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Nordhessen soll Modellregion Energiesysteme werden

21.02.2023 (pm/red) Zum Auftakt des Landtagswahljahres in Hessen hat ein Bündnis nordhessischer Akteure Erwartungen an die Wiesbadener Politik formuliert. Im Mittelpunkt steht der Vorschlag einer Modellregion für nachhaltige und resiliente Energiesysteme, wofür Unterstützung vom Land erwartet wird.

Eine Modellregion  könne in Nordhessen auf starke Strukturen aufbauen und beispielgebend für andere Regionen werden, wozu  es der entschiedenen Unterstützung durch eine künftige Landesregierung bedürfe, wird in einer gemeiensamen Pressmitteilung festgestellt.. „Wie und in welchem Ausmaß dies geschieht, wird in der Region aufmerksam wahrgenommen“, heißt es in einem Positionspapier, das in Kassel vorgestellt wurde.

Das Papier ist von Vertreterinnen und Vertretern von 14 Institutionen, Verbänden und Unternehmen in Nordhessen unterzeichnet. Darunter sind die Universität Kassel, das Fraunhofer-Institut IEE in Kassel und der Deutsche Gewerkschaftsbund in Nordhessen. Unterstützt wird das Positionspapier zudem von der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände Nordhessen (VhU), der Handwerkskammer Kassel und der IHK Kassel-Marburg.

„Nordhessen ist stark. Die Region bietet ideale Bedingungen, die Energiewende beispielhaft voranzutreiben. Dafür erwarten wir von einer zukünftigen Landesregierung Unterstützung“, erläuterte die Präsidentin der Universität Kassel, Prof. Dr. Ute Clement. „Die Region gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten, ist nicht nur eine Chance für Nordhessen, sondern auch für die Überlebensfähigkeit unserer sozialen und natürlichen Umwelt.“

Dr.-Ing. Reinhard Mackensen, kommissarischer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, ergänzt: „Die Kombination aus Innovationsgeist und Forscherdrang findet Antworten auf Fragen der Energiewende, eine der wichtigsten Problemstellungen unserer Zeit. Mit geeigneten Rahmenbedingungen entstehen erstklassige Produkte und Lösungen für die Region, für Deutschland und für den internationalen Raum.“

„Wir bieten in Nordhessen Innovation, starke Netzwerke und kluge Köpfe. Die Region profitiert von qualifizierten Beschäftigten und motivierten Auszubildenden, die in der sozial-ökologischen Transformation Perspektiven brauchen und diese auch von einer neuen Landesregierung einfordern“, betonte Jenny Huschke, Regionsgeschäftsführerin des DGB in Nordhessen.

Die Forderungen an die Politik reichen von einer Stärkung der beruflichen Ausbildung und der universitären Bildung über Investitionen in einen Technologiepark Nordhessen bis zur Unterstützung von bürgerschaftlichen Beteiligungsformaten zur Energiewende.

Um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Praxis zu bringen, fordert das Bündnis die Finanzierung von sogenannten „Reallaboren“ mit etwa 30 Mio. Euro. In solchen Reallaboren testen und erproben Wissenschaft und Industrie ihre Innovationen in großem Maßstab und im echten Betrieb. Ausgerichtet an der anvisierten Modellregion für nachhaltige und resiliente Energiesysteme sind Reallabore in den Bereichen Klimaschutz, Energie- und Wärmeversorgung geplant.

Die Wahl zum Hessischen Landtag findet am 8. Oktober 2023 statt.

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