12. Februar – Internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten
09.02.2026 (pm/red) Das am 12. Februar.2002 in Kraft getretene UN-Fakultativprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention verbietet grundsätzlich, dass Kinder und Jugendliche als Soldaten „eingezogen und eingesetzt“ werden. Damit sollen Minderjährige geschützt werden, um in ihrer persönlichen Entwicklung und Entfaltung nicht durch Militärdienst beeinträchtigt zu werden.
Über 300.000 Kinder und Jugendliche Einsatz in bewaffneten Konflikten
Dennoch gibt es nach UN-Schätzungen weltweit über 300.000 Kinder und Jugendliche, die in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden, vor allem in Afrika, Asien und Nahost – die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein. Sie werden sowohl von regulären Armeen als auch von Rebellengruppen rekrutiert.
Die meisten von ihnen werden zum Dienst gezwungen. Andere sehen aufgrund von Armut und Notlagen, z. B. Dürren und Überschwemmungen, oder weil sie in Kriegszonen leben und sich für eine Kriegsgruppe entscheiden müssen, um überleben zu können, keinen anderen Ausweg.
Etwa ein Fünftel der Betroffenen sind Kindersoldatinnen, also Mädchen. Sie haben dieselben Aufgaben wie die Jungen zu erfüllen. Außerdem werden sie oft auch noch Opfer sexueller Gewalt.
Zu Recht setzt sich Deutschland dafür ein, dass Länder wie Somalia und Afghanistan keine Kinder und Jugendliche in ihre Armeen aufnehmen.
UN-Kinderrechtskonvention macht Ausnahmen
Eine Ausnahmeregelung der Kinderrechtskonvention erlaubt unter bestimmten Bedingungen auch die Anwerbung Minderjähriger. Nur 46 Armeen weltweit machen von dieser Ausnahme Gebrauch, 151 Länder, darunter 24 NATO- und 21 EU-Länder, verzichten darauf. Drei EU- und NATO-Staaten rekrutieren allerdings Minderjährige systematisch: Neben USA und Großbritannien ist dies Deutschland mit ca. 2.200 Jugendlichen in 2024.
Armeen und bewaffnete Gruppen in Kriegsgebieten, die Kinder und Jugendliche als Soldaten rekrutieren, rechtfertigen ihre Praxis auch mit Verweis auf die Rekrutierung von Minderjährigen in diesen drei Ländern.
Zwar nehmen die Minderjährigen in Deutschland nicht am Wachdienst oder an Auslandseinsätzen teil, aber es wird ihnen der Gebrauch von Waffen und damit das Töten beigebracht.
Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und auch die Kinderkommission des Deutschen Bundestages fordern die Bundesregierung bereits seit langem auf, das Eintrittsalter auf 18 Jahre anzuheben! Angesichts der Diskussion um die „Kriegstüchtigkeit“ ist jedoch zu erwarten, dass diese Aufforderung weiterhin ignoriert wird!
Das Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!““ fordert, dass endlich die Rekrutierung von Unter-18-Jährigen beendet wird!


