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TIDE im Fridericianum – Erste Einzelausstellung von Tauba Auerbach in Deutschland

Die Tauba Auerbach Ausstellung „TIDE“ päsentiert zahlreiche Werke in den verschiedenen Gebäudeteilen des Kasseler Friedericcianum. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

24.07.2023 (red) Das Fridericianum in Kassel präsentiert Malereien, Zeichnungen, Webarbeiten, Filme, Künstlerbücher, Typografie und Skulpturen von Tauba Auerbach in einer weitläufigen Ausstellung. 1981 in San Francisco geboren und in New York lebend, spürt Auerbach den sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen, Strukturen und Rhythmen nach, die unser Universum prägen.

Zugleich ist der künstlerische Blick auf das Mikro- und Makrokosmische gerichtet, aus denen sich die Komplexität des Seins konstituiert. Die künstlerische Position korrespondiert mit wissenschaftlichen Disziplinen wie Mathematik, Physik, Anatomie, Linguistik und Philosophie. Ein Fokus liegt auf jenen Bereichen, die sich nicht eindeutig messen, zuordnen oder erklären lassen.

Geflochtene Glasperlen auf einer Tischfläche streben eine organische Form an. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Die Werke Auerbachs werden „als feinfühliger Ausdruck künstlerischer Forschung angesehen indem sie von einer innovativen, zum Teil ungewohnten Ästhetik und Formensprache, andererseits von einer bemerkenswerten Vielfalt geprägt sind.“ Beides begründet Auerbachs souveräne Stellung in der zeitgenössischen Kunst, die in zahlreichen Einzelausstellungen in Institutionen wie dem San Francisco Museum of Modern Art (2021), dem Museum of Contemporary Art in Cleveland (2018),  dem Institute of Contemporary Arts in London (2014), im WIELS Contemporary Art Centre in Brüssel (2013) und der Bergen Kunsthall (2011) Ausdruvk gefunden hat.

Die Produktionsprozesse der künstlerischen Position werden von einer Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmt, so etwa durch das stete Experimentieren, das kontinuierliche Erlernen und Praktizieren handwerklicher Techniken, wie das Marmorieren oder das Glasfusing (ein Verfahrenzur dauerhaften Verschmelzung verschiedenartiger Glasteile) durch die Nutzung von maßgefertigten Werkzeugen oder das Arbeiten in Serien.

Glasfusing von Tauba Auerbach lässt im Verschmelzungsprozess verschiedener Glaselemente Farben und organisch anmutende Stukturen entstehen. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Anhand von mehr als hundert Werken bietet die Ausstellung im Fridericianum die Möglichkeit, die Gedanken, Fragestellungen und Zielsetzungen sowie die daraus erwachsende Praxis der künstlerischen Position in großem Umfang kennenzulernen. Dabei wird Aufmerksamkeit auf die Betrachtung von Dualismen gerichtet, die für Auerbach zentral sind. In Bezug auf die architektonische Symmetrie des Fridericianum sind in der Schau Werke einander gegenübergestellt, die in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen – in dem nordwestlichen Gebäudeteil durch den gemeinsamen Verweis auf „Teilchen“, so etwa die Foam-Gemälde (2023) und Org-Skulpturen (2023). Im südöstlichen Flügel finden sich Werke in Anlehnung an „Wellen“, so etwa die Heat Current-Tapeten (2023) und Extended Object-Gemälde (2018–2023).

Das Schaffen der künstlerischen Position beinhaltet eine kontinuierliche Reflexion über unsere Existenz ohne darauf abzuzielen, Erklärungen zu liefern. In den Werken manifestieren sich Annäherungen an die unzähligen Facetten des Kosmos, die ein großes Potenzial für die Hinterfragung konventioneller Logiken und für Poesie eröffnen.

Lesesaal, Atelier und Typographie-Präsentation mit Druckerzeugnissen der DIAGONAL PRESS LIBRARY im eigenen Saal im Fridericianum. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Werke von Auerbach finden sich in den Sammlungen des Museum of Modern Art in New York, des Whitney Museum of American Art in New York, des San Francisco Museum of Modern Art, der National Gallery of Canada in Ottawa, des Astrup Fearnley Museum of Modern Art in Oslo, des Moderna Museet in Stockholm, des Centre Pompidou in Paris und des Museu de Arte Contemporânea de Serralves in Porto.

TAUBA AUERBACH „TIDE“ im Fridericianum
15. Juli 2023 – 14. Januar 2024
Friedrichsplatz 18, Kassel
Di – So & Feiertage von 11 – 18 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

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