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Kassel plant eigenes Online-Glückspielangebot: Was steckt hinter den Plänen?

Nahaufnahme der Glückshalle mit Bar, Bar und Stern. Foto Carl Raw, unsplash

25.3.2025 (pm/red) Die Pläne der Stadt Kassel, eine eigene legale Online-Spielothek zu eröffnen, haben nicht nur die Aufmerksamkeit der Bürger auf sich gezogen, sondern auch eine lebhafte Debatte über die moralischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Glücksspielen entfacht.

Die Stadtregierung betrachtet das Projekt als Möglichkeit, den Bürgern ein kontrolliertes und sicheres Umfeld für Glücksspiele anzubieten. Gleichzeitig sollen illegale Aktivitäten bekämpft werden.

Es gibt Pro- und Contra-Argumente hinsichtlich des Projekts

Obwohl das Glücksspiel durch den neuen Staatsvertrag aus dem Jahr 2021 eigentlich schon reguliert ist und einige Online-Spielotheken bereits gültigen Lizenzen haben, wie der BingBong Test bestätigt, strebt Kassel eine unkonventionelle Lösung an, um dem Schwarzmarkt entgegenzutreten und gleichzeitig potenzielle Einnahmequellen zu erschließen.

Von Seiten der Opposition und des Diakonischen Werks gibt es allerdings lautstarke Kritik. Die kontroverse Debatte wirft zahlreiche Fragen auf, angefangen bei der Wirksamkeit staatlicher Glücksspielangebote bis hin zur ethischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der individuellen Freiheit der Bürger.

Die Kooperation und finanzielle Investition

Die Stadt Kassel strebt eine Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesbaden, den Betreibergesellschaften der Spielbanken in Kassel und Wiesbaden sowie Lotto Hessen an, um ein eigenes Online-Casino zu schaffen. Stadtkämmerer Matthias Nölke von der regierenden FDP betont, dass dies eine Plattform sein wird, die das Online-Glücksspiel begrenzt, ordnet und überwacht, um den Schutz von Jugendlichen und Spielern zu gewährleisten.

Die Entwicklung dieser Plattform wird auf etwa 150.000 Euro geschätzt, wovon die Stadt Kassel etwa 30.000 Euro beisteuern soll. Trotz dieser Investition wird das Risiko als gering angesehen, da erwartet wird, dass hohe Einnahmen für den städtischen Haushalt eine schnelle Amortisation ermöglichen sollten.

Kritik aus der Opposition und vom Diakonischen Werk

Die Pläne der Regierung werden von verschiedenen Seiten kritisiert. Die Fraktionschefin der Linken, Sabine Leidig, bezeichnet das Vorhaben als „Schnapsidee“ und kritisiert, dass für andere Projekte angeblich kein Geld vorhanden sei, während nun plötzlich Mittel für ein Online-Glücksspielunternehmen bereitgestellt werden.

Auch die SPD und das Diakonische Werk äußern sich kritisch. Andreas Fux vom Diakonischen Werk vergleicht das Projekt mit einem möglichen Coffeeshop für Cannabis in Kassel und warnt vor dem Suchtpotenzial von Online-Glücksspielen. Trotz dieser Bedenken hält die Jamaika-Koalition an der Argumentation fest, dass legale Glücksspielangebote erforderlich sind, um den wachsenden Schwarzmarkt einzudämmen.

Der Schwarzmarkt für Glücksspiel in Deutschland

Eine Studie der Stadt Leipzig zeigt, dass der Anteil des illegalen Glücksspiels am gesamten Spielaufkommen wahrscheinlich unterschätzt wird. Es wird vermutet, dass das legale und illegale Angebote jeweils etwa die gleichen Marktanteile haben. Die tatsächlichen Verhältnisse sind aufgrund einer hohen Dunkelziffer schwer zu erfassen.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat daher ein Forschungsbudget in Millionenhöhe bereitgestellt, um die Forschung zum Schwarzmarkt für Glücksspiel in Deutschland zu intensivieren.

Der aktuelle Stand der Planungen

Die Planungen für die Kasseler Online-Spielothek befinden sich noch in einer frühen Phase. Es ist unklar, ob die Spielbank Bad Homburg sich ebenfalls an dem Projekt beteiligen wird. Die Vorüberlegungen wurden bisher nur im Magistrat besprochen, und eine Abstimmung steht noch aus. Obwohl die Jamaika-Koalition im Kasseler Rathaus über eine Mehrheit verfügt, ist der Ausgang einer solchen Abstimmung noch unsicher.

Die Aussichten für eine Online-Spielothek unter Leitung der Stadt Kassel

Die Diskussion um die geplante Online-Spielothek von Kassel zeigt deutlich, dass Glücksspiel ein hochkomplexes Thema ist, das unterschiedliche Meinungen und Interessen aufeinanderprallen lässt.

Während die Stadtregierung von Kassel auf die potenziellen wirtschaftlichen Vorteile und die Möglichkeit, den Schwarzmarkt einzudämmen, hinweist, warnen Gegner vor den Gefahren von Spielsucht und den moralischen Implikationen des staatlich geförderten Glücksspiels.

Es ist klar, dass eine sorgfältige Abwägung aller Aspekte erforderlich ist, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann. Dies erfordert eine gründliche Analyse der potenziellen Auswirkungen auf die Gemeinschaft, einschließlich des Jugendschutzes, der Spielsuchtprävention und der sozialen Verantwortung.

Die Entwicklung der Kasseler Online-Spielothek könnte auch Auswirkungen auf die Glücksspielregulierung in Deutschland insgesamt haben und möglicherweise als Modell für andere Städte dienen. Letztendlich liegt die Entscheidung bei den politischen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung von Kassel.

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