Harald Häusers „Am Himmelsrand“ in großen Formaten – Sinnenstarke Passionsausstellung in der Lutherischen Pfarrkirche

11.03.2023 (red) Mit der Aufführung der Messe in h-moll von J. S. Bach durch die Kurhessische Kantorei Marburg verbunden ist die Ausstellung beeindruckender Acrylgemälde von Harald Häuser. Die Lutherischen Pfarrkirche St. Marien wird damit erneut …

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Ausstellung „Stück für Stück“ im Rathaus lockt Besucher

Christoph Otterbeck, links, Leiter des Museums für Kunst und Kulturgeschichte und Stück-für-Stück-Kameramann Thomas Rösser. Foto Sabine Preisler

13.03.2023 (pm/red) Erinnerungsstücke von Marburger/innen und neue Perspektiven wirken als Ausstellung mit starker Anziehungskraft. Bislang gut verwahrt oder auf dem Dachboden verborgen, stehen 35 Objekte zur Stadtgeschichte im Mittelpunkt von „Stück für Stück“ im Rathaus.

„Wir hoffen, mit der Ausstellung das Bewusstsein für die Marburger Geschichte zu schärfen. Für die Geschichte, die bereits erforscht ist“, so Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Thomas Spies vor über 100 Gästen bei der Eröffnung: „Aber auch für die, die noch geschrieben werden muss.“

Was haben chinesische Figuren mit Marburg zu tun? Welche Geschichte der Stadt erzählt wer mit dem Porzellan der einstigen Tiergarten-Gaststätte, dem Gong vom Gasthaus Hannes aus Weidenhausen, einem Schlosssouvenir oder einem Foto vom Stadtteil Richtsberg ?

Bis zum 23. April kann Di bis So von 14 bis 18 Uhr im Ausstellungssaal des Rathauses das Besondere von „Stück für Stück“ betrachtet werden. Originale in der neuen Ausstellung und Videos von Beteiligten erläutern dazu persönlich, was den Gegenstand für sie zu einem „Stück Marburg“ macht, warum er in ein Museum von Morgen gehört.

Die Ausstellung „Stück für Stück“ erzählt Stadtgeschichte von Mensch zu Mensch und lädt bis zum 23. April zum Entdecken ins Rathaus ein. Foto Sabine Preisler

Über 100 Gäste sehen zum Auftakt 35 Erinnerungsobjekte

„Stück für Stück“ erzählt Stadtgeschichte von „Mensch zu Mensch“ mit Perspektivwechsel und Beteiligung. Es gelingt mit der Ausstellung, behutsam den Impulsen der Bürger/innen zu folgen und die Erinnerungen in Wortbeiträgen und Bildern zeitgeschichtlich zu rahmen und kontextualisieren. Dazu gibt es elf Stationen: „Verblendung“ (Kolonialismus), „Über Weidenhausen hinaus“ (Marburgs Tor zur Welt), „Geselligkeit und Gesellschaft“, „Schlossansichten“, „Vom Pilgrimstein zum Biegen“, „Studi-Leben“, „Synagoge – Jüdisches Leben“, „Notunterkunft am Krekel“, „Richtsberg – Buntes Quartier“,

Außerdem eine „Meinungs-Tauschbörse“ und das „Stadtlabor“ zum Mitmachen bieten Raum für Rückblicke auf legendäre Sommerkonzerte oder Unisommerfeste. Der Original-Pappmaché-Kopf vom Städteturnier „Spiel ohne Grenzen“ der 70er Jahre fehlt nicht. Anregungen für den kritischen Blick zurück sind ebenso Bestandteil wie Stimmen, die sonst wenig gehört werden.

„Es ist ein Ausstellungskonzept, das den modernen Erfordernissen von Musealität, Digitalität, Pädagogik und Beteiligung entspricht. Und das Marburg in seiner stadtgeschichtlichen Vielfalt widerspiegelt“, betonte Oberbürgermeister Spies zum Auftakt. Und das sei von höchster stadtgesellschaftlicher Bedeutung. Denn „Stück für Stück“ gestalte damit den Weg stadtmusealer Entwicklung, aus dem „einzigartigen Blickwinkel der Marburger Mensceh erzählt – anhand ihrer Alltagsobjekte, ihrer Gedanken und Erinnerungen“, dankte er als Kulturdezernent den leihgebenden Bürger*innen.

Exponate von der Werksjacke bis zum Bierseidel erinnern an Marburgs lange Brauereitradition. Foto Sabine Preisler

Perspektivenwechsel zur Zeitgeschichte und unsere Rolle darin

„Wer die 35 Objekte entdecken will, ist also zugleich willkommen, über Wege und neue Perspektiven der Erinnerungskultur nachzudenken“, so Ruth Fischer, Leiterin des Fachdienstes Kultur der Stadt. Sie ist konzeptionell beteiligt. die Präsenation habe Werkstattcharakter und belege, dass ein Museumskonzept nicht allein auf bekannte zeitgeschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten zu reduzieren sei.

Neben verschwundenen Orten lernen Gäste die Lebensgeschichte von Ilse Flachsmann kennen, eine der wenigen Jüdinnen, die sich nach ihrer Deportation und KZ entschied, nach Marburg zurückzukehren.  Marburgs bekanntesten Exportartikel: Das Schloss wird seit dem 17. Jahrhundert von Menschen als Ansicht immer wieder festgehalten.

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