege mit heimischen Tierarten wie Esel, Ziege und Schaf oder eher Tierexoten wie Lama, Alpaka oder Vikunja empfohlen werden, siehe Foto oben, bleibt abzuwarten.

 

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