K.O.-Tropfen: Forderung nach mehr Aufklärung und Prävention seitens Betroffener
13.02.2026 (pm/red) Betroffene wenden sich eher an vertraute Personen als an medizinisches Personal oder die Polizei und wünschen sich facettenreiche Bereitstellung von Informationen zu „Drink Spiking“. „Don’t knock me out“ ist der Titel einer länderübergreifenden K.O.-Tropfen-Studie, von der erste Ergebnisse vorgelegt wurden.
Jun.-Prof. Dr. Charlotte Förster, Technische Universität Chemnitz, berichtet weitere Erkenntnisse aus der noch laufenden anonymen Online-Umfrage zur Bekanntheit, Erfahrung und dem Umgang mit K.O.-Tropfen im deutschsprachigen Raum. Aus den 1.288 ausgewerteten Datensätzen für Deutschland sei bekannt, dass 527 Personen schon mindestens einmal den Verdacht hatten, Opfer von „Drink Spiking“, also der unfreiwilligen Verabreichung von als K.O.-Tropfen missbrauchten Substanzen, geworden zu sein.
„Die Ergebnisse weisen allerdings auch auf eine große Lücke zwischen den berichteten Erfahrungen und den institutionell erfassten Fällen hin“, berichtet Förster. Es scheine so zu sein, dass sich Personen mit solchem Verdacht, eher an vertraute Personen wie Familienmitglieder, Freunde, Partner oder Bekannte wenden, nicht aber an medizinisches Personal oder die Polizei.
Dies betraf 95 Prozent der Personen, die einen solchen Verdacht hatten und jemand anvertrauten. Nur 70 Personen, also 17 Prozent dieser Gruppe, wandten sich an eine Ärztin oder einen Arzt, in der Notaufnahme oder in der Hausarztpraxis. Weiterhin meldeten nur 48 Personen, also elf Prozent dieser Gruppe, den Verdacht bei der Polizei. 20 Prozent der befragten Personen mit einem solchen Verdacht gaben darüber hinaus an, ihren Verdacht nie jemandem anvertraut zu haben.
Eine andere Studie zeige, dass auch Gewalterfahrungen nur selten angezeigt werden, wobei Frauen von partnerschaftlicher oder geschlechtsspezifischer Gewalt stärker und häufiger betroffen sind als Männer.


