„Mär vom aufgeblähten deutschen Staat“ per Datencheck entkräftet

16-02-2024 (pm/red) Anders als bisweilen behauptet, sind die Staats- und Sozialausgaben in Deutschland weder im internationalen noch im historischen Vergleich besonders hoch – und zuletzt auch keineswegs stark gewachsen. Das zeigt eine neue Datenanalyse des …

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Storcheninvasion zur Nachungssuche bei Niederweimar

18.08.2023 (pm/red) Für einen eher ungewöhnlichen und eindrucksvollen Anblick sorgten jetzt 30 bis 40 Weißstörche auf einem Feld bei Weimar-Niederweimar. Die Vögel hatten sich dort für die Suche nach Nahrung versammelt. Anlaß war, dass ein Landwirt die abgeerntete Fläche eines Feldes gerade bearbeitete und  so gleichzeitig dafür sorgte, dass die Vögel leicht Futter finden konnten.

Die Tiere fressen große Insekten und Regenwürmer, aber auch Frösche, Mäuse, Fische und Aas. Weil sie bei einem Ortswechsel in größerer Höhe fliegen, können sie potentielle Fressplätze sehr schnell erkennen. Genau deshalb tauchen beispielsweise auch beim Wässern von Wiesen, bei dem viele Beutetiere aus dem Boden getrieben werden, sehr schnell große Mengen an Störchen auf. Und eben auch bei oder nach der Ernte finden Störche sehr viel leichter Futter, weshalb sie auf abgeernteten Flächen gleich in größeren Zahlen auftreten können.

So viele versammelte Störche an einer Stelle seien in Marburg-Biedenkopf zwar nicht mehr außergewöhnlich, aber dennoch bemerkenswert, erklärt Dr. Sabine Wamser vom Fachdienst für Naturschutz des Landkreises. Solche Ereignisse seien auch ein schönes Beispiel dafür, dass sich landwirtschaftliche Nutzung und der Schutz heimischer, wildlebender Arten keineswegs ausschließen. Die Themenfelder Naturschutz und Landwirtschaft seien eng miteinander verwoben.

Der Weißstorch ist nach Bundesartenschutz-Verordnung streng geschützt. In Deutschland steht er zudem nach wie vor in der Vorwarnliste der Roten Liste für gefährdete Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Das bedeutet, dass die Art aktuell von der IUCN noch nicht als gefährdet angesehen wird, doch bei einer weiteren negativen Entwicklung eine Einstufung in eine der anderen Kategorien zu erwarten ist.

2007 in Rauischholzhausen das erste Brutpaar wieder – 2021 brüteten in Marburg-Biedenkopf 52 Paare

In Marburg-Biedenkopf steigt die Anzahl der Störche wieder kontinuierlich. Seit Ende der 1960er Jahre gab es hier zunächst keine brütenden Störche mehr. Und auch in Deutschland waren die Vögel insgesamt kurz vor dem Aussterben. Das erste Brutpaar mit drei Jungstörchen fand dann 2007 wieder nach Marburg-Biedenkopf, nämlich in Rauischholzhausen. Seitdem steigt die Population kontinuierlich an: 2021 brüteten hier 52 Paare, die Anzahl der flügge gewordenen Jungstörche stieg auf 118.

Das geht aus den Beobachtungen von Winfried Kräling hervor. Er hat hier viele Jahre als Vogelschutzbeauftragter der staatlichen Vogelschutzwarte und Weißstorchbeauftragter des NABU-Kreisverbandes Störche beobachtet, gezählt und die Daten anderer Vogelkundlerinnen und -kundler im Landkreis in Berichten zusammengefasst.

Die Population hat sich erholt, weil viele ehemals trockengelegte Flächen wieder vernässt worden sind – denn feuchte Flächen dienen den Vögeln als Lebensraum. Durch das geänderte Zugverhalten vermeiden viele Störche die gefährliche Reise bis Afrika. Durch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement von Tierschützerinnen und Tierschützern ist gleichzeitig die Zahl der Nistplätze gestiegen. Die meisten Störche im Landkreis nisten an der Radenhäuser Lache zwischen Amöneburg und Kirchhain.

 

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