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Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm – Ausstellung zu 200 Jahre englische Übersetzung

22.12.2023 (pm/red) Ab Jahressende 2023 bis zum 1. März 2024 präsentiert das Brüder Grimm-Zentrum Kassel eine Ausstellung mit dem Titel „Once upon a time … Grimms Märchen in englischen Übersetzungen von 1823 bis 2023“. Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm – seit 2005 von der Unesco als Welterbe registriert – wurden 1823 erstmals ins Englische übersetzt und gehören seither in allen englischsprachigen Ländern zum Kernbestand der Kinderliteratur. Auch für die Bebilderung der  Märchen gingen von dort wichtige Impulse aus.

Schon die englische Illustration zu dem Märchen „Hans im Glück“ von George Cruikshank (1792–1878) wirkte stilbildend, denn sie zeigte die verschiedenen Handlungselemente auf einem einzigen Blatt. Ganz ähnlich wurden später großformatige Bilderbogen aufgebaut. Die Ausgabe war so erfolgreich, daß schon 1826 in London ein zweiter Band herauskam und zwei Jahre später beide Bände auch in den USA verlegt wurden.

Ausstellungsräume im Brüder-Grimm-Zentrum Kassel, Teilansicht. Foto nn

Meilensteine in der weiteren Wirkungsgeschichte der Grimmschen Märchen waren 1846 der prachtvolle Band „The Fairy Ring – A New Collection of Popular Tales“ von Richard Doyle (1824–1883) und 1850 die große zweibändige Ausgabe von Edward Henry Wehnert (1813–1868). Vor allem aber prägte Walter Crane (1845–1915) mit seinen farbigen Holzstichen und den 1882 gleichzeitig in England und Nordamerika verlegten „Household Stories from the Collection of the Bros: Grimm“ die englische Grimm-Rezeption.

Seine Bilder waren von großem Einfluß auf die Illustrationskunst des Jugendstils. Die wichtigsten modernen Märchenillustratoren in England waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts Arthur Rackham (1867–1939), Edmund Dulac (1882–1953) und Anne Anderson (1874–1952).

Die erste vollständige Ausgabe der Grimmschen Märchen gab 1884 Margaret Raine Hunt (1831–1912) in London heraus. Im zwanzigsten Jahrhundert lassen sich die (meist reich illustrierten) Einzel-, Teil- und Gesamtausgaben in der englischsprachigen Welt kaum mehr überschauen. Allerdings wurden die Texte und teils auch die Bilder oft dem Geschmack des Publikums angepaßt und speziell für Kinder adaptiert.

Von ganz überragender Bedeutung für die mediale Rezeption waren die Zeichentrickfilme von Walt Disney (1901–1966) Zuletzt lieferten Künstler wie Maurice Sendak (1928–2012), Paul O. Zelinsky (*1953) und viele andere wichtige Beiträge zur Illustration der Grimmschen Märchen.

Die Ausstellung im Brüder-Grimm-Zentrum (Brüder Grimm-Platz 4) kann vom 19. bis 22. Dezember 2023 und vom 9. Januar bis 1. März 2024 dienstags bis freitags von 10 und 15 Uhr besucht werden.

Auf Anfrage Führungen für Gruppen am  Nachmittag oder Abend sowie an den Wochenenden in deutscher, englischer und französischer Sprache angeboten.

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