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Zum Abschluß am Original: Bildbetrachtung in situ vor Heinemann-Sgraffito am Grundschul-Gebäude

Wandbild von Günter Heinemann an der ehemaligen Schule in Willingshausen. Sternblad-Foto Hartwig Bambey

13.07.2023 (pm/red) Die Kultur-Initiative-Willingshausen (KiWi) lädt für SDamstag,  15. Juli – 18 Uhr,  zu einer Bildbetrachtung des Original-Sgraffitos von Günter Heinemann an der früheren Grundschule von Willingshausen, Friedrich-Steinmeyer-Straße 2a, ein.

Zwangsläufig müsste sich eine Ausstellung von solchen Wand- und Deckengestaltungen im Normalfall auf Fotografien, Entwurfszeichnungen usw. beschränken, erläutert Jörg Haafke. Die Objekte sind groß, fest verbunden mit Gebäuden und räumlich weit verstreut. In dem von ihm betriebenen Kulturhaus AnTreff wird derzeit die fotografische Dokumentation „Kunst am Bau – Wandbilder von Günter Heinemann“ gezeigt.

Sie ist letztmalig ebenfalls am 15. Juli von 10 bis 13 Uhr im Kulturhaus AnTreff zugänglich. Die an den Originalstandorten von Erich Würz-Huß erstellten Fotografien dokumentieren das umfangreiche künstlerische Werk des Willingshäuser Künstlers Günter Heinemann.  Dieser hat sich zudem ab 1971 gemeinsam mit dem Willingshäuser Georg Todt um die Entwicklung eines Malerdorf-Tourismus grundlegend verdient gemacht hat. Auffällig abweichend von seinen abstrakten und grafischen Kompositionen an zahlreichen öffentlichen Neubauten der 1950er und 60er Jahre weisen die von Heinemann in Willingshausen erstellten Sgraffitos eine sehr bildhaft anschauliche Sprache auf.

Drei Erwachsende und zwei Kinder in je typischer Trachtenkleidung finden sich als Wandbild auf der Fassade des vormaligen Gasthauses Völker dargestellt. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

 Sie zeigen die Tracht, originalgetreu wie an dem früheren Gasthaus an der Kreuzung in der Ortsmitte. An der Giebelwand der früheren Grundschule wird Willingshausen und die Schwalm in Gegenüberstellung der Jahrzehnte zurückliegende Zeit dargestellt. Zur Zeit des Schulneubaus zu Beginn der 1960er Jahre gab es längst eine modernen Welt ferne der Tracht und Nostalgie.

Ulrike Schulte, die Leiterin der Malschule Willingshausen, wird bei der Objektbetrachtung an der Giebelwand Erläuterungen zur Entstehung, zur Technik und zur Bildaussage dieses Sgraffitos vortragen. Schulte hatte zu Beginn der 1990er Jahre die Malschule von Günter Heinemann übernommen und hat gute Einblicke in dessen künstlerische Vorstellungen wie gesellschaftliche Wahrnehmungen gewinnen können.

Das Kulturhaus AnTreff hatte erstmals 2017 die Fotodokumentation von Erich Würz-Huß zu dem Hauptwerk des 1999 verstorbenen Günter Heinemann gezeigt. Seinerzeit war der drohende Abriß des früheren Schulgebäudes und die mögliche bauliche Verdichtung des weitläufigen Schulgrundstücks das primäre Motiv für die Ausstellung.

„Mit Margitta Braun-Biskamp und Johannes Biskamp haben sich jedoch Käufer gefunden, die das Grundstück behutsam entwickeln und vor allem das Schulgebäude mit dem Sgraffito erhalten haben“, erläutert Jörg Haafke erfreut. Leider gebe es aus der jüngsten Vergangenheit auch andere, schlechte Beispiele zum Umgang mit den großflächigen, den öffentlichen Raum prägenden Kunstwerken wie etwa der Burek-Sgraffitos am Schwalm-Gymnasium in Treysa oder an der Grund- und Hauptschule in Ziegenhain.

„Vielleicht trägt nun die aktuelle Ausstellung sowie die Originalbetrachtung des Wandbildes in der Friedrich-Steinmeyer-Straße noch dazu bei, dem bedeutsamen Beitrag von Günter Heinemann für den heutigen Stellenwert des Malerdorfes die angemessene Wahrnehmung zu verschaffen. Die Renaissance als veränderte Belebung und Besinnung in Willingshausen wäre ohne die Schaffung der kultur-touristischen Attraktion von Angeboten von Malkursen für Freizeitmaler seitens der Malschule Willingshausen und deren kontinuierliches Anbieten über die Jahrzehnte nicht denkbar“, so Jörg Haafke.

 

 

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